Montag, Juli 10, 2006

Freibad Wahnsinn!

Das ich mir jetzt vorkomme wie eine klischeebehaftete Figur aus einer noch schlechteren Dailysoap als GZSZ, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass ich hier mitten im Kleinuniversum Freibad herum liege und nur so staune. Die Augen sind schon unnatürlich geweitet und das kommt nicht etwa vom psychedelischen Muster auf Hr. Pinokkeles Badeshort, sondern vom absurden Rollenverhalten in diesem Mikrokosmos. Beaufsichtigt wird das Ganze Treiben von einem Hasselhof Verschnitt in rot-weiß, was in Österreich versinnbildlicht wird durch einen korpulenten Mittvierziger, dessen behaarter Bierbauch unschön das weiße Lifeguard-Polo ausdehnt! Er verfügt nun, in einer gottähnlichen Rolle, über brave und schlechte Menschen mit Zuhilfenahme einer Trillerpfeife und bestraft Todsünden wie Beckenrandsprünge mit sofortigen Verweisen aus dem Miniparadies.

Der Rest der Badbevölkerung lässt sich grob in Adams und Evas unterteilen, die aber wieder rum in ihrer jeweiligen Gruppe alle Unterrollen aufweisen, die das Frauen oder Männerbild in den letzten 2000 Jahren hervorgebracht hat. Bei den weiblichen Badbewohnern sind angefangen von den 90´er Girlie-Mutationen, über die 80´er Nena-Ikonen bis hin zu den 70´er Freikörper-Kultigen, alle Sorten vertreten. Und während ich und mein Halbgrieche sich im Schatten suhlen, ziehen sie sämtliche Registern um bei den männlichen Mitbewohnern Aufsehen zu erregen. Lange Haare wallen über gebräunte Schultern, Bikiniträger verrutschen, gewachste Beine werden wie in der Venuswerbung sinnlich überkreuzt. Und das alles so natürlich, als würde es keiner Frau auch nur für einen Moment in den Sinn kommen, das zu tun, warum sie diesen Hort der Entspannung eigentlich aufgesucht hatte, nämlich sich zurück zu lehnen, die Augen zu schließen und einfach nur abzuschalten!

Nicht das die Männer im Hinblick auf die Genderfrage da besser abschneiden würden. Auch sie können, befindet sich auch nur ein weibliches Wesen in ihrem näheren Umkreis (der sich von 5-10 Kilometer weit erstrecken kann) nicht von übertriebenem Balzverhalten ablassen. Sie strecken ihre Brust heraus, massieren das Sonnenöl sanft in ihre Oberarmmuskel und lassen diese im Gegenlicht sanfte Schatten werfen. Die sportiven schnappen sich Fußbälle und Frisbees und versuchen durch gekonntes Teamspiel von ihren sozialen Fähigkeiten zu überzeugen. Durch übermäßige Lautstärke in Bezug auf ihr Lachen oder für witzig gehaltene Kommentare, wollen sie gleichgeschlechtliche Gegenspieler vom Feld drängen. Dort wo die Musik am lautesten ist wird am besten getanzt! Denken sie zuminderst!

Peavy schüttelt angesichts solcher Blödinnigkeiten höchstens gelangweilt den Kopf Wenn er eine hübsche Häsin entdeckt und mit ihr ins Gespräch kommen möchte, geht er freundlich auf sie zu und mümmelt:“ Lust auf Rammeln?“ Womit sich bei mir die Ansicht bestätigt, dass man(n) ohne Umwege einfach viel leichter ans Ziel kommt!

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