Samstag, Dezember 30, 2006
Lange Liste
Die Nr. Eins der beliebtesten Vorsätze ist wie jedes Jahr, mit dem Rauchen aufzuhören. Jetzt mal ehrlich, steht das nicht auch bei ihnen jeden Ersten des neuen Jahres wieder am Programm? Schwer gefolgt von dem guten Vorsatz mehr Sport zu betreiben, öfter vor die Tür zu gehen und das Leben etwas mehr zu genießen! Leicht gesagt, schwer umgesetzt…weil man doch meistens verkatert und genervt vom plötzlichen Nikotinentzug vor dem Fernsehbildschirm hängt.
Netter zu den Mitmenschen zu sein, auch ein schön gelesener Vorsatz! Hängt sich aber genau wie Vorsatz zwei an den oben genannten Begleitumständen auf.
Es ist doch schwerer als man denken mag, sein Leben von null auf hundert umzugestalten!
Warum nicht die besinnliche Zeit ausklingen lassen, ruhig und gefasst? Und wenigstens einmal in seinem Leben keinen Vorsatz fassen, außer dem, keine Vorsätze zu fassen, die man dann doch nicht einhält! Zurück sehen auf das Jahr 2006 und sich selbst loben, für Alles, was man im vergangenen Jahr gut gemeistert hat, und stolz auf sich sein. Denn ich bin mir sicher, wir Alle haben ein Recht darauf! Ein Recht darauf, mit sich selbst zufrieden zu sein!
Und dann, wenn das neue Jahr sich still und heimlich eingeschlichen hat, und die ersten neuen Wochen wieder vergangen sind, nehmen wir uns vor nicht Alles auf einmal zu wollen. Sondern einfach jedes Monatsende Bilanz zu ziehen. Denn kleinweise fällt es uns vielleicht nicht so schwer, die Dinge die uns nicht gefallen, zu verändern.
Der Vorsatz für 2007 lautet also, nicht wieder so viele gute Vorsätze zusammenkommen zu lassen, sondern gleich von Anfang an und konsequenter als sonst, das Leben so zu leben, wie wir es für richtig halten.
Viel Glück und Gesundheit!
Montag, Dezember 18, 2006
Niemand ist eine Insel II
Mit einem Wort, meine Insel ist ein ausgerufenes Krisengebiet!
Natürlich liegen noch Mitstreiter auf meinem Längengrad. Andere Inseln, Halbinseln und irgendwo in weiter Ferne auch das Festland. Dazwischen Luxusdampfer und Flugzeugträger! Doch der Weg an meine Küste ist weit, der Strand selbst ist gefährlich zu erreichen, voller scharfer Klippen. Die See begehrt auf und direkt vor meiner Anlegestelle ist da auch noch dieser verdammte Strudel, der ähnlich wie ein Bodygard funktioniert. Jeder der sich nähert wird zermalmt!
Bei mir blüht die Vegetation, die Paradiesvögel singen, doch niemand wird es je sehen. Und ich fühle mich in der Rolle des Freitags noch nicht mal unwohl. Denn natürlich könnte ich auch Wegweiser und Lauffeuer errichten. Die Seefahrer darauf hinweisen, dass an der Rückseite der Insel drei private Anlegestellen stehen, die das Andocken so reibungslos ablaufen lassen wie die Fahrt in einem Aufzug. Aber will ich das auch?
Nein!
Ich will meine Ruhe und meinen Frieden, den ich höchsten für sehr gute Freunde aufgebe! Meine Gastfreundschaft ist derzeit, dass höchste Gut das ich anbieten kann. Es ist auch das schwerste Opfer, das ich erbringen kann. Denn am liebsten würde ich meine gesamte Tropeninsel mit Stacheldraht umwickeln und Minenfelder auslegen. Stoppschilder aufstellen und noch andere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Der Briefkasten ist bereits abmontiert, das Handy liegt am Meeresgrund.
Was alleine noch fehlt ist dieser Computer, also bis die Tage.
Gluck – Gluck!
Sonntag, Dezember 17, 2006
Ans Christkind
Sind einfach nur da, teilen ihre Zeit mit mir, fahren ein Stückchen mit und biegen dann wieder ab. Sie schenken mir Anteilnahme, Aufmerksamkeit, Zuspruch und glückliche Stunden. Auch Kritik, Reflexion und Diskussionen. Vertauen!
Nur eines gibt es, was mir niemand schenken kann, als ich Selbst. Wenn ich wirklich Alles habe, worauf es in einem Menschenleben ankommt, warum fällt es mir dann so schwer es zu genießen? Muss man wirklich immer Alles hinterfragen, Alles wissen? Kann man denn nicht einfach Situationen, an denen man nichts ändern kann, hinnehmen und daran wachsen. Daraus lernen und vorwärts schauen?
Was ich mir schenken möchte ist Zufriedenheit, und was ich mir vom Christkind wünsche ist Rückenwind. Ein starker Wind der mich weiter trägt und der es mich schaffen lässt, die Sandbank zu verlassen, auf der ich schon wochenlang wie ein gestrandeter Wal herumliege. Ich wünsche mir die Zuversicht, dass das Beste im Leben noch vor mir liegt, und nicht als gescheitert und zertrümmert, bereits einen Teil meiner Vergangenheit bildet. Es bleibt die Frage offen, ob sich Vertrauen in sich Selbst und seine Zukunft so einfach verpacken und unter den Baum legen lässt.
Mittwoch, Dezember 06, 2006
Eine Ode an die Stones
Und sie tut gut daran! Denn wo wäre ich heute ohne sie? Was hätte ich getan ohne ihren Zuspruch, ohne ihre Hilfe, ohne dieses Gefühl von Geborgenheit und Vertrauens, welches sie mir stets vermittelt hat. Deswegen ist es nur recht und billig, wenn sie darauf besteht von mir vergöttert und auf Händen getragen zu werden. Nicht dass ich dies nicht ohnehin tue, ich habe bisher nur versäumt es in Wort und Bild festzuhalten. Deswegen hier die absolut fünf wichtigsten Punkte, warum ich dieser Frau ewige Treue schulde und lebenslangen Gehorsam schwöre:
1: WANN AUCH IMMER ICH SIE BRAUCHE IST SIE OHNE UMSCHWEIFE ZUR
STELLE
2: WANN AUCH IMMER ICH IHR EIN GEHEIMNIS ANVERTRAUT HABE, WAR
ES BEI IHR IN SICHERHEIT
3: WIE DÄMLICH ICH MICH AUCH IMMER BENOMMEN HABE, SIE HAT SICH
NIE ALS RICHTERIN AUFGESPIELT
4: GEMEINSAM MIT ALLEN ANDEREN BILDEST DU EINEN WICHTIGEN TEIL
MEINER WAHLFAMILIE
5: WANN AUCH IMMER ICH DAS GEFÜHL HABE MEINE HAARE ZERSTÖREN
MEIN GANZES LEBEN, BESCHWERT SIE SICH DARÜBER DASS SIE NOCH
VIEL SCHLIMMER AUSSIEHT
Und auch wenn das Problem meiner Frisur sehr ernst zu nehmen ist, weiß ich, dass ich noch mit viel Größerem zu dir kommen kann. Mit Allem! Denn ohne dich wäre ich dieses Jahr aufgeschmissen gewesen! Also ganz im Ernst: Du bereicherst mein Leben!
There ain’t a woman that comes close to you
Come on baby try your eyes
Angie, Angie, ain’t it good to be alive
Angie, Angie, they can’t say we’ve never tried
Heute Kinder ...

Eine ganze Armada an Veränderungen meines Selbst, lasse ich in See stechen. Als verbesserte, neue Version von Fr. Marlen will ich dieses Jahr die Weihnachtskugeln an den Baum hängen, und bis jetzt klappt es auch ganz gut.
Zugegeben, das letzte Jahr war mies, es gab viel Enttäuschung, es gab viel Streit. Dinge wurden kaputt gemacht, kaputt geredet und kaputt getreten. Lügen erzählt, Menschen verletzt und am Ende war da nur ein einziger Scherbenhaufen. (Ich fordere hiermit übrigens sieben lange Jahre Glück ein, to whom it may concern)
Letztes Jahr noch ließ ich mich von den Weihnachtseinkäufen stressen, ganz anders heute. Ein Lächeln auf den Lippen, für jeden aus der Konsummasse, auch für die vielen verkleideten Studenten. Vor genau 12 Monaten nervte meine Familie mich bis in den Tod, als meine Mutter heute erneut auf ihr Recht auf ein ungebrauchtes, nagelneues Enkelkind pochte, entgegnete ich nur charmant, wie unvergleichbar die Zeit mit ihr doch immer wieder ist. Den vorigen Advent läutete ich mit einem teuren, gekauften Kranz ein, und saß dann doch immer alleine davor. Letzten Sonntag entzündete ich die erste Kerze auf meinem selbst gebastelten Adventskranz und nahm Hr. Pinokkeles ganz fest in den Arm. Die Verhaltensregeln für das Fest der Liebe sind so alt wie die Welt selbst und liegen manchmal doch so fern.
Es wird nicht gebrüllt, nicht mal wenn Mutter dem neuen Freund eine Babypuppe auf den Schoß setzt, nur so zum testen. Es wird nicht gelogen, wenn man etwas will, dann sagt man es einfach ganz nett und muss sich danach auch nicht schuldig fühlen. Und am wichtigsten …
Es wird nicht gekniffen!
Weihnachten ist schließlich nur einmal im Jahr und der beste Augenblick um all seinen Freunden und Verwandten Danke zu sagen für die gemeinsamen Momente. Also an dieser Stelle…Danke!!
Und vergesst nie, auch das geht vorbei!
Dienstag, November 14, 2006
Glück in der Liebe...

Ich wusste ja bis vor einem Monat noch nicht mal, dass in Österreich gerade der Pokerboom ausgebrochen war. In meiner kindlichen Naivität, die ich mir bis heute bewahren konnte, glaubte ich fest an den unschuldigen Hintergedanken der Unterhaltung. Der alleinigen Unterhaltung! Ein paar bunte Chips, glänzende Karten, zu Essen und zu Trinken. Allesamt Dinge die diebische Elstern, genauso gut wie mich, anzulocken vermocht hätten. Mit einem Wort: „Alles was glitzert ist schön!“
Wer konnte ahnen dass Alles derart eskalieren würde. Die Mitspieler, vormals Mitmenschen und Freunde, sich so verbissen an den Pokertisch, vormals Ikeaesstisch, setzen würden, als hätten sie von Dörrpflaumen noch nie etwas gehört oder würden doch zuminderst in einem Skoda herumkutschieren. Grauenhafte Dinge habe ich gesehen an diesem Abend, Halsschlagadern die bis zum Limit gefüllt waren mit rotem, pulsierendem Blut. Rollende Augen, knirschende Zähne und von dem, was ich Alles gehört habe, möchte ich lieber nie wieder sprechen. Eins nur dazu, glaubst du, du kennst einen Menschen schon so lange wie die Zeit selbst, dann denkst du, du hast ihn auch in seiner Gesamtheit erfasst. Ein Pokerabend unter „Freunden“ kann das Alles revidieren.
Und wenn ich so durch die vernebelten Herbststraßen der City ziehe und immer mehr Menschen erspähe die schweigend nebeneinander stehen, würde ich gern auf sie zu laufen und fragen:
„Na auch gepokert letzte Nacht?“
Wenn ich erneut einen Mann aus dem Buch- und Papierwarengeschäft kommen sehe, der einen silbernen Koffer an sein Handgelenk geschnallt hat, möchte ich der Menschheit zuflüstern:
„Sollte das nicht die besinnliche Zeit des Jahres sein? Vergesst eines nicht wenn ihr euch übers verlieren dermaßen ärgert; Glück in der Liebe – Pech im Spiel!“
Samstag, Oktober 28, 2006
Murmelspiel

Wie viel von dem, was noch in ihnen zu lesen ist, ist auch wirklich passiert? Wie viel real, was Illusion? Hast du wirklich immer schon so unglaublich viele hübsche Murmeln besessen, oder hast du die hässlichen Glasperlen nur unterwegs verloren? Oder verlieren wollen? Und wie schlimm ist es, wenn du nach dem ersten Kassasturz feststellst, dass du nur die schönsten Schätze behalten hast?
Du fragst dich, ob es nicht verwerflich und selbstbetrügerisch ist, all die verlotterten und peinlichen Erinnerungen aussortiert zu haben. Aber tut das nicht jeder? Blickt man nicht stets nur auf die sonnigen Seiten zurück? Und liegt es nicht am Ende nur bei dir, den kleinen Unterschied wahrzunehmen, die Schwelle zu erkennen, zwischen Phantasterei und Realität, zwischen Ideal und Fiktion? Den Schnitt musst du setzten, die Linie ziehen, ob bewusst oder unbewusst. Dich verabschieden, Adieu sagen, zu den Notizzetteln des Lebens, die deine Taschen langsam sprengen. Ob du es willst oder nicht! Also warum nicht absichtlich nur die gut erhaltenen aufbewahren, warum nicht die Rechnungen beiseite lassen?
Wenn du deinen Mantel schließlich niemals mehr tragen kannst, wird es egal sein, was in seinen Taschen versteckt liegt! Warum sich also mit unnötigem Ballast quälen?
Freitag, Oktober 20, 2006
Wahre Helden
Nein, Nein, noch viel schlimmer! Auf der Flucht vor der Angst. Kann man nämlich nach einem langen Nachtdienst endlich müde die Haustüre aufsperren, dann erfreut es dich weniger, wenn man merkt, dass vor dir schon jemand zu Hause war. Obwohl du alleine wohnst. Das Schlafzimmerfenster ausgehoben, die Schubladen herausgezerrt, die Kästen durchwühlt und selbst die Mistkübel auf den Kopf gestellt. Und wozu das Ganze für eine ältere Fotokamera und einen Ring, der eher sentimentalen Wert, als Diebstahlreferenzen aufweisen kann.
Nun man schläft nicht so gut, dieser Zeiten, wenn die Daltons und Panzerknacker da draußen nicht mehr davor zurück schrecken Fenster aufzubrechen, wegen einem Beutewert von ca. 500 Euro. Sind denn nun wirklich Alle verrückt geworden, damit kann man sich doch nicht mal eine gesunde Dosis Heroin kaufen, oder eine Rückfahrkarte nach Polen. Die werden Augen machen, beim nächsten ÖBB-Schalter. Derjenige, der deswegen sein Auto lassen muss, tut mir jetzt schon leid, aber trösten sie sich.
Wenigsten wurde ihrer Unterwäsche nichts zu leide getan.

Donnerstag, Oktober 12, 2006
Vergeben und ...
Schon mal darüber nachgedacht warum Dämonen Dämonen heißen?
Weil sie dich immer wieder einhlolen? Weil sie die nie ganz los lassen?
Oder vielleicht weil sie dich in Sicherheit wiegen und erst raus kommen wenn du es am allerwenigsten gebrauchen kannst? Wahrscheinlich!
Vielleicht weil all die Gefühle die du hast, nur die Schönfärberei derer sind, die du wirklich in dir trägst. Du fühlst dich gut, du fühlst dich stark, du fühlst dich schön und auch geliebt...
Aber denkst du nach, nimmst du dir Zeit, setzt du dich alleine hin und gehst in dich, kommst du nie wieder zurück! Denn viel zu viel Grauen ist noch gefangen in deiner Seele und viel zu viel Angst und Gewalt. Hass und Ärger und Wut ...
Doch spricht man drüber? NEIN! Und vielleicht ist das auch gut so, vielleicht trägt auch das dazu bei, dass all dies irgendwann einmal wirklich vergessen ist. Nicht mehr spukt in deinem Hirn, nicht mehr bei jedem Zweifel hoch kommt, dich nicht vor anderen Menschen zurück schrecken lässt. Denn nicht Alle sind gleich, nicht jeden kann man beliebig austauschen. Sie unterscheiden sich in den Nuancen und du merkst, so hoffe ich, dass da Einer ist, der dir nichts böses will. Auch wenn du damit umzugehen verlernt hast!
Also vergessen? Wieder NEIN! Vergessen kann man das niemals, aber vergeben vielleicht! Weil es menschlich ist und weil es zeigt, dass es dir damit wahrscheinlich gar nicht alleine so schlecht geht!
Vielleicht gehen sie dann ganz von selbst weg, die Plagegeister, wenn man nur einmal gelernt hat ihnen mutig in die Augen zu sehen!
Dienstag, Oktober 03, 2006
Von Lust und Last(er)
Besonders wenn es sich um das Laster des Zigarettenrauchens handelt. Da steigt der blaue Dunst nicht nur in die Augen, sondern schon mal ganz schnell zu Kopf.
Trinkt man morgens einen frisch gebrauten Segafreddo – Kaffee, denkt man unwillkürlich…Zigarette.
Trinkt man Mittag, nach dem Essen, einen kleinen Espresso, schießt einem unvermittelt das Bildnis eines Glimmstängels durch den Kopf.
Und trinkt man dann abends ein gepflegtes Glas Rotwein, nicht den billigsten versteht sich, ach ich glaube fast, Sie wissen auf was ich hinaus will.
Die Lust am Rauch ist die Belohnung für unsere harte Arbeit, für schwere Stunden, für den langen Tag. Wir entzünden ein kleines Flämmchen Genuss und lecken unsere Wunden an diesem wärmenden Feuer.
Sieht man aber in der U- Bahn eine junge Frau, schlecht gekleidet, ausgewiesen als Entsprungene einer minderbemittelten Schicht, die bereits auf der Rolltreppe hastig im Handtäschchen nestelt, um der Sucht als bald als möglich zu frönen, signalisiert unser Hirn Abscheu. Bemerkt man Mütter mit Kinderwägen, die zwischen Hipp und Nivea Baby fröhlich Rauchkringel in die Luft pusten, denkt man an Verantwortungslosigkeit. Erspäht unser Auge minderjährige Teens, die sich heimlich in einer Ecke zusammenrotten und die verbotene Frucht herum reichen, dann steht uns das Wort Entrüstung, in großen Lettern auf der Stirn geschrieben.
So bin ich aber nicht, schließt man dann selbstgefällig und ist froh drum!
Sich selbst kasteien und sich Alles verbieten, was geldgierige Wissenschaftler in verruchten (oder verrauchten) Laboratorien zu unserer Suchtbefriedigung erfunden haben, kann auch nicht diesen gordischen Frageknoten entwirren. Verschwenderischer Gebrauch macht aus Lust Laster, so halten wir uns an die Umkehrtheorie und hoffen, dass gelegentlicher Einsatz potenzieller Suchtmittel, aus Laster auch wieder Lust entstehen lassen kann.
Sonntag, Oktober 01, 2006
Von der Kunst des Glückssternfangens
So einen, von dem man monatelang zehren kann. So einen der glitzert. So einen der dich richtig satt macht.
Pappsatt!!
Wie lange hab ich mich in der Kunst des Fischens geübt, wie lange ausgeharrt und geduldig gewartet? Wie lange hab ich mit dem eisigen Wasser gehadert. Den Wellengang verflucht, Poseidon einen Esel genannt und aufgehört an Wassernixen zu glauben. Viel zu lange!
Wie lange hab ich mich mit kleinen Fischen zufrieden gegeben, mit solchen die dich trotz Beilage und Salat nicht zufrieden machen können? Wie lange hab ich versucht aus der Beilage eine Hauptspeise zu machen? Fischstäbchen die in deinem Netz zappeln und immer wenn du glaubst, du hast sie endlich für dich, überraschend einen Fluchtversuch starten!
Unterernährt und erfroren stand ich im Chaos dieser Lebenserhaltungsmaßnahmen und schließlich war Alles was ich noch zu Verlangen wagte, ein winziges Flossentier, nur für mich. Oder eine Seezunge. Oder eine Miesmuschel...Man darf nicht wählerisch sein, wenn man Hunger leidet.
Und unvermutet kommt er angerauscht. Wird er angespült. Ein Regenbogenfisch. Ein Seestern, nein viel mehr ein Glücksstern! Springt ganz alleine ins Netzt hinein und fühlt sich dort pudelwohl. Oder goldfischwohl? "Blubbt" dich an und sieht dabei ganz glücklich aus.
Vielleicht kann man Glückssterne gar nicht fangen? Vielleicht muss man wirklich geduldig ausharren bis endlich derjenige an deinem Haken hängt, der es muss. Weil er es anders gar nicht kann. Weil er ohne deine Gesellschaft aufhören würde zu glänzen!
Und hast du einmal Glückstern gegessen, ehrlich, nimmst du niemals mehr ein Fischstäbchen in den Mund!

Donnerstag, September 28, 2006
Was die Wetterfee mit der Taferlklasse zu tun hat!
Und am meisten Spaß macht, dass mein neuer Lebensabschnitt nicht mehr der klassischen 70'er Jahre Spannteppichauslegeware gleicht, wo man schon beim Einpassen Sorgenfalten bekommt, in Vorraussicht auf etwaige Knitterstellen, sondern viel mehr einem bunten, byzantinischem Mosaik, welches um so hübscher zu betrachten ist, je mannigfaltiger es sich über den Flur ergießt. Hauptsache der Enderfolg stimmt, so zu sagen! Und das ist eine Einstellung zum Leben, die ich anzunehmen gelernt habe.
Ja genau liebe Leser, das ist das Geheimrezept eines jedes Optimisten. Nicht viel nachdenken und am Schluss einfach sagen...Genauso ähnlich hab ich mir das sowieso vorgestellt!
Mittwoch, September 27, 2006
Was die Wetterfee mit der Liebe zu tun hat!

Donnerstag, September 21, 2006
Ode an die Vergangenheit
ich dank dir für die nette zeit,ich dank für die
vergnüglichkeit.ich dank dir für das
einvernehmen,und wünsch dir glück bei deinen
plänen!denn ab heut' ganz ohne
schmerzen,hast du platz in meinem herzen.du wirst sehen liebe kommt und
geht,freundschaft ist es die besteht!und treibt uns beide auch der kitsch hier aufs
klo,irgendwann sind wir dann froh,dass keiner von uns beiden
klagt,hätten wir uns das bloß gesagt!
Mittwoch, September 20, 2006
Punchal überrascht!

Dass ich in letzter Zeit mit der Gemütlichkeit meiner Wohnung überhaupt nicht mehr Konform gehe, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass die zwei Mitbewohner ihren ganz eigenen ästhetischen Sinn leben. Ich bin ein Mensch der Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden sehr zu schätzen weiß, ist es aber dann so weit, dass leere Zuckerlpapierknäuel nicht mehr nur dekorativ am Boden liegen, sondern bereits selbstständig von dort wegkrabbeln können, dann hört sich der Spaß wirklich auf. Wir sind ja nicht bei Hempels, na sie wissen schon wo!
Nichts desto trotz härtet das Leben auf einer Müllhalde ja auch total ab. Man bedenke nur, wieviel weniger Krankheiten und Allergien überhaupt eine Überlebenschance im Bioorganismus haben, wenn der durch eine Bazillendauerbelastung dermaßen herausgefordert ist! No chance sag ich ihnen!
Stutzig machten mich nicht die Katzenstreuverwüstungen im Klo, nicht die Hasenhaare unterm Sofa, nicht die Trauerränder der Badewanne und auch nicht die Pizzareste in der Küche. Stutzig machten mich allein die Mascarareste im Waschbecken. Peavy?
Einige Narrereien sind wir vom prolligen, dennoch eitlen Kaninchen inzwischen gewohnt. Aber schminken, sich zurechtmachen wie eine Frau. Vielleicht auch noch das Puschelschwänzchen rasieren. Und das Alles mit meinen Hygieneartikeln? Wieder kann ich nur betonen, irgendwo muss auch der Spaß seine Grenzen haben! So lustig es sich auch anhören mag mit zwei, nahezu wilden Tieren, in einer WG zu leben, es hat Alles im Leben, wirklich Alles, seine Schattenseiten!
Also fege ich durch die kleine Wohnung (Und danke Gott dafür, mir Hr. Cerny geschenkt zu haben, der mir versicherte die Wohnung ausreichend versichert zu haben!) und knalle angeekelt die Max Factor auf den Tisch! Den Lockenstab gleich dazu, denn der riecht ebenfalls widerlich nach verkokeltem Tierhaar!
"Was soll dass ", begehre ich auf, und die dünne Stimme scheint die Luft förmlich zu zerschneiden. Die Schlagader pulsiert wild und Hr. Pinokkeles verzieht sich schnell unter die Polstermöbel. Er weiß wann es an der Zeit ist mir aus dem Weg zu gehen, zumeisten dann, wenn die Stunde dreizehn geschlagen hat!
Nur Purzel, das arme Katzentier sieht verwirrt zu mir auf (denn im Gegenteil zu dem Hasen, kann es seinen Kopf anheben)
"Katzenwäsche", erklärt es unschuldig! "Jede junge Katzendame muss auf ihr Äußeres Erscheihnungsbild achten, oder ist dass bei euch hier anders?" Sagts und schleckt sich mit der rosa Zunge eine Augenbraue in Form. Jetzt ist mir klar, wie das Luder zu so verführerisch langen Wimpern kommt.
"Auch dass noch", ächzt es unter dem Sofa heraus. "Purzel ist ein Weibsbild! Geeeehhhh biiittteee!!!"
Ob mit Mascara oder ohne, da kann auch ich nur mehr große Augen machen!
Montag, September 18, 2006
Hr. Cerny
Er habe meine Telefonnummer aus einem Kundenpool, versicherte er mir, als ich letzte Woche Dienstags das erste mal seine süße Stimme vernahm. Ob er denn mal zu Besuch kommen dürfte um mir die Nachteile meiner bestehenden Haushaltsversicherung oder Anderen zu erläutern? Leichtes Spiel werden sie da haben, antwortete ich mit einem schadenfrohen Lächeln, da ich ja nicht eine einzige Versicherung besitze. Wie sehr ich mich auf dieses kurze Gespräch freuen würde, versicherte ich ihm noch zusätzlich. Hr. Cerny teilte mir aber bedauerlicherweise mit, dass er mir erst in wenigen Tagen zur Verfügung stehen könnte, da er sich nicht im Ausland, aber auch nicht in Wien aufhalten würde.
Uiiiiii...ein Rätsel, freute sich da mein Kinderherz!
Aber schon die erste Lösungsmöglichkeit, nämlich, dass er sich in einem der restlichen Bundesländer aufhielt, entsprach hundertprozentig der Wahrheit. Etwas enttäuscht von dieser Einfallslosigkeit war ich schon. Zumal doch andere Erklärungsversuche in diese Richtung, sicher viel interessanter gewirkt hätten.
Z.B.: kann ich mir sehr gut vorstellen wie Hr. Cerny ein entspanntes Wocheende im Weltraum verbringt, gemeinsam mit Fr. Cerny versteht sich. Oder das er sich mit seinem Unterseeboot zu einer längeren Reise in nicht staatlich begrenzetes Gebiet begeben hat. Das wohl eher ohne Fr. Cerny, da Frauen ja bekanntlich Angst vor langen Seereisen haben. Habe ich zumindest gelesen.
Auch denkbar wäre gewese, dass Hr. Cerny mit einer selbst gebauten Zeitmaschine ganz alleine ins Mittelalter zurück gereist wäre, um sich dort über Entstehung und Weiterentwicklung des herkömmlichen Brandschutzes zu informieren. Seminarreise so zu sagen!!
So also malte ich mir Hr. Cerny aus, ein Versicherungsvertreter der anderen Sorte, mutig, keine Angst vor längeren Ausflügen, immer die Gefahr im Nacken.
Herbe Enttäuschung heute Mittag.
Lange hatte ich dem Besuch entgegengefiebert und meinen wilden Träumereinen gefröhnt. Aber Hr. Cerny ist in Wirklichkeit minderjährig und trägt eine Dauerwellenfönfrisur. Ein braunes Kordsakko und aufpolierte unechte Lederhalbschuhe...Igitt.
Als Hr. Pinokkeles ihm dann auch noch lachend ein Zuckerl angeboten hat, musste ich ihn leider lachend aus meiner Wohnung entfernen!
Sonntag, September 17, 2006
Purzel unter Beschuss
"Wie bitte? Purzel", hörte ich ihn höhnen, kaum dass der arme Punchal seinen "Dritte Welt Rucksack" in dem ihm zugewiesenen Regal verstauen konnte. "Und sowas schimpft sich Chinchilla!" Mißmutig rollte er die stahlblauen Griechenaugen.
"Nicht ganz", murmelte ich schüchtern. Die unsichtbaren Fusseln wollte ich doch auch schon längst wieder mal vom Pulli zupfen. Günstige Gelegenheit!!
"Heißt?"
"Naja...er ist eher...so eine Art...Kätzchen!"
Schon läuft Peavys Kopf knallrot an, soweit man das hinter seinem Fell beurteilen kann. Jedes Gummibot wäre neidisch. Wütendes Gemurmel begleiten ihn unter die Couch. Ich glaube ja es war so etwas allá Gargamel. "Ich hasse diese Katzen!"
Nun wer kann es ihm verüblen, dem hartgesottenen Kaninchen. Irgendwo hat doch auch jeder Mann ein Herz. Und wer sich noch an des Halbgriechen große Verliebtheit erinnern kann, der sollte vielleicht auch wissen, dass es sich hierbei um ein besonders schönes Exemplar einen Perserin gehandelt hat. Also Katze, versteht sich. Nur leider etwas einseitig. Möglicherweise daher der Frust?
Wie auch immer Kommt Zeit, kommt Rat denke ich. Und wenn du dir nicht helfen kannst, dann hilft dir die Gemeinde Wien, habe ich erst neulich auf einem City Light bewundert. Also ruf ich an, beim psychologischen Beratungsdienst. Die nette Dame dort war sehr entgegenkommend und antwortete mit:" Da sind sie hier aber genau richtig!", als ich ihr von meinem Problem mit dem wütenden Kaninchen erzählte, dass grummelnd unter dem Sofa sitz, weil seine Liebe zu einer Perserkatze nicht erwiedert wurde, unser neuer Untermieter aber ein chilenischer Kater ist!
Und während mich die Dame mit beruhigend säuselnder Stimme in ein Gespräch verwickelt, sie machte förmlich den Eindruck sie hat den Drang, koste es was es wolle, an unserem Telefonat festhalten, hatte sich Hr. Pinokkeles auch schon des Pistazienschalenvorrats unter dem Sitzmöbel bemächtigt, um dem Kater damit zu Leibe zu rücken.
"Schwing die Hufe Mutz Mutz! Chile liegt westlich", rief er herrisch und ließ eine Nussschale nach der anderen mit tödlicher Präzesion auf Punchals rotem Wollknäuelkopf landen. Der wiederrum, so viel, wenn auch negative, Aufmerksamkeit nicht gewohnt, wurde ganz unruhig und begann seine, doch nicht unscharfen Krallen, an meinem Sofa zu wetzen. Dies bestand übrigens aus rotem Leder.
"Hören sie meine Liebe", versuchte ich nun der Telefonistin zu erklären. "Hase und Kater verwandeln das Wohnzimmer gerade in ein Krisengebiet und besonders beunruhigt mich, dass das Kaninchen soeben die Bestecklade entdeckt hat!"
"Bleiben sie jetzt ganz ruhig", kam da prompt die Antwort. "Hilfe ist unterwegs!"
Fasziniert von der Vorstellung, dass sicher in wenigen Minuten ein spezielles Polizeieinsatzkommando zu meiner Errettung herbeieilen würde, war ich dann doch etwas enttäuscht, als nur zwei pickelige Zivildiener vor meiner Türe standen und mich, die einzig Normalgebliebene in dieser DreierWG, in Sicherheitsgewahrsam nehmen wollten.
Dann doch lieber haustierlicher Kleinkrieg!
Mittwoch, September 13, 2006
Rangordnung
Chillen wir also gestern ab in unsrer Hochburg und es kommt uns die Idee Hr.Pinokkeles einen Leidensgenossen, der uns Beide ertragen muss, zu gewähren. Ein Untermieter wäre ideal. Die Miete ist kaum aufzubringen seit die großzügige Unterstützung des MvK ausfällt.Da ein zweites Kaninchen aber extrem langweilig erscheihnt wenden wir uns anderen Tiergattungen zu und können uns nach viel gekicher auf ein Kätzchen einigen. Ein rotes vorzugsweise. Natürlich männlich...weil Peavy ja etwas Unterstützung gegen seine anstrengende Mitbewohnerin, welche ich darstelle, gebrauchen könnte. Also geben wir ein Inserat auf.
Sofort überlegen wir wie der neue Mitbewohner wohl heißen könnte. Mit P sollte er anfangen, weil P grad irgendwie so schön ins Konzept passt! Die Ideen prasseln über uns herein wie die Heuschreckenplage über Altägypten. Wie wärs mit:
1...PAUL?
zu spießig wird befunden. Peavy und Paul sind mehr als ein ungleiches Duo. Wir stellen fest,
wer mit Peavy zusammenleben muss, sollte schon etwas darstellen, um Respekt gezollt zu
bekommen. (Den man ja von Tequilla trinkenden Hasen im allegmeinen nicht allzu leicht
erhaschen kann)
2...PHIPS?
zu niedlich wird befunden ein Phips könnte sich nie gegen einen Hr.Pinokkeles durchsetzten,
der mit Vorliebe bekifft, im Poncho herumhängt und ständig alle Pistazienvorräte auffuttert.
Ohne Rücksicht auf Verluste versteht sich!
3...PAWEL?
zu intellektuel wird befunden. Hochdeutsch ist eine Sprache die der alte Hase nicht versteht
Phrasen, Prädikate und Postmoderne hält er für drei verschiedene Chipssorten! So viel dazu.
Dann die geniale Idee vom BG! Wie wärs denn mit...PURZEL?
PURZEL?
Und schon startet mein Lachkrampf wenn ich mir vorstelle wie der bertunkenene, völlig verprollte Hase den armen kleinen Purzel durchs Zimmer jagt und sich einen Spaß daraus macht seinen schönen roten Schweif um die Bettpfosten zu wickeln.
"Purzel", würde er gröhlen. "Keine Angst war nur Spaß! Ist ja gar kein Hund mehr im Garten. Nein, Nein. Komm ruhig raus!" Und sich dabei ins unrasierte Fäustchen grinst.
Wie endete der Lachkrampf will der ein oder andere Leser jetzt vielleicht in Erfahrung bringen, so dass die brave Fr.Marlen wieder ihrer Pflicht nachgehen kann und uns diese unsinnigen Geschichten unterzubreiten im Stande ist? Nur ich sage nur soviel, als eine Stunde später die Türglocke hell erschellte, erstarb das schadenfreudige Lächeln auf meinen Lippen, während ich mit besorgter Mine den neuen Mitbewohner musterte. Er habe eine Anzeige gelesen, ob er denn hier richtig sei? Sein Name sei Punchal und er sei ein Austauschstudent aus Chile. Wie seine Freunde in rufen? Dreimal dürft ihr raten...
Der Arme weiß ja nicht auf was er sich da einlässt!
Freitag, September 08, 2006
My home is my castle
Das ich eine neue Hochburg des abchillens entdeckt hab, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass ich neue Bettwäsche hab! Bin nämlich schon seit geraumer Zeit kaum aus meinem Bett rausgekommen.
Es ist alt, es knarrt, es quietscht, es ist ein ungemütliches Etwas, dass höchstens durch enorme Lärmbelästigung besticht. Der Lattenrost ist hinüber, schnelle Bewegungen also nicht nur unerwünscht sondern viel mehr nicht gestattet. Und trotzdem...in den letzten Tagen ist mir das alte Stück beinahe wieder ans Herz gewachsen. Und bin ich ganz erhlich liegt das nicht daran, dass die Ikea-Bettwäsche Billy so anschmiegsam und weich ist, sondern an dem anschmiegsamen und weichen Bettgast den ich beherberge. Der ist nämlich so besonders kuschelig, dass man eigentlich gar nicht mehr nicht kuscheln mag. Ganz nach dem Motto Once you pop you can´t stop
Da heißt es also Zeit gut machen und nur die notwendigsten Notwendigkeiten (wie Notdürfte) außerhalb des Bettes zu verrichten. Der Nachttisch wird umfunktioniert zu Miniküche, Esstisch, Regal, Kommode und weiteren multifunktionalen Einrichtungsgegenständen und wieder erkennt man, dass sich der Ikeabesuch ausgezahlt und wohnen auf kleinstem Raum eigentlich gar nicht so übel ist. Um mich herum also Billy, Tosten, Alkom und viele mehr dieser lustigen Gesellen. Und mitten drin auch noch der Bettgast der die ganze Angelegenheit erst so richtig abrundet. Da sag ich: Freude! Danke liebes Bett, dass du durchhältst und immer so gastfreundlich bist.
Also wohnst du noch oder chillst du schon?
Dienstag, September 05, 2006
Humoristische Diättipps
Wir alle wissen: Lachen verbindet, Lachen steckt an, Lacht der Körper, wird die Seele folgen, aber laut neuesten Studien kann Lachen noch etwas ganz anderes. Nämlich unheimlich viele Kalorien in unheimlich schneller Zeit verbrauchen. Wer hätte geahnt, dass es tatsächlich so einfach sein kann?
"Eh klar", kichert Hr. Pinokkeles. "Wusste ich immer schon", und zieht noch mal fest an seinem kleinen Hasenjoint. "Oder wie glaubst du komm ich bitte zu meiner spitzenmäßigen Figur?" In der Tat muß ich feststellen, dass Hr. Pinokkeles Fesseln um einiges hübscher zu betrachten sind als die Meinigen. Verägert zieh ich eine Augenbraue gekonnt in die Höhe und bohre Nadelblicke in seinen schneeweißen Rücken.
"Das war aber nicht gemeint", bessere ich nun schnell aus. "Ersten bist du nur so schlank, weil du von mir ausschließlich hochqualitatives Spitzentrockenfutter erhältst, dieser Verdienst ist also durchaus meiner Wenigkeit zuzuschreiben. Zweitens geht es hier um natürliches Lachen erlebt und/oder hervorgerufen durch einen zweiten Menschen/Hasen! Keineswegs handelt es sich aber um künstliches Gekicher herbeigeführt durch natürliches Gras!" Streng muss man sein, anders versteht er es nicht!
Die berühmte Hasenschnute wird gezogen, beleidigt verzieht man sich unter die Couch.
"Bild dir bloß nichts ein", meint er dann noch eingeschnappt und pustet mir einen Staubballen entgegen. "Nur weil du gerade mit Vorliebe rosarote Brillen trägst, heißt das noch lange nicht, dass du mit genauso einer Spitzenfigur wie ich aus dieser ganzen Geschichte rauskommst." Wieder ein Staubflöckchen gepaart mit etwas Gegrunze. "Muss Liebe schön sein", ätzt er dann noch und bricht angesichts seiner zwar schlechten Pointen aber hochgrandigen Bekifftheit in einen erneuten Lachkrampf aus!
Und ich grins mir eins!
Bloß so!
Freitag, August 25, 2006
Maulwurfsymptomatik

Das ich mich jetzt mit den Farben, Tönen und Gerüchen meiner Umwelt etwas überfordert fühle, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass ich mich fühle wie ein Maulwurfbaby, das den Kopf zum ersten Mal in seinem Leben aus der Erde herausgestreckt hat. Alles ist so neu, alles ist so anders. Nicht schlecht, nach dem ersten Kulturschock den man unweigerlich erleben muss, aber anders eben!
Wie die Sonne scheint, wie der Wind raschelt, wie die Bienen im Fliederbusch summen. Das Alles stellt sich mir so drastisch dar, als hätte ich es nie zuvor gesehen. Als ob ich den ersten Tag auf dieser Welt wäre. Bin ich ja auch irgendwie, den ersten Tag meines restlichen Lebens. Meines neuen Lebens. Den ersten von vielen, die hoffentlich noch folgen werden.
Und so strauchle ich staunend zwischen all diesen neuen Dingen und Gefühlen herum, und frage mich, wo ich eigentlich die letzten vier Jahre war. Auf einem anderen Kontinent? Auf einem anderen Planeten? Ein ganz anderer Mensch?
Fange an zu entdecken!
Zu entdecken, was ich alles kann, was ich alles will und was ich alles erreichen kann. Lerne wieder von neuem gehen und laufen und sehe wie weit mich meine Beine tragen können, wenn ich es nur will. Beginne wieder zu sehen wie schön das Leben sein kann, wenn man seinen Kopf hoch trägt und nicht hängen lässt.
Es wird nicht leicht sein, alles wieder aufs Neue kennen zu lernen, aber es wird ein Abenteuer. Auf das ich schon gespannt sein darf!
Samstag, August 19, 2006
Glasklar
„Man stelle sich nur mal vor“, sinniert Hr. Pinokkeles philosophisch, währenddessen er genüsslich an einem Tequillawurm mümmelt. „Man stelle sich vor wie Vater und Mutter Fisch relaxt vor dem Unterwasserplasmafernsehgerät schwimmen und im Hintergrund die Fischkopfkinder sich darum balgen wer heute das Menschlein füttern darf!“ Frech legt er die Ohren an und grinst fies. Die blauen Augen blitzen.
„Was wäre das Futtermittel der Wahl“, verlange ich zu erfahren. „Wiener Schnitzel oder etwa gar Fischstäbchen?“
„Du guckst wohl niemals ATV“, begehrt mein halbgriechischer Mitbewohner auf (Womit er auch absolut im Recht ist, das besagt ein kühler Blick meinerseits).
„Frittiertes kommt nicht auf den Tisch, nicht mal auf den unter Wasser, denn du bist was du isst!“ Belehrungen seitens eines weißen Kaninchens zeigen dir, wie tief unten du wirklich angelangt bist.
„Also etwas Grünfutter, frisch von der Seegraszucht“, mutmaße ich weiter und Hr. Pinokkeles nickt zustimmend und zieht gleich darauf mit einem schmatzenden Saugeräusch den Unglückswurm begierig in sein Hasenmäulchen. Da muss selbst ich lachen.
Auf die Thematik kamen wir übrigens nach einem gemeinsamen Spaziergang, vorbei an der Filiale einer großen Bäckereikette. Tatsächlich verhält es sich mit den unwissenden Torten- und Krapfenliebhabern so, dass sie für die vorrübergehenden Passanten in der Auslage sitzen, wie Tiere im Käfig. Sozusagen Schönbrunn für Fortgeschrittene! Und während drinnen ältere Damen in Hut und Ausgehkostüm verzückt der Topfentorte und dem Häferlkaffee frönen, kritisieren draußen Menschen und Kaninchen den Lilastich ihrer Dauerwellenfrisuren. Ungerecht, aber so ist das Leben nun mal!
Fußmüde!
Hätte mein Gehirn Sohlen würden sie nun brennen. Hätte mein Herz eine Wadenmuskulatur wäre es von Krämpfen gebeutelt. Hätte meine Seele Oberschenkeln würde sie Zittern vor Müdigkeit. Und das Alles von einer Reise die nur in meinem Inneren statt gefunden hat. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes Kopfmüde. So stark das mein drittes Auge Schafe zählt und mein Herz gähnt.
In meinen Gedanken bin ich gepilgert, von A nach B! Über Brücken in luftigen Höhen und durch Täler und Wüsten. Hab ich das alleine geschafft. Nein natürlich nicht. Freunde haben am Wegrand auf mich gewartet und mir nasse Schwämme gereicht, Plastikbecher voll mit dem Quellwasser der Unterstützung und Hilfsbereitschaft die sie für mich übrig haben, auf der langen schizophrenen Wanderung durch mein Liebesleben. Nicht selten bin ich masochistisch zum letzten Etappenziel zurück gekehrt, nur um dann nach Kurzem den schmwerzhaften Weg aufs Neue zu beschreiten. Sie haben den Schweiß von meiner Stirn getupft. Den Angstschweiß!
Angst vor dem Weitergehn sowie vor dem Stehenbleiben.
Angst vor der Rückkehr sowie vor dem Ankommen.
Bin ich jetzt da?
Nein ich denke nicht. Noch lange nicht. Und trotzdem weiß ich eigentlich, dass ich nie wieder ganz an den Anfang zurückkehren kann um das Spiel wieder von Vorne zu beginnen. Ich werde nie wieder über LOS gehen, nie wieder meine paar Hundert Euro beheben. Also gehe ich weiter. Zaghaft, aber ich tue es. Abgebrannt nicht nur im materiellen Sinne, ausgebrannt im herkömmlichen Sinne.
In mir die Hoffnung, dass hinter der Ziellinie der Mensch steht der sich darüber freut das ich endlich angekommen bin. Mit der Panik, dass hinter dem roten Band keine Menschenseele auf mich wartet.
Freitag, August 11, 2006
Zieh eine!
Zieh eine Karte...
Hoppla, der Tod...
Heißt das jetzt was schlechtes?
In meinem Leben hat ziehen gerade einen ganz unangenehmen Beigeschmack, denn obwohl viele es voraus gesehen und manche es herauf beschwört haben, trifft dich etwas mit dem du zwar lange gerechnet hast, das aber dann doch ganz plötzlich passiert, wie das Auspfeifen der Menschenmasse auf deinem ersten Rockkonzert. Irgendwie hast du ja schon geahnt das deine Musik mit Mistmaden mehr zu tun hat, als mit Ohrwürmern, aber wenn man mit negativen Reaktionen dann doch in solcher Offenheit konfrontiert wird, ist es trotzdem traurig. Weil man sich dann nicht mehr einreden kann, dass man es sich nur eingeredet hat. Mundtod!
Es existiert wirklich, die Ablehnung, das Desinteresse und zwar bestätigt durch einen Auszug, oder Umzug. Nein umziehen tut man gemeinsam, zuminderst wenn man ein Paar ist, ausziehen tut man alleine, um kein Paar mehr zu sein. Also ausziehen tut in diesem Fall der MvK.
Das lässt mich annehmen, dass ich nicht mehr länger Teil eines Paares bin, eines wenn auch disfunktionierenden, so doch bis dato bestehenden Paares. Was macht man in solchen Situationen? Alle Liebesbriefe verbrennen, alle Fotos löschen, die Locke aus dem Medallion nehmen und im Klo runterspülen? Würd ja passen!!
Oder sich erst mal hinsetzten und anfangen zu verdauen, was die längste Zeit schon unangenehm in meinem Magen herumkollert? Und während ich so sitze und eine Zigarette nach der Anderen rauche, in der Hoffnung an einer toxischen Reaktion drauf zu gehen und in Ermangelung des Mutes härtere Drogen zu probieren, höre ich Rascheln zu meinen Füssen. Langsam schlurft ein Poncho über das Linoleum und ein haariger Brocken in Form eines Hasenköpfchens legt sich auf meine Zehen.
"Bleibt mehr Tequilla für uns", murmelt Hr. Pinokkeles und beißt mich aufmunternt in die Großzehe, ganz sanft. "Wir machen heut so richtig einen drauf!"
"Kannst du behalten", bringe ich mühsam hervor, denn Frust saufen, das hat das letzte halbe Jahr mir mehr als eindeutig gezeigt, bringt immer nur neue Probleme. Vollgekotzte Keramiken, ein Minus am Konto und zu guter Letzt noch den schweren Nebel im Gehirn! Dann doch lieber raus und mich auf die Suche machen. Nach mir selbst.
"Ich zieh Leine!"
Freitag, August 04, 2006
Kopfkino
Während manch Einer ab und an für kurze Zeit ins sprichwörtliche Narrenkasterl schaut, habe ich bereits meinen Meldezettel dort abgegeben. Dauerwohnsitz Phantasiewelt. Vielleicht einer der Gründe warum ich lieber Beifahre als selbst fahre, oder lieber zuhöre als selbst spreche, oder auch nichts dagegen habe den ganzen Tag im Bett zu verschlafen. Weil bei mir im Oberstübchen sowieso die Action tobt, die anderen verborgen bleibt und ich primär immer erstmal abgelenkt bin. Von Allem! Ständig schieben sich Erinnerungen, Visionen einer nahen Zukunft oder einfach unbenannte Hirngespinste zwischen mich und das wirkliche Leben. Oder einen Gesprächspartner!
Wer aber nun glaubt zu wissen, dass es mir aufgrund dieser Veranlagung, denn nichts anderes kann der Hang zum Tagträumen sein, als ein hoffentlich bald modifizierbares Mutantengen, dass von einer an die nächste Generation weitervererbt wird, leichter fällt Entscheidungen zu treffen, da ich ja ohnedies stets in Gedanken bin, der irrt. Und zwar gewaltig! Kopf und Bauch im ewigen Konflikt und Traumfetzen die durch die Streitgespräche ziehen, wie Nebelfetzen an einem diesigen Novemebertag (ich weiß kitschig, musste jetzt aber sein), erleichtern die Entscheidungsfindung nicht gerade erheblich. Was bleibt mir also übrig.
MvK...nun was aber wenn gerade dieser der jenige welche ist, der mir Entscheidungen abfordert?
Hr. Pinokkeles...ich bitte sie, haben sie schon mal versucht ein ernsthaftes Gespräch mit einem halbgriechischen Hasen zu führen?
Fr.Mag.S...an und für sich eine gute Idee, wenn sich betreffende Person nicht schon seit einem guten Monat mittels Autostopp im südlichen Europa herumtreiben würde!
Also bitte! Für Ratschläge, Tipps und Tricks wäre ich allen Lesenden sehr verbunden! Ich könnte mich sogar dazu durchringen als Prämie für den entscheidenen Hinweis das Versprechen abzugeben, keine Novembernebelvergleiche mehr aufs Blatt zu vergewaltigen.
Dienstag, August 01, 2006
Irren ist dämlich
Wie verhält es sich nun mit dem Irrgarten "Leben"?
Berechtigte Frage!
Wüsste ein jeder Mensch um diesen winzigen Unterschied, vergliche man dann das eigene Leben lieber mit einem Irrgarten oder mit einem Labyrinth?
Wie öde muss es sein das halbe Leben monoton, wenn gleich auch in schöner oder einprägsamer Umgebung, zielstrebig in die eine Richtung zu wandern, nur um dann (padauz wie dies?) nach der Hälfte der auf Erden verbrachten Zeit, sich den ganzen Weg retour mühen zu müssen? Wie wenig Neues würde man entdecken? Was für Überraschungen würden dann in der zweiten Halbzeit für uns bereit stehen? Verbräuchte man all seine Höhepunkte schon in der ersten Lebenshälfte, wie eisern muss man sein um sich in der langweiligen Restzeitspanne nicht selbst an einer Dornenhecke aufzuspießen?
Doch nie soll man den Tag vor dem Abend loben!
Ist es nicht viel zu unsicher sein liebes langes/kurzes Erdenleben lang herum zu irren, ohne Anhaltspunkte, ohne Karte, ohne Kompass, nur um bei jeder Wegbiegung festzustellen, dass sich dahinter schon wieder nicht das vegeblich gesuchte Ziel ist, sondern nur andere Hecken und Kieselwege verbergen? Klar wird manch Einer jetzt einwerfen, No Risk - No Fun! Aber jetzt mal ehrlich, zum Preis am Schluss überhaupt nicht bis zum Ende gekommen zu sein, sondern jahrelang einem vielversprechenden Weg gefolgt zu sein, der sich erst kurz vor dem Tod als eine Sackgasse entpuppt hat, welch Einer würde da nicht zur sicheren Variante flüchten und sein Leben lieber im Labyrinth zubringen. Boring, but safe! Vermutlich übrigens zumeist Engländer! Mutmaße ich jetzt einfach!
Bei mir persönlich bricht da erneut der verkappte Rebell durch. Lieber zehn Minuten ehrlich leben, als fünfzig Jahre langsam sterben. Lieber einmal ein Gefühl voll auskosten, als lebenslänglich an einer Bandbreite von Gefühlen nur knapp vorbeizuspazieren. Also ganz nach dem Motto Trial and Error! Wenn ich nicht wage kann ich auch nciht gewinnen, auch wenn es weh tut eines Tages alles vermeintlich Gewonnene wieder zu verlieren.
Samstag, Juli 29, 2006
Liebe auf griechisch
Er kann den ganzen Tag nur an SIE denken, SIE geht ihm einfach nicht aus dem Kopf, selbst wenn er träumerisch in seiner Minihängematte liegt, wandelt SIE neben ihm!
Er kennt sie schon lange und hat sie trotzdem vor Kurzem das erste Mal gesehen. So richtig, mit all ihren Facetten und kleinen Fehlern. Und sie erscheint nur noch liebenswerter.
Was soll er nun tun? Fragt er mich? Und würde es nicht tun, wenn er wüsste wie planlos ich in Sachen (Liebes)Beziehungen bin. Der arme Hr. Pinokkeles. Er hätte sich eine bessere WG-Partnerin wünschen können. Eine erfahrene, die ihm im Leben durchboxen kann. Zur Not auch mal mit den dicken Handschuhen fest auf ein verlorenes Herz klopft und sagt: "Hallo, da bittet jemand um Eintritt und der mag dich also schick ihn nicht weg!" Kann ich aber nicht!
Nicht nur weil ich von Kampfsport jeglicher Art keine Ahnung habe, nicht nur weil meine Nägel frisch lackiert sind, nein viel eher weil ich die Sprache der Liebe nicht mal ansatzweise beherrsche. So hockt er weiter unterm Doldenflieder und schnuppert verliebt an lilafarbenen Blüten und zartem Klee. Gegessen wird nichts, dass macht der Magen nicht mit. Der springt nämlich im Quadrat, bei jedem Treffen, bei jedem Anruf, sogar bei jedem Gedanken an die angebete Häsin.
Klar, dass ich mir da Sorgen mache. Schlottert Peavys Lieblingsponcho doch schon längst mehr als lässig um sein Puschelschwänzchen. Doch das ist das Letzte, was ihm jetzt Sorgen macht!
Wenn seine Augen strahlen als hätte er minderstens zwei Flaschen vom besten Tequilla intus, dann weiß ich bald wird er sie sehen. Und obwohl, oder gerade weil ich, trotz meiner ständig mehr werdenen Jahresringen, immer noch an die Liebe glaube, weiß ich irgendwann kommt der Tag an dem die Beiden zusammen glücklich sein können.
Mal sehen ob ich recht habe.
Freitag, Juli 28, 2006
BH-los durch den Sommer
"Ugah Ugah", brüllte er mir ins frisch gepeelte Ohr welches dezent nach Sun duftete. Nachdem ich nur fragend bis spöttisch eine Augenbraue hochzog, fiel ihm wohl wieder ein das er es jetzt mit einem weiblichem Wesen zu tun hat, denn plötzlich schwenkte er zur hier üblichen Landessprache um. Prolo!
"Herst du schaust total super aus mit dem Rock, mogst wos trinken?" Spöttisch wechselt zu angewidert.
"Kumm i zohl da wos und schau ned so bes, do kriagt ma Folten!" Angewidert wird zu angeekelt.
"No daun tonz wenigst mit mir. Echt i hobs voi drauf!" Schön langsam werd ich ärgerlich, denn Störungen im Feierabendritual vertrag ich nicht besonders gut. Ich reagiere nämlich allergisch!
"Deine Anwesenheit ist hier unerwünscht", versuch ich kurz und knapp die wichtigsten Fakten kompakt für den Neandertaler zusammenzufassen. Ich überleg noch wie ich es wohl in Steinzeitsprache übersetzten könnte, als ich merke dass es auch so angekommen ist. Denn giftig wie das Rumpelstilzchen in Alkoholikerformat packt er mich am Rockzipfel und zischt: "Wauns kane Männerbekanntschaften mochen woits, diarfts ned imma ohne BH herum rennan, do kau ma jo quasi an nix ondres mehr denken! Wos is mitm Summa of lov?"
Rentiert es sich in so einem Fall wirklich diesen jungen Herrn darauf aufmerksam zu machen, dass sowohl summer of love, als auch legendere BH-Verbrennungen und somit die symbolische Befreiung der Frau von auferlegten Zwängen der (Männer)Gesellschaft, schon lägnst stattgefunden haben. Und das der Sommer aus vergangenen Zeiten nicht summer of love getauft wurde, weil alle Hippiemädchen prinzipiell ohne Brustmieder herumgelaufen sind!
Oder macht man es so wie ich und rammt ihm einfach ein kurzberocktes Frauenbein in die Weichteile? Entscheiden sie selbst!
Sonntag, Juli 23, 2006
Urlaubsgrüße an einen Hasen

Lieber Herr Pinokkeles!
Tag 1,
und wie versprochen werde ich dir hier aus Corfu schreiben. Wir sind gerade erst hier im Hotel Family Resort angekommen und bis jetzt gefällt es uns ganz gut, etwas überdimensioniert vielleicht, aber Alle sind nett. Unser Doppelzimmer im Komplex Le Jardin haben wir schon bezogen. Am Hinflug durfte der Copilot das Zeug steuern und hat es geschafft ohne größere Verluste das Mittelmeer zu überqueren. Die Kotze der überaus freundlichen Flugbegleiterin lässt sich bestimmt mit etwas Persil aus meinem Seidenrock entfernen. Jetzt werden wir erstmal die Cocktailbar erkunden. Lg vom Mann vom Klo und lass die Finger vom Gemüsegarten!
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 2,
und es wird immer besser! Dass das dreijährige Nachbarskind länger aufbleibt (und das auch noch ziemlich lautstark) hat den MvK gar nicht so schlimm aufgeregt. Sein Kopf ist nicht mal rot geworden. Jetzt wohnen wir in einem Bungalow ganz in der Nähe von Le Jardin. Es hat nur 5 Stunden gedauert das Zimmer zu tauschen und das Personal ist trotz schlechter Englischkenntnisse sehr hilfsbereit. Heute wollen wir endlich das Meer erkunden, ich hoffe dir gehts gut und du hältst dich von meinen Karotten fern! Lg vom MvK.
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 3,
und die Sonne scheint noch! Gestern haben wir endlich das Meer gesehen und es ist wirklich kaum veralgt. Die Salzwasserduschen die hier alle 500 Meter aufgestellt sind, sind fast überflüssig. Das Zimmer im Doppelbungalow ist nett. Es ist zwar um die Hälfte kleiner als das im Le Lardin (terrible) aber ab zwei Uhr nachts ist es wunderbar still! Das sind halt die Vorzüge eines Last minute Urlaubes. Ich wünsch dir dass es dir genauso gut geht wie uns und du keinen Heißhunger auf meine Salate entwickelst. Lg vom MvK!
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 4,
und es grähmt uns das die Hälfte des Urlaubes schon wieder vorbei ist. Die Sonnenallergie kommt erst jetzt so richtig heraus und auch dem MvK geht es prächtig. Er hat sich in sein ihm angestammtes Refugium zurück gezogen, da er gestern Bekanntschaft mit dem hausgemachten Speiseeis im Le Jardin (miserable) gemacht hat.Ich freu mich noch gar nicht auf zu Hause. Ich weiß du denkst an die Zitronenmelisse, aber halte durch!
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 5,
und die Zeit rinnt wie der grobkörnige, verschmutzte Sand am Strand durch uns´re Finger. Noch nie war ein Urlaub so stimmig. Es ist als stünde alles hier unter dem selben Motto. Gestern hab ich im Speisesaal Pasta al grecco gegessen. Sehr eigener (wahrscheinlich) griechischer Geschmack, sowohl beim Hinuterschlucken, als auch beim Heraufwürgen! Die Cocktailbar haben wir leider immer noch nicht gefunden, das einzige Manco. Lg ruft der MvK aus seiner Kabine.
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 6,
und schon müssen wir diesen Hort der Entspannung und Ruhe wieder verlassen. Worte können die Tränen nicht umschreiben die ich innerlich vergieße. Nach außen hin sind meine Augen durch eine Algenattacke leider verschwollen. Auch der MvK ist sehr betrübt. Er hat heute noch nicht mal einen einzigen Wutschrei losgelassen. Und das obwohl wir schon vier Stunden auf den verspäteten Flieger warten! Die letzte Postkarte aus Corfu, bald werde ich dich wiedersehen.
Der schönste Urlaub meines Lebens,
Fr. Marlen
Donnerstag, Juli 13, 2006
Klare Präferenzen
Ist es normal bei einem Treffen mit einer guten Freundin so aus dem Häuschen zu sein als hätte man sie ein Jahr nicht mehr zu Gesicht bekommen, obwohl eigentlich nur vier Tage seit dem letzten Zusammentreffen vergangen sind und man zusätzlich jeden Tag telefoniert hat? Nicht wirklich würde ich sagen! Zuminderst nicht wenn man dazu sagt, dass man auf den eigenen Partner gut und gerne verzichtet!
Oder vielleicht auch nur gewohnt ist zu verzichten?? Weil er einfach viel zu lange weg war?
Stellt sich nur die Frage ob solche Besitzansprüche bzw. Zusammengehörigkeitsgefühle sich wieder einstellen können!? Und wenn ja, wie stell ich das an? Fragen über Fragen und kein Mensch der eine Antwort darauf weiß. Keine Seele die bereit ist zu helfen!
Also streiten ich und mein Hirn uns alleine weiter, beginnen zu diskutieren, Gründe zu suchen, Lösungsansätze ausfindig zu machen. Das ist etwas dass wir Beide sehr gut beherrschen, wir können uns quasi den ganzen Tag lang still beschäftigen. So zu sagen im inneren Monolog. Auch etwas dass man sich aus Einsamkeit heraus angewöhnt, glaube ich! Also, welche Ratschlüsse haben wir gezogen?
Ersten kann man sich nur mit den Personen ganz wohl fühlen bei denen man hundertprozentig man selbst sein kann. Solche Personen erwerben sich dieses Prädikat durch häufige zeitliche sowie emotionelle Zuwendung, man lässt irgendwann los und fallen. Sich selbst und alle Masken! Dies ist ein Vertrauensbeweis…
Zweitens können Personen die einen Standplatz ganz in unserer Nähe hatten, auch wieder von uns abrücken, indem sie die gemeinschaftlichen Aktivitäten und Gespräche schleifen lassen.
Drittens kann dieser Prozess von Freundschaft schließen und Freundschaft lösen hoffentlich in beide Richtungen stattfinden und so bald wieder geregelte Bahnen in mein Leben einziehen lassen.
Montag, Juli 10, 2006
Viva Italia
Nocheins zu diesem Thema…
Dass so viele Frauen nicht wissen, um was genau es bei der Sportart Fußball eigentlich genau geht, wundert mich nicht mehr, in Anbetracht der Tatsache, dass viele Spiele dieser WM eher einem Boxkampf als einer Ballsportart glichen. Auch Kunstturnen wäre für die eine oder andere Halbzeit als Bezeichnung in Betracht gekommen. Zum Ausrutscher psychopathisch angehauchter Natur eines französischen Nationalspielers, dessen Namen wir hier nicht nennen wollen, fällt mir überhaupt nur noch das Wort Bockspringen ein. Einzige mögliche Ausrede wäre hier die eines missglückten Kopfballversuchs, wobei der muskulöse Bauch des Gegenspielers leider mit dem Ball verwechselt wurde. So schnell kann´s gehen, dass zwei sich nicht mehr verstehen.
Freibad Wahnsinn!
Der Rest der Badbevölkerung lässt sich grob in Adams und Evas unterteilen, die aber wieder rum in ihrer jeweiligen Gruppe alle Unterrollen aufweisen, die das Frauen oder Männerbild in den letzten 2000 Jahren hervorgebracht hat. Bei den weiblichen Badbewohnern sind angefangen von den 90´er Girlie-Mutationen, über die 80´er Nena-Ikonen bis hin zu den 70´er Freikörper-Kultigen, alle Sorten vertreten. Und während ich und mein Halbgrieche sich im Schatten suhlen, ziehen sie sämtliche Registern um bei den männlichen Mitbewohnern Aufsehen zu erregen. Lange Haare wallen über gebräunte Schultern, Bikiniträger verrutschen, gewachste Beine werden wie in der Venuswerbung sinnlich überkreuzt. Und das alles so natürlich, als würde es keiner Frau auch nur für einen Moment in den Sinn kommen, das zu tun, warum sie diesen Hort der Entspannung eigentlich aufgesucht hatte, nämlich sich zurück zu lehnen, die Augen zu schließen und einfach nur abzuschalten!
Nicht das die Männer im Hinblick auf die Genderfrage da besser abschneiden würden. Auch sie können, befindet sich auch nur ein weibliches Wesen in ihrem näheren Umkreis (der sich von 5-10 Kilometer weit erstrecken kann) nicht von übertriebenem Balzverhalten ablassen. Sie strecken ihre Brust heraus, massieren das Sonnenöl sanft in ihre Oberarmmuskel und lassen diese im Gegenlicht sanfte Schatten werfen. Die sportiven schnappen sich Fußbälle und Frisbees und versuchen durch gekonntes Teamspiel von ihren sozialen Fähigkeiten zu überzeugen. Durch übermäßige Lautstärke in Bezug auf ihr Lachen oder für witzig gehaltene Kommentare, wollen sie gleichgeschlechtliche Gegenspieler vom Feld drängen. Dort wo die Musik am lautesten ist wird am besten getanzt! Denken sie zuminderst!
Peavy schüttelt angesichts solcher Blödinnigkeiten höchstens gelangweilt den Kopf Wenn er eine hübsche Häsin entdeckt und mit ihr ins Gespräch kommen möchte, geht er freundlich auf sie zu und mümmelt:“ Lust auf Rammeln?“ Womit sich bei mir die Ansicht bestätigt, dass man(n) ohne Umwege einfach viel leichter ans Ziel kommt!
Sonntag, Juli 02, 2006
Friends

Das ich nicht ganz in den Boden gestampft bin und mit großen Hasenaugen aus dem allerletzten Loch spähe, liegt wahrscheinlich auch nur daran dass es in meinem Leben Menschen gibt, die sich zurecht gute Freunde nennen können. Wenn der Mann vom Klo bei mir mal wieder eine Stippvisite abgehalten hat, nur um kurz darauf wieder ohne große Worte in die Nacht zu verschwinden, dann sind sie es die mir die Stange halten. Im Übertragenen Sinn, denn in Wirklichkeit halten sie Händchen, streicheln durchs Haar und erzählen von einem Leben in dem irgendwann auch mal wieder alles in Ordnung sein wird. Nie maßen sie sich an, mir Rat durch Schläge aufzudrängen, nie wollen sie mehr aus mir herauskitzeln als ich ihnen von selbst ins Gesicht kichere. Aber immer sind sie zur Stelle und auf Streifzug um meine emotionelle Grenze gut bewacht zu wissen.
Was wär ich ohne diese Grenzgänger, die in meinem Leben die Bahnen ziehen die ich dann leichter durchwandern kann. Was würde ich tun ohne die Menschen, die mich in einem Zelt aus Herzlichkeit und immer mit einer bereits geöffneten Flasche Bier empfangen.
Auffangen.
Einfangen, wenn ich schon wieder mal auf Herzensirrwegen durchs Leben pilgere.
Aufpassen, dass mir nichts geschieht und Aufhalten, die, die mir weh tun wollen.
In schlechten Zeiten rücken Menschen näher zusammen. Wenn sie dir so nah sind, dass du sie nie wieder missen möchtest, dann kannst du ihnen den Ritterschlag der Freundschaft spenden. Und getrost dein Zelt neben das ihre aufschlagen, in dem Wissen, dass ihr gemeinsam allen Winden trotzen werdet.
Mittwoch, Juni 28, 2006
Countdown
Nun gut, nichts desto Trotz war der Abend gestern wirklich eingängig, denn nicht nur unsere gute Laune, sondern auch die des großen Wettergottes Peavy werden ihn unvergesslich machen. Ein Sommergewitter ging über uns hernieder, während wir festlich unsere Sektgläser aneinanderklicken ließen. Die Blitze zuckten und ließen uns für kurze Zeit vergessen, wie schwierig es ist in einem hier und heute zu Leben. Sie trugen uns davon in eine strahlende Zukunft, die man sich umso besser ausmalen kann, umso weiter sie noch in der Ferne liegt. Donner grollt am Himmel und lässt dich enger zusammenrücken.
Ist es nicht das, was jeder Mensch braucht? Ein bisschen Nähe, eine Schulter zum Anlehnen, saubere Unterwäsche??
Niemand ist gerne alleine, niemand gerne schmutzig gekleidet. So ergeben sich oft die natürlichsten Symbiosen, wenn wir schon nicht mehr damit gerechnet hätten! Nur geduldig muss man sein, und die Wäsche seines Geliebten einfach mal ein bisschen in der Tonne ruhen lassen!
Niemand ist eine Insel
Obwohl dieses jährliche Vernichtungssaufen nicht wirklich mein Event ist (Was aber nichts mit der konsumierten Menge an Alkohol zu tun hat, ich bin da eher offen) wurde es doch noch ganz amüsant mitanzusehen, wie die Insel der Glück- in die Insel der Bierseeligkeit mutierte. Schade nur dass Hr. Pinokkeles schon nach dem ersten doppelten Tequilla und zehn Minuten Hüpfburg, kotzend im Kreis sprang um kurz darauf unter einem Fliederbusch einzunicken. Der Arme ist soviel Trubel einfach nicht gwohnt.
So blieb mir nichts anderes übrig, als meinen kleinen Trunkenbold liegen zu lassen und alleine weiter zu ziehen. Fr.Mag.S., die in dieser Woche nun schon zum vierten Mal ihre Sponsion feiern wollte war auch dabei. Sie klärte mich zum Abschluss noch, in wissenschaftlicher Manier, über Ursprung, Herkunft und Entwicklung dieser und anderer alter, traditioneller Feste in unserem Heimatland auf, um dann für längere Zeit auf den Dixie-Klos zu verschwinden. Habe ich zum guten Ende also auch noch eine ordentliche Portion Wissen mit nach Hause genommen. In einen akademischen Stand erhoben zu werden ist eine Tatsache die man auch durchaus auf Volksfesten würdig feiern kann und Tequilla in der Mittagshitze sorgt für Übelkeit und Flitze!
Mittwoch, Juni 21, 2006
Unwetter
Was jetzt tun, wenn einem der tierische Untermieter sagt, dass der Zahn der Zeit bereits an deinen Zehen knabbert und es nur eine Frage von Tagen ist, bis der Schimmel des Altseins deinen ganzen Körper überzogen hat. Die moralische Stütze in meinem Leben, nicht Papa Razzi sondern immer noch der Bettelstudent, ist weiterhin krank und blokkiert schon seit mehreren Stunden die Toilette, weswegen er von mir nur mehr liebevoll "Der Mann vom Klo" genannt wird. Von seiner Seite ist also keine Hilfe zu erwarten. Also heraus das schwarze Büchlein und mein Blick bleibt auf Fr.Mag.S. hängen. Auf ihren Titel legt sie Wert, was man ihr nicht übel nimmt, aufgrund der guten Arbeit die sie leistet. Ich bin mir sicher, dass sie einen Abend für mich und meine Sorgen opfern wird.
Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, wie depremierend es sein kann, sich etwas beweisen zu wollen, was nicht mehr nachweisbar ist. In diessem Fall "Jugend".
Also steh ich nun mit Fr.Mag.S. im Lokal unsrer Wahl und wir sind entzückt von der Kundschaft, die meinetwegen noch unter Jugendschutz stehen sollten. Alkohol an Kinder ausschenken, wer macht denn sowas? Begeistert sind wir vorallem auch von der Musikauswahl. Zu Hits aus den 90´ern schwingen wir die ,Krampfadern überzogenen, Beine und entsetze Blicke verfolgen uns. Wir sind der Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, leider nicht aufgrund unseres bezaubernden Aussehens sondern wegen der Skurilität die wir ausstrahlen. Bei Nummern von 50 cent (schreibt man das so??) hingegen geht die Menge total ab. Was ist passiert mit Bands wie "Fettes Brot" oder "Freundeskreis". Man kennt sie heute nicht mehr. Mit hängenden Köpfen beschließt Fr.Mag. gerade autoritär das Gelände zu verlassen, als doch tatsächlich jemand am Nachbartisch aufsteht und...
...uns seinen Sitzplatz anbietet. Die allgemeinen öffentlichen Vekehrsrichtlinien gelten scheinbar neuerdings auch in gut sortierten Nachtclubs. Was soll man dazu noch sagen??
Samstag, Juni 10, 2006
Aha!
So wo war ich...?
Ja, wie gesagt, auch das war noch nicht der schicksalsträchtige Moment, der mich in dieser Weise in Grübeln brachte. Nein, es war ein arglos dasitzender Mann. Am Schoß zwei Pizzakartons und eine Dvd. "Singing in the Rain" ! "Special Edition" !!
Gibt es das tatsächlich, ich dachte es wären Märchen die Soaps uns aufzutischen versuchen. Glasklar wo er hin wollte. Seine Freundin (Wahrscheinlich Traumfigur und Supermodell) überraschen, mit einem Heimabend. Den Film kann er ja nur für sie ausgesucht haben! Wie romantisch es die Beiden wohl gerade haben? Auf einem Bärenfell, vor dem Kamin...Gott, ich hätte sowas auch verdient. Wenn du das hier liest, dann fordere ich meinen Bärenfell-Typen mit sofortiger Wirkung an. Alles andere ist einfach nicht gerecht!
Freitag, Juni 09, 2006
Mag sein, dass das an dem kleinen Sonnen-Anbetungstanz liegt, den ich Hr. Pinokkeles gezwungen habe aufzuführen. Aber das kleine Baströckchen und der Federschmuck sahen an seiner reinweißen Taille einfach zu bezaubernd aus. Ich warte immer noch gespannt auf den Tag, an dem der Verein mit den vier Pfoten an meiner Pforte klinglt um Hr. Pinokkeles in Schutzhaft zu nehmen. Wie auch immer, die Sonne scheint nun, und ich möchte behaupten, dass dies das Risiko durchaus Wert war.
Tröstet mich ja immerhin das gute Wetter, wenn ich auch sonst ab heute unter erschwerten Bedingungen leben muss. Der Mitesser verlangt nach einer Krankenschwester und stöhnt mir die Ohren voll. Er gibt vor kränklich zu sein und wälzt sich nun schon seit geraumer Zeit im Doppelbett! Hin und wieder wirft er mir einen leidenden Blick zu und verlangt nach Tee und Zwieback. So anstrengend es auch ist niemals einen Mann im Haus zu haben, doppelt anstrengend ist es immer von einem belästigt zu werden. Deswegen habe ich auch seit heute Morgen zum katholischen Glauben zurück gefunden und schicke Stoßgebete zwecks baldiger Genesung zum Himmel. Kann man eine Firmung eigentlich auch nachbringen?
Ich wünsch mich nach Rom, dem Zufluchtsort meiner Seele. Sicher zehn mal am Tag kehre ich dorthin zurück, rein gedanklich natürlich nur, wer ürde sonst zur Apotheke eilen? Wenn ich dann auf der piazza del spagna sitze und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lasse, gehen die Mordgelüste ganz von selbst wieder weg!! Komisch oder?
Sonntag, Juni 04, 2006
Ja sie haben schon recht die Herrschaften! Denn auch morgen (Ich weiß Feiertag, aber trotzdem) wird mein Wecker läuten und sich denken: Mag sie nur fröhlich Kurzgeschichten verfassen über Heidi und den ollen Schwitzbert, solange dadurch kein Geld aufs Konto kommt kann ich munter weiter tösen!
Und ich muß dafür noch dankbar sein, denn ich hab ja noch jemanden an der Backe! Nein keinen Mitesser, obwohl er mir die Haare vom Kopf frisst. Also nur soviel, mein weißes Häschen Paevy Pinokkeles (ein Halbgrieche) ist es nicht. Es handelt sich viel mehr um einen ziemlich egoistischen und rücksichtslosen Medizinstudenten, der mir jeden Tag die Ohren damit volljammert, wie schwer er es im Leben hat. Dabei hab ich grad meine eigene Krise (s.o.). Aber so ist wohl das Leben, hart und ungerecht. Und der Einzige, der es verdient hat das Leid mit dir zu teilen, weil du ja immerhin seine Wäsche wäschst und bügelst etc, etc... macht sich keinen Hehl daraus, sondern trabt jeden Tag in die Bibliothek zur geliebten Jasim (P.S.: richtig coole Leute wie mein Freund sprechen das Englisch aus, wollt ich nur gesagt haben!). Wer das ist? Nur eine Lernkollegin, gleich kotz ich! Soviel zu meinem Leben!
Aber wie sagt man so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt! Hoff ich mal...
Peng - Tod!

Normales Mädchen, normales Leben, normal, normal, normal....
Das bin ich, so wie ich jetzt bin und gleichzeitig auch so wie ich immer war und sein werde. Der ganz normale Wahnsinn halt, der einem durchschnittlichem Mädchen/Frau im Leben nun mal so passiert!
Wann hat das Wort normal eigentlich diesen negativen Beigeschmack erhalten. Als wäre es nicht das erstrebenswerteste auf der ganzen Welt einfach nur völlig normal zu sein?