Freitag, August 25, 2006

Maulwurfsymptomatik


Das ich mich jetzt mit den Farben, Tönen und Gerüchen meiner Umwelt etwas überfordert fühle, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass ich mich fühle wie ein Maulwurfbaby, das den Kopf zum ersten Mal in seinem Leben aus der Erde herausgestreckt hat. Alles ist so neu, alles ist so anders. Nicht schlecht, nach dem ersten Kulturschock den man unweigerlich erleben muss, aber anders eben!

Wie die Sonne scheint, wie der Wind raschelt, wie die Bienen im Fliederbusch summen. Das Alles stellt sich mir so drastisch dar, als hätte ich es nie zuvor gesehen. Als ob ich den ersten Tag auf dieser Welt wäre. Bin ich ja auch irgendwie, den ersten Tag meines restlichen Lebens. Meines neuen Lebens. Den ersten von vielen, die hoffentlich noch folgen werden.

Und so strauchle ich staunend zwischen all diesen neuen Dingen und Gefühlen herum, und frage mich, wo ich eigentlich die letzten vier Jahre war. Auf einem anderen Kontinent? Auf einem anderen Planeten? Ein ganz anderer Mensch?

Fange an zu entdecken!

Zu entdecken, was ich alles kann, was ich alles will und was ich alles erreichen kann. Lerne wieder von neuem gehen und laufen und sehe wie weit mich meine Beine tragen können, wenn ich es nur will. Beginne wieder zu sehen wie schön das Leben sein kann, wenn man seinen Kopf hoch trägt und nicht hängen lässt.

Es wird nicht leicht sein, alles wieder aufs Neue kennen zu lernen, aber es wird ein Abenteuer. Auf das ich schon gespannt sein darf!

Samstag, August 19, 2006

Glasklar

Das Menschen nicht in Terrarien leben, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass die Welt nicht von Goldfischen regiert wird, die sich einen Spaß daraus machen, einzelne menschliche Kreaturen, verschiedener Rasse in gläsernen Gefäßen zu halten und sie dabei zu beobachten, wie sie wie blinde Stubenfliegen immer wieder gegen die Scheiben donnern. Nur weil sie es nicht besser wissen!

„Man stelle sich nur mal vor“, sinniert Hr. Pinokkeles philosophisch, währenddessen er genüsslich an einem Tequillawurm mümmelt. „Man stelle sich vor wie Vater und Mutter Fisch relaxt vor dem Unterwasserplasmafernsehgerät schwimmen und im Hintergrund die Fischkopfkinder sich darum balgen wer heute das Menschlein füttern darf!“ Frech legt er die Ohren an und grinst fies. Die blauen Augen blitzen.
„Was wäre das Futtermittel der Wahl“, verlange ich zu erfahren. „Wiener Schnitzel oder etwa gar Fischstäbchen?“
„Du guckst wohl niemals ATV“, begehrt mein halbgriechischer Mitbewohner auf (Womit er auch absolut im Recht ist, das besagt ein kühler Blick meinerseits).
„Frittiertes kommt nicht auf den Tisch, nicht mal auf den unter Wasser, denn du bist was du isst!“ Belehrungen seitens eines weißen Kaninchens zeigen dir, wie tief unten du wirklich angelangt bist.
„Also etwas Grünfutter, frisch von der Seegraszucht“, mutmaße ich weiter und Hr. Pinokkeles nickt zustimmend und zieht gleich darauf mit einem schmatzenden Saugeräusch den Unglückswurm begierig in sein Hasenmäulchen. Da muss selbst ich lachen.

Auf die Thematik kamen wir übrigens nach einem gemeinsamen Spaziergang, vorbei an der Filiale einer großen Bäckereikette. Tatsächlich verhält es sich mit den unwissenden Torten- und Krapfenliebhabern so, dass sie für die vorrübergehenden Passanten in der Auslage sitzen, wie Tiere im Käfig. Sozusagen Schönbrunn für Fortgeschrittene! Und während drinnen ältere Damen in Hut und Ausgehkostüm verzückt der Topfentorte und dem Häferlkaffee frönen, kritisieren draußen Menschen und Kaninchen den Lilastich ihrer Dauerwellenfrisuren. Ungerecht, aber so ist das Leben nun mal!

Fußmüde!

Das mein gesamter Körper nun rebelliert und zwar in Form von Übelkeit, Gänsehaut und Muskelzittern, liegt wahrscheinlich auch nur daran das ich schon so lange am Weg bin. Ich bin ihn gegangen, den Jakobsweg. Das Kreuz hab ich getragen und nun hab ichs mit den Bandscheiben, während ich mit griesgrämiger Miene in Nordspanien herum wandere. Zuminderst in meiner Phantasie.

Hätte mein Gehirn Sohlen würden sie nun brennen. Hätte mein Herz eine Wadenmuskulatur wäre es von Krämpfen gebeutelt. Hätte meine Seele Oberschenkeln würde sie Zittern vor Müdigkeit. Und das Alles von einer Reise die nur in meinem Inneren statt gefunden hat. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes Kopfmüde. So stark das mein drittes Auge Schafe zählt und mein Herz gähnt.

In meinen Gedanken bin ich gepilgert, von A nach B! Über Brücken in luftigen Höhen und durch Täler und Wüsten. Hab ich das alleine geschafft. Nein natürlich nicht. Freunde haben am Wegrand auf mich gewartet und mir nasse Schwämme gereicht, Plastikbecher voll mit dem Quellwasser der Unterstützung und Hilfsbereitschaft die sie für mich übrig haben, auf der langen schizophrenen Wanderung durch mein Liebesleben. Nicht selten bin ich masochistisch zum letzten Etappenziel zurück gekehrt, nur um dann nach Kurzem den schmwerzhaften Weg aufs Neue zu beschreiten. Sie haben den Schweiß von meiner Stirn getupft. Den Angstschweiß!

Angst vor dem Weitergehn sowie vor dem Stehenbleiben.
Angst vor der Rückkehr sowie vor dem Ankommen.

Bin ich jetzt da?

Nein ich denke nicht. Noch lange nicht. Und trotzdem weiß ich eigentlich, dass ich nie wieder ganz an den Anfang zurückkehren kann um das Spiel wieder von Vorne zu beginnen. Ich werde nie wieder über LOS gehen, nie wieder meine paar Hundert Euro beheben. Also gehe ich weiter. Zaghaft, aber ich tue es. Abgebrannt nicht nur im materiellen Sinne, ausgebrannt im herkömmlichen Sinne.

In mir die Hoffnung, dass hinter der Ziellinie der Mensch steht der sich darüber freut das ich endlich angekommen bin. Mit der Panik, dass hinter dem roten Band keine Menschenseele auf mich wartet.

Freitag, August 11, 2006

Zieh eine!

Anziehen, Umziehen, Abziehen...
Zieh eine Karte...
Hoppla, der Tod...

Heißt das jetzt was schlechtes?

In meinem Leben hat ziehen gerade einen ganz unangenehmen Beigeschmack, denn obwohl viele es voraus gesehen und manche es herauf beschwört haben, trifft dich etwas mit dem du zwar lange gerechnet hast, das aber dann doch ganz plötzlich passiert, wie das Auspfeifen der Menschenmasse auf deinem ersten Rockkonzert. Irgendwie hast du ja schon geahnt das deine Musik mit Mistmaden mehr zu tun hat, als mit Ohrwürmern, aber wenn man mit negativen Reaktionen dann doch in solcher Offenheit konfrontiert wird, ist es trotzdem traurig. Weil man sich dann nicht mehr einreden kann, dass man es sich nur eingeredet hat. Mundtod!

Es existiert wirklich, die Ablehnung, das Desinteresse und zwar bestätigt durch einen Auszug, oder Umzug. Nein umziehen tut man gemeinsam, zuminderst wenn man ein Paar ist, ausziehen tut man alleine, um kein Paar mehr zu sein. Also ausziehen tut in diesem Fall der MvK.

Das lässt mich annehmen, dass ich nicht mehr länger Teil eines Paares bin, eines wenn auch disfunktionierenden, so doch bis dato bestehenden Paares. Was macht man in solchen Situationen? Alle Liebesbriefe verbrennen, alle Fotos löschen, die Locke aus dem Medallion nehmen und im Klo runterspülen? Würd ja passen!!

Oder sich erst mal hinsetzten und anfangen zu verdauen, was die längste Zeit schon unangenehm in meinem Magen herumkollert? Und während ich so sitze und eine Zigarette nach der Anderen rauche, in der Hoffnung an einer toxischen Reaktion drauf zu gehen und in Ermangelung des Mutes härtere Drogen zu probieren, höre ich Rascheln zu meinen Füssen. Langsam schlurft ein Poncho über das Linoleum und ein haariger Brocken in Form eines Hasenköpfchens legt sich auf meine Zehen.
"Bleibt mehr Tequilla für uns", murmelt Hr. Pinokkeles und beißt mich aufmunternt in die Großzehe, ganz sanft. "Wir machen heut so richtig einen drauf!"

"Kannst du behalten", bringe ich mühsam hervor, denn Frust saufen, das hat das letzte halbe Jahr mir mehr als eindeutig gezeigt, bringt immer nur neue Probleme. Vollgekotzte Keramiken, ein Minus am Konto und zu guter Letzt noch den schweren Nebel im Gehirn! Dann doch lieber raus und mich auf die Suche machen. Nach mir selbst.

"Ich zieh Leine!"

Freitag, August 04, 2006

Kopfkino

Das ich niemals auch nur einen einzigen klaren Gedanken fassen kann, liegt wahrscheinlich daran, dass es in meinem, hübsch anzusehend, Kopf ständig zugeht wie am Rummel. Die Gedanken kreisen, fließen, sprudeln, sie materialisieren sich in alle Richtungen, sie tun nur eines nie...Stillstehen!

Während manch Einer ab und an für kurze Zeit ins sprichwörtliche Narrenkasterl schaut, habe ich bereits meinen Meldezettel dort abgegeben. Dauerwohnsitz Phantasiewelt. Vielleicht einer der Gründe warum ich lieber Beifahre als selbst fahre, oder lieber zuhöre als selbst spreche, oder auch nichts dagegen habe den ganzen Tag im Bett zu verschlafen. Weil bei mir im Oberstübchen sowieso die Action tobt, die anderen verborgen bleibt und ich primär immer erstmal abgelenkt bin. Von Allem! Ständig schieben sich Erinnerungen, Visionen einer nahen Zukunft oder einfach unbenannte Hirngespinste zwischen mich und das wirkliche Leben. Oder einen Gesprächspartner!

Wer aber nun glaubt zu wissen, dass es mir aufgrund dieser Veranlagung, denn nichts anderes kann der Hang zum Tagträumen sein, als ein hoffentlich bald modifizierbares Mutantengen, dass von einer an die nächste Generation weitervererbt wird, leichter fällt Entscheidungen zu treffen, da ich ja ohnedies stets in Gedanken bin, der irrt. Und zwar gewaltig! Kopf und Bauch im ewigen Konflikt und Traumfetzen die durch die Streitgespräche ziehen, wie Nebelfetzen an einem diesigen Novemebertag (ich weiß kitschig, musste jetzt aber sein), erleichtern die Entscheidungsfindung nicht gerade erheblich. Was bleibt mir also übrig.

MvK...nun was aber wenn gerade dieser der jenige welche ist, der mir Entscheidungen abfordert?

Hr. Pinokkeles...ich bitte sie, haben sie schon mal versucht ein ernsthaftes Gespräch mit einem halbgriechischen Hasen zu führen?

Fr.Mag.S...an und für sich eine gute Idee, wenn sich betreffende Person nicht schon seit einem guten Monat mittels Autostopp im südlichen Europa herumtreiben würde!

Also bitte! Für Ratschläge, Tipps und Tricks wäre ich allen Lesenden sehr verbunden! Ich könnte mich sogar dazu durchringen als Prämie für den entscheidenen Hinweis das Versprechen abzugeben, keine Novembernebelvergleiche mehr aufs Blatt zu vergewaltigen.

Dienstag, August 01, 2006

Irren ist dämlich

Das ich nun schon wieder um eine kleine Kleinigkeit gescheiter bin, verdanke ich den verflochtenen Familienbändern. Labyrinth ist nicht gleich Irrgarten, erfuhr ich heut durch die weise Hand, oder vielmehr Zunge meiner Patentante S. Denn im Gegensatz zum Irrgarten, der über viele Verzweigungen und Sackgassen verfügt, so erklärte sie mir mit ruhiger Stimme, beinhaltet ein Labyrinth alleine einen einzigen verschlungene Pfad der in die selbe Richtung hinein, wie auch hinaus führt.

Wie verhält es sich nun mit dem Irrgarten "Leben"?

Berechtigte Frage!

Wüsste ein jeder Mensch um diesen winzigen Unterschied, vergliche man dann das eigene Leben lieber mit einem Irrgarten oder mit einem Labyrinth?

Wie öde muss es sein das halbe Leben monoton, wenn gleich auch in schöner oder einprägsamer Umgebung, zielstrebig in die eine Richtung zu wandern, nur um dann (padauz wie dies?) nach der Hälfte der auf Erden verbrachten Zeit, sich den ganzen Weg retour mühen zu müssen? Wie wenig Neues würde man entdecken? Was für Überraschungen würden dann in der zweiten Halbzeit für uns bereit stehen? Verbräuchte man all seine Höhepunkte schon in der ersten Lebenshälfte, wie eisern muss man sein um sich in der langweiligen Restzeitspanne nicht selbst an einer Dornenhecke aufzuspießen?

Doch nie soll man den Tag vor dem Abend loben!

Ist es nicht viel zu unsicher sein liebes langes/kurzes Erdenleben lang herum zu irren, ohne Anhaltspunkte, ohne Karte, ohne Kompass, nur um bei jeder Wegbiegung festzustellen, dass sich dahinter schon wieder nicht das vegeblich gesuchte Ziel ist, sondern nur andere Hecken und Kieselwege verbergen? Klar wird manch Einer jetzt einwerfen, No Risk - No Fun! Aber jetzt mal ehrlich, zum Preis am Schluss überhaupt nicht bis zum Ende gekommen zu sein, sondern jahrelang einem vielversprechenden Weg gefolgt zu sein, der sich erst kurz vor dem Tod als eine Sackgasse entpuppt hat, welch Einer würde da nicht zur sicheren Variante flüchten und sein Leben lieber im Labyrinth zubringen. Boring, but safe! Vermutlich übrigens zumeist Engländer! Mutmaße ich jetzt einfach!

Bei mir persönlich bricht da erneut der verkappte Rebell durch. Lieber zehn Minuten ehrlich leben, als fünfzig Jahre langsam sterben. Lieber einmal ein Gefühl voll auskosten, als lebenslänglich an einer Bandbreite von Gefühlen nur knapp vorbeizuspazieren. Also ganz nach dem Motto Trial and Error! Wenn ich nicht wage kann ich auch nciht gewinnen, auch wenn es weh tut eines Tages alles vermeintlich Gewonnene wieder zu verlieren.

Samstag, Juli 29, 2006

Liebe auf griechisch

Das sich auch bei mir langsam Frühlingsgefühle breit machen liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass sowas ansteckend zu sein scheint.

Er kann den ganzen Tag nur an SIE denken, SIE geht ihm einfach nicht aus dem Kopf, selbst wenn er träumerisch in seiner Minihängematte liegt, wandelt SIE neben ihm!

Er kennt sie schon lange und hat sie trotzdem vor Kurzem das erste Mal gesehen. So richtig, mit all ihren Facetten und kleinen Fehlern. Und sie erscheint nur noch liebenswerter.

Was soll er nun tun? Fragt er mich? Und würde es nicht tun, wenn er wüsste wie planlos ich in Sachen (Liebes)Beziehungen bin. Der arme Hr. Pinokkeles. Er hätte sich eine bessere WG-Partnerin wünschen können. Eine erfahrene, die ihm im Leben durchboxen kann. Zur Not auch mal mit den dicken Handschuhen fest auf ein verlorenes Herz klopft und sagt: "Hallo, da bittet jemand um Eintritt und der mag dich also schick ihn nicht weg!" Kann ich aber nicht!

Nicht nur weil ich von Kampfsport jeglicher Art keine Ahnung habe, nicht nur weil meine Nägel frisch lackiert sind, nein viel eher weil ich die Sprache der Liebe nicht mal ansatzweise beherrsche. So hockt er weiter unterm Doldenflieder und schnuppert verliebt an lilafarbenen Blüten und zartem Klee. Gegessen wird nichts, dass macht der Magen nicht mit. Der springt nämlich im Quadrat, bei jedem Treffen, bei jedem Anruf, sogar bei jedem Gedanken an die angebete Häsin.
Klar, dass ich mir da Sorgen mache. Schlottert Peavys Lieblingsponcho doch schon längst mehr als lässig um sein Puschelschwänzchen. Doch das ist das Letzte, was ihm jetzt Sorgen macht!

Wenn seine Augen strahlen als hätte er minderstens zwei Flaschen vom besten Tequilla intus, dann weiß ich bald wird er sie sehen. Und obwohl, oder gerade weil ich, trotz meiner ständig mehr werdenen Jahresringen, immer noch an die Liebe glaube, weiß ich irgendwann kommt der Tag an dem die Beiden zusammen glücklich sein können.
Mal sehen ob ich recht habe.

Freitag, Juli 28, 2006

BH-los durch den Sommer

Das ich mich jetzt wieder über einen Typen ärgere, obwohl ich diesem unsinnigen Zeitvertreib eigentlich abgeschworen habe, liegt wahrscheinlich auch nur daran, das betrunkene Männer in jeglicher Hinsicht nur Frust auslösen können. Demzufolge ist es auch ganz normal, dass es nahezu unmöglich ist, nette Jungs beim ausgehen kennenzulernen. Ein Schluck Bier und der Verstand geht flöten, ein Nippen vom Whisky und tausende Jahre voller evolutionstechnisch wichtiger Ereignisse sind wie von der Landkarte gewischt. So kam es also gestern Abend im ersten Wienrgemeindebezirk, dass solch ein Fossil direkt aus dem Mesozoikum versuchte bei mir Fuß zu fassen.

"Ugah Ugah", brüllte er mir ins frisch gepeelte Ohr welches dezent nach Sun duftete. Nachdem ich nur fragend bis spöttisch eine Augenbraue hochzog, fiel ihm wohl wieder ein das er es jetzt mit einem weiblichem Wesen zu tun hat, denn plötzlich schwenkte er zur hier üblichen Landessprache um. Prolo!

"Herst du schaust total super aus mit dem Rock, mogst wos trinken?" Spöttisch wechselt zu angewidert.
"Kumm i zohl da wos und schau ned so bes, do kriagt ma Folten!" Angewidert wird zu angeekelt.
"No daun tonz wenigst mit mir. Echt i hobs voi drauf!" Schön langsam werd ich ärgerlich, denn Störungen im Feierabendritual vertrag ich nicht besonders gut. Ich reagiere nämlich allergisch!
"Deine Anwesenheit ist hier unerwünscht", versuch ich kurz und knapp die wichtigsten Fakten kompakt für den Neandertaler zusammenzufassen. Ich überleg noch wie ich es wohl in Steinzeitsprache übersetzten könnte, als ich merke dass es auch so angekommen ist. Denn giftig wie das Rumpelstilzchen in Alkoholikerformat packt er mich am Rockzipfel und zischt: "Wauns kane Männerbekanntschaften mochen woits, diarfts ned imma ohne BH herum rennan, do kau ma jo quasi an nix ondres mehr denken! Wos is mitm Summa of lov?"

Rentiert es sich in so einem Fall wirklich diesen jungen Herrn darauf aufmerksam zu machen, dass sowohl summer of love, als auch legendere BH-Verbrennungen und somit die symbolische Befreiung der Frau von auferlegten Zwängen der (Männer)Gesellschaft, schon lägnst stattgefunden haben. Und das der Sommer aus vergangenen Zeiten nicht summer of love getauft wurde, weil alle Hippiemädchen prinzipiell ohne Brustmieder herumgelaufen sind!

Oder macht man es so wie ich und rammt ihm einfach ein kurzberocktes Frauenbein in die Weichteile? Entscheiden sie selbst!



Sonntag, Juli 23, 2006

Urlaubsgrüße an einen Hasen


Lieber Herr Pinokkeles!

Tag 1,

und wie versprochen werde ich dir hier aus Corfu schreiben. Wir sind gerade erst hier im Hotel Family Resort angekommen und bis jetzt gefällt es uns ganz gut, etwas überdimensioniert vielleicht, aber Alle sind nett. Unser Doppelzimmer im Komplex Le Jardin haben wir schon bezogen. Am Hinflug durfte der Copilot das Zeug steuern und hat es geschafft ohne größere Verluste das Mittelmeer zu überqueren. Die Kotze der überaus freundlichen Flugbegleiterin lässt sich bestimmt mit etwas Persil aus meinem Seidenrock entfernen. Jetzt werden wir erstmal die Cocktailbar erkunden. Lg vom Mann vom Klo und lass die Finger vom Gemüsegarten!

Wir lassen uns die Laune nicht verderben,

Fr. Marlen!



Tag 2,

und es wird immer besser! Dass das dreijährige Nachbarskind länger aufbleibt (und das auch noch ziemlich lautstark) hat den MvK gar nicht so schlimm aufgeregt. Sein Kopf ist nicht mal rot geworden. Jetzt wohnen wir in einem Bungalow ganz in der Nähe von Le Jardin. Es hat nur 5 Stunden gedauert das Zimmer zu tauschen und das Personal ist trotz schlechter Englischkenntnisse sehr hilfsbereit. Heute wollen wir endlich das Meer erkunden, ich hoffe dir gehts gut und du hältst dich von meinen Karotten fern! Lg vom MvK.

Wir lassen uns die Laune nicht verderben,

Fr. Marlen!



Tag 3,

und die Sonne scheint noch! Gestern haben wir endlich das Meer gesehen und es ist wirklich kaum veralgt. Die Salzwasserduschen die hier alle 500 Meter aufgestellt sind, sind fast überflüssig. Das Zimmer im Doppelbungalow ist nett. Es ist zwar um die Hälfte kleiner als das im Le Lardin (terrible) aber ab zwei Uhr nachts ist es wunderbar still! Das sind halt die Vorzüge eines Last minute Urlaubes. Ich wünsch dir dass es dir genauso gut geht wie uns und du keinen Heißhunger auf meine Salate entwickelst. Lg vom MvK!

Wir lassen uns die Laune nicht verderben,

Fr. Marlen!

Tag 4,

und es grähmt uns das die Hälfte des Urlaubes schon wieder vorbei ist. Die Sonnenallergie kommt erst jetzt so richtig heraus und auch dem MvK geht es prächtig. Er hat sich in sein ihm angestammtes Refugium zurück gezogen, da er gestern Bekanntschaft mit dem hausgemachten Speiseeis im Le Jardin (miserable) gemacht hat.Ich freu mich noch gar nicht auf zu Hause. Ich weiß du denkst an die Zitronenmelisse, aber halte durch!

Wir lassen uns die Laune nicht verderben,

Fr. Marlen!

Tag 5,

und die Zeit rinnt wie der grobkörnige, verschmutzte Sand am Strand durch uns´re Finger. Noch nie war ein Urlaub so stimmig. Es ist als stünde alles hier unter dem selben Motto. Gestern hab ich im Speisesaal Pasta al grecco gegessen. Sehr eigener (wahrscheinlich) griechischer Geschmack, sowohl beim Hinuterschlucken, als auch beim Heraufwürgen! Die Cocktailbar haben wir leider immer noch nicht gefunden, das einzige Manco. Lg ruft der MvK aus seiner Kabine.

Wir lassen uns die Laune nicht verderben,

Fr. Marlen!

Tag 6,

und schon müssen wir diesen Hort der Entspannung und Ruhe wieder verlassen. Worte können die Tränen nicht umschreiben die ich innerlich vergieße. Nach außen hin sind meine Augen durch eine Algenattacke leider verschwollen. Auch der MvK ist sehr betrübt. Er hat heute noch nicht mal einen einzigen Wutschrei losgelassen. Und das obwohl wir schon vier Stunden auf den verspäteten Flieger warten! Die letzte Postkarte aus Corfu, bald werde ich dich wiedersehen.

Der schönste Urlaub meines Lebens,

Fr. Marlen








Ist Fr. Marlen aus dem Haus tanzt Hr. Pinokkeles auf seinem Käfig!

Donnerstag, Juli 13, 2006

Klare Präferenzen

Manchen Personen im Leben steht man näher als Anderen, das liegt wahrscheinlich daran, dass man einfach nicht die gesamte Weltbevölkerung gleich lieb haben kann. Wann aber fangen solche Bevorzugungen an gefährlich zu werden? Im engeren Freundeskreis? In der Familie? In der Beziehung?

Ist es normal bei einem Treffen mit einer guten Freundin so aus dem Häuschen zu sein als hätte man sie ein Jahr nicht mehr zu Gesicht bekommen, obwohl eigentlich nur vier Tage seit dem letzten Zusammentreffen vergangen sind und man zusätzlich jeden Tag telefoniert hat? Nicht wirklich würde ich sagen! Zuminderst nicht wenn man dazu sagt, dass man auf den eigenen Partner gut und gerne verzichtet!

Oder vielleicht auch nur gewohnt ist zu verzichten?? Weil er einfach viel zu lange weg war?

Stellt sich nur die Frage ob solche Besitzansprüche bzw. Zusammengehörigkeitsgefühle sich wieder einstellen können!? Und wenn ja, wie stell ich das an? Fragen über Fragen und kein Mensch der eine Antwort darauf weiß. Keine Seele die bereit ist zu helfen!

Also streiten ich und mein Hirn uns alleine weiter, beginnen zu diskutieren, Gründe zu suchen, Lösungsansätze ausfindig zu machen. Das ist etwas dass wir Beide sehr gut beherrschen, wir können uns quasi den ganzen Tag lang still beschäftigen. So zu sagen im inneren Monolog. Auch etwas dass man sich aus Einsamkeit heraus angewöhnt, glaube ich! Also, welche Ratschlüsse haben wir gezogen?
Ersten kann man sich nur mit den Personen ganz wohl fühlen bei denen man hundertprozentig man selbst sein kann. Solche Personen erwerben sich dieses Prädikat durch häufige zeitliche sowie emotionelle Zuwendung, man lässt irgendwann los und fallen. Sich selbst und alle Masken! Dies ist ein Vertrauensbeweis…
Zweitens können Personen die einen Standplatz ganz in unserer Nähe hatten, auch wieder von uns abrücken, indem sie die gemeinschaftlichen Aktivitäten und Gespräche schleifen lassen.
Drittens kann dieser Prozess von Freundschaft schließen und Freundschaft lösen hoffentlich in beide Richtungen stattfinden und so bald wieder geregelte Bahnen in mein Leben einziehen lassen.

Montag, Juli 10, 2006

Viva Italia

Dass ich zum jetzigen Zeitpunkt weiß, dass Italien sich als Fußballweltmeister bezeichnen darf, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass man einem weißen Häschen in einem blauen Italiendress einfach keinen Wunsch abschlagen kann. So und nur so, kam es Zustande, dass ich gestern mit einem Heineken im und einem Hasen am Arm bei Freunden im Garten saß und mir Fußballschlachtrufe in allen Stimmlagen anhörte. Viva Italia brüllte Hr. Pinokkeles, als die 11 behaarten Männer am Spielfeld endlich den Pokal in Händen halten durften und ihn dementsprechend herzten und küssten .Zur Freude dieser Sportler wir das unmerklich hohe Preisgeld wohl kaum etwas beigetragen haben, natürlich sind allein die sportlichen Werte es die zählen.

Nocheins zu diesem Thema…

Dass so viele Frauen nicht wissen, um was genau es bei der Sportart Fußball eigentlich genau geht, wundert mich nicht mehr, in Anbetracht der Tatsache, dass viele Spiele dieser WM eher einem Boxkampf als einer Ballsportart glichen. Auch Kunstturnen wäre für die eine oder andere Halbzeit als Bezeichnung in Betracht gekommen. Zum Ausrutscher psychopathisch angehauchter Natur eines französischen Nationalspielers, dessen Namen wir hier nicht nennen wollen, fällt mir überhaupt nur noch das Wort Bockspringen ein. Einzige mögliche Ausrede wäre hier die eines missglückten Kopfballversuchs, wobei der muskulöse Bauch des Gegenspielers leider mit dem Ball verwechselt wurde. So schnell kann´s gehen, dass zwei sich nicht mehr verstehen.

Freibad Wahnsinn!

Das ich mir jetzt vorkomme wie eine klischeebehaftete Figur aus einer noch schlechteren Dailysoap als GZSZ, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass ich hier mitten im Kleinuniversum Freibad herum liege und nur so staune. Die Augen sind schon unnatürlich geweitet und das kommt nicht etwa vom psychedelischen Muster auf Hr. Pinokkeles Badeshort, sondern vom absurden Rollenverhalten in diesem Mikrokosmos. Beaufsichtigt wird das Ganze Treiben von einem Hasselhof Verschnitt in rot-weiß, was in Österreich versinnbildlicht wird durch einen korpulenten Mittvierziger, dessen behaarter Bierbauch unschön das weiße Lifeguard-Polo ausdehnt! Er verfügt nun, in einer gottähnlichen Rolle, über brave und schlechte Menschen mit Zuhilfenahme einer Trillerpfeife und bestraft Todsünden wie Beckenrandsprünge mit sofortigen Verweisen aus dem Miniparadies.

Der Rest der Badbevölkerung lässt sich grob in Adams und Evas unterteilen, die aber wieder rum in ihrer jeweiligen Gruppe alle Unterrollen aufweisen, die das Frauen oder Männerbild in den letzten 2000 Jahren hervorgebracht hat. Bei den weiblichen Badbewohnern sind angefangen von den 90´er Girlie-Mutationen, über die 80´er Nena-Ikonen bis hin zu den 70´er Freikörper-Kultigen, alle Sorten vertreten. Und während ich und mein Halbgrieche sich im Schatten suhlen, ziehen sie sämtliche Registern um bei den männlichen Mitbewohnern Aufsehen zu erregen. Lange Haare wallen über gebräunte Schultern, Bikiniträger verrutschen, gewachste Beine werden wie in der Venuswerbung sinnlich überkreuzt. Und das alles so natürlich, als würde es keiner Frau auch nur für einen Moment in den Sinn kommen, das zu tun, warum sie diesen Hort der Entspannung eigentlich aufgesucht hatte, nämlich sich zurück zu lehnen, die Augen zu schließen und einfach nur abzuschalten!

Nicht das die Männer im Hinblick auf die Genderfrage da besser abschneiden würden. Auch sie können, befindet sich auch nur ein weibliches Wesen in ihrem näheren Umkreis (der sich von 5-10 Kilometer weit erstrecken kann) nicht von übertriebenem Balzverhalten ablassen. Sie strecken ihre Brust heraus, massieren das Sonnenöl sanft in ihre Oberarmmuskel und lassen diese im Gegenlicht sanfte Schatten werfen. Die sportiven schnappen sich Fußbälle und Frisbees und versuchen durch gekonntes Teamspiel von ihren sozialen Fähigkeiten zu überzeugen. Durch übermäßige Lautstärke in Bezug auf ihr Lachen oder für witzig gehaltene Kommentare, wollen sie gleichgeschlechtliche Gegenspieler vom Feld drängen. Dort wo die Musik am lautesten ist wird am besten getanzt! Denken sie zuminderst!

Peavy schüttelt angesichts solcher Blödinnigkeiten höchstens gelangweilt den Kopf Wenn er eine hübsche Häsin entdeckt und mit ihr ins Gespräch kommen möchte, geht er freundlich auf sie zu und mümmelt:“ Lust auf Rammeln?“ Womit sich bei mir die Ansicht bestätigt, dass man(n) ohne Umwege einfach viel leichter ans Ziel kommt!

Sonntag, Juli 02, 2006

Friends


Das ich nicht ganz in den Boden gestampft bin und mit großen Hasenaugen aus dem allerletzten Loch spähe, liegt wahrscheinlich auch nur daran dass es in meinem Leben Menschen gibt, die sich zurecht gute Freunde nennen können. Wenn der Mann vom Klo bei mir mal wieder eine Stippvisite abgehalten hat, nur um kurz darauf wieder ohne große Worte in die Nacht zu verschwinden, dann sind sie es die mir die Stange halten. Im Übertragenen Sinn, denn in Wirklichkeit halten sie Händchen, streicheln durchs Haar und erzählen von einem Leben in dem irgendwann auch mal wieder alles in Ordnung sein wird. Nie maßen sie sich an, mir Rat durch Schläge aufzudrängen, nie wollen sie mehr aus mir herauskitzeln als ich ihnen von selbst ins Gesicht kichere. Aber immer sind sie zur Stelle und auf Streifzug um meine emotionelle Grenze gut bewacht zu wissen.


Was wär ich ohne diese Grenzgänger, die in meinem Leben die Bahnen ziehen die ich dann leichter durchwandern kann. Was würde ich tun ohne die Menschen, die mich in einem Zelt aus Herzlichkeit und immer mit einer bereits geöffneten Flasche Bier empfangen.

Auffangen.

Einfangen, wenn ich schon wieder mal auf Herzensirrwegen durchs Leben pilgere.

Aufpassen, dass mir nichts geschieht und Aufhalten, die, die mir weh tun wollen.

In schlechten Zeiten rücken Menschen näher zusammen. Wenn sie dir so nah sind, dass du sie nie wieder missen möchtest, dann kannst du ihnen den Ritterschlag der Freundschaft spenden. Und getrost dein Zelt neben das ihre aufschlagen, in dem Wissen, dass ihr gemeinsam allen Winden trotzen werdet.

Mittwoch, Juni 28, 2006

Countdown

Und plötzlich ist er wieder da, wieder mitten in meinem Leben, das sich eigentlich inzwischen nur mehr um mich selbst gedreht hat! Das mag vielleicht daran liegen, das die Sommerferien endlich heran rücken und die Uni weiter und weiter weg! Vielleicht aber auch nur daran dass ihm die saubere Unterwäsche ausgegangen ist?! Was solls, der Mitesser ist zurück, und deswegen muss gefeiert werden. Wobei manch ein Leser, der mein Leben etwas genauer verfolgt, feststellen wird, dass bei mir so ziemlich jeder Anlass einen Anlass zum Feiern darstellt.

Nun gut, nichts desto Trotz war der Abend gestern wirklich eingängig, denn nicht nur unsere gute Laune, sondern auch die des großen Wettergottes Peavy werden ihn unvergesslich machen. Ein Sommergewitter ging über uns hernieder, während wir festlich unsere Sektgläser aneinanderklicken ließen. Die Blitze zuckten und ließen uns für kurze Zeit vergessen, wie schwierig es ist in einem hier und heute zu Leben. Sie trugen uns davon in eine strahlende Zukunft, die man sich umso besser ausmalen kann, umso weiter sie noch in der Ferne liegt. Donner grollt am Himmel und lässt dich enger zusammenrücken.

Ist es nicht das, was jeder Mensch braucht? Ein bisschen Nähe, eine Schulter zum Anlehnen, saubere Unterwäsche??
Niemand ist gerne alleine, niemand gerne schmutzig gekleidet. So ergeben sich oft die natürlichsten Symbiosen, wenn wir schon nicht mehr damit gerechnet hätten! Nur geduldig muss man sein, und die Wäsche seines Geliebten einfach mal ein bisschen in der Tonne ruhen lassen!

Niemand ist eine Insel

Trotz Affenhitze und, bereits hinter mich gebrachtem, zwölfstündigem Arbeitstag pilgerte ich, wie viele Andere, auch dieses Jahr wieder an den Kanal. Das liegt vielleicht daran, dass Hr. Pinokkeles so nett war mich schon mit angelegter Laufleine und Ausgehkostüm vor den Toren der Arbeit zu erwarten. Ausgehkostüm stellt bei meinem Häschen übrigens ein Poncho samt Sombrero dar. Steht ihm auch wirklich gut!

Obwohl dieses jährliche Vernichtungssaufen nicht wirklich mein Event ist (Was aber nichts mit der konsumierten Menge an Alkohol zu tun hat, ich bin da eher offen) wurde es doch noch ganz amüsant mitanzusehen, wie die Insel der Glück- in die Insel der Bierseeligkeit mutierte. Schade nur dass Hr. Pinokkeles schon nach dem ersten doppelten Tequilla und zehn Minuten Hüpfburg, kotzend im Kreis sprang um kurz darauf unter einem Fliederbusch einzunicken. Der Arme ist soviel Trubel einfach nicht gwohnt.

So blieb mir nichts anderes übrig, als meinen kleinen Trunkenbold liegen zu lassen und alleine weiter zu ziehen. Fr.Mag.S., die in dieser Woche nun schon zum vierten Mal ihre Sponsion feiern wollte war auch dabei. Sie klärte mich zum Abschluss noch, in wissenschaftlicher Manier, über Ursprung, Herkunft und Entwicklung dieser und anderer alter, traditioneller Feste in unserem Heimatland auf, um dann für längere Zeit auf den Dixie-Klos zu verschwinden. Habe ich zum guten Ende also auch noch eine ordentliche Portion Wissen mit nach Hause genommen. In einen akademischen Stand erhoben zu werden ist eine Tatsache die man auch durchaus auf Volksfesten würdig feiern kann und Tequilla in der Mittagshitze sorgt für Übelkeit und Flitze!

Mittwoch, Juni 21, 2006

Unwetter

Der Regenmacher sitzt jetzt unter der roten Ledercouch und sieht ganz und gar harmlos aus. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass halbgriechische Hasen einfach nicht böse dreinschauen können. Nicht nur, dass Hr. Pinokkeles die Sonne scheinen lassen kann, nein er kann auch Stürme, zuminderst der emotionellen Art, entfachen. Diesmal hat er keinen Beschwörungstanz mit Totenköpfen, Fledermäusen oder ähnlichen Untensilien vom Zaun gebrochen, sondern einen monströsen Streit. Und zwar in dem er mir einfach direkt auf die Knöcheln guckte (er kann seinen Kopf nicht anheben) und mir erklärte wie sehr ich in der letzten Zeit gealtert bin. Der Babywahn, welchem ich in letzter Zeit von viel zu vielen Seiten her ausgesetzt war, ist natürlich auch an Hr. Pinokkeles nicht spurlos vorrüber gegangen. Mit seinem tiefblauen Hasenaugen sah er mich an und grunzte: "Die Knöchel liegen vor mir wie ein aufgedunsenes, ungebügeltes Leintuch! Wie kann man Falten und Wassereinlagerungen zur selben Zeit in nur einem Fuß unterbringen! Fr. Marlen du bist ein logistisches Talent." Daraufhin verzog er sich unter das Sofa, weil er den Flip-Flop, der als einziges Kommentar meinerseits gelten sollte, kommen sah.

Was jetzt tun, wenn einem der tierische Untermieter sagt, dass der Zahn der Zeit bereits an deinen Zehen knabbert und es nur eine Frage von Tagen ist, bis der Schimmel des Altseins deinen ganzen Körper überzogen hat. Die moralische Stütze in meinem Leben, nicht Papa Razzi sondern immer noch der Bettelstudent, ist weiterhin krank und blokkiert schon seit mehreren Stunden die Toilette, weswegen er von mir nur mehr liebevoll "Der Mann vom Klo" genannt wird. Von seiner Seite ist also keine Hilfe zu erwarten. Also heraus das schwarze Büchlein und mein Blick bleibt auf Fr.Mag.S. hängen. Auf ihren Titel legt sie Wert, was man ihr nicht übel nimmt, aufgrund der guten Arbeit die sie leistet. Ich bin mir sicher, dass sie einen Abend für mich und meine Sorgen opfern wird.

Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, wie depremierend es sein kann, sich etwas beweisen zu wollen, was nicht mehr nachweisbar ist. In diessem Fall "Jugend".

Also steh ich nun mit Fr.Mag.S. im Lokal unsrer Wahl und wir sind entzückt von der Kundschaft, die meinetwegen noch unter Jugendschutz stehen sollten. Alkohol an Kinder ausschenken, wer macht denn sowas? Begeistert sind wir vorallem auch von der Musikauswahl. Zu Hits aus den 90´ern schwingen wir die ,Krampfadern überzogenen, Beine und entsetze Blicke verfolgen uns. Wir sind der Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, leider nicht aufgrund unseres bezaubernden Aussehens sondern wegen der Skurilität die wir ausstrahlen. Bei Nummern von 50 cent (schreibt man das so??) hingegen geht die Menge total ab. Was ist passiert mit Bands wie "Fettes Brot" oder "Freundeskreis". Man kennt sie heute nicht mehr. Mit hängenden Köpfen beschließt Fr.Mag. gerade autoritär das Gelände zu verlassen, als doch tatsächlich jemand am Nachbartisch aufsteht und...

...uns seinen Sitzplatz anbietet. Die allgemeinen öffentlichen Vekehrsrichtlinien gelten scheinbar neuerdings auch in gut sortierten Nachtclubs. Was soll man dazu noch sagen??

Samstag, Juni 10, 2006

Aha!


Wenn dieses Riesenvieh Beschwörungstänze aufführt, kann ja nichts gutes dabei rauskommen. Mehr zu Hr. Pinokkeles Hobby erfährst du in Kürze!

Heute ist die Nacht mal wieder dunkler als schwarz! Mag sein dass das daran liegt, dass ich die Augen einfach nicht richtig offen habe, aber wer kann angesichts einer tonnenschweren Last schon blauäugig durch die dunklen Gassen traben. Tonnenschwer hat mich heute nämlich ein Blitz samt Ladung getroffen, während ich mit der U-Bahn heimwärts gegondelt bin. Das Ereignis des Öffi Gebrauchs ist zwar manchmal mühsam, aber deswegen noch kein Grund Frust zu schieben. Die Tatsache, dass ich von einer Familienzusammenkunft (Anlass war der erste Geburtstag meines Großneffen der bei meinem Amblick jedesmal weinerlich das Gesicht verzog) anfuhr war zwar übel, aber auch nicht so schlimm. Obwohl meine Mutter wie nebenbei fallen ließ, dass Vater fände es wäre nun auch für mich endlich mal Zeit einen Babybauch vorzuführen. Familientreffen, darüber könnte ich mich Seitenweise auslassen. Nein wirklich! Jeder denkt er wäre am schlimmsten dran, doch schon dutzender fremder Leute haben beim Anblick meiner Teufelsbrut angefangen, Kerzen in Kathedralen für mich zu entzünden.

So wo war ich...?

Ja, wie gesagt, auch das war noch nicht der schicksalsträchtige Moment, der mich in dieser Weise in Grübeln brachte. Nein, es war ein arglos dasitzender Mann. Am Schoß zwei Pizzakartons und eine Dvd. "Singing in the Rain" ! "Special Edition" !!

Gibt es das tatsächlich, ich dachte es wären Märchen die Soaps uns aufzutischen versuchen. Glasklar wo er hin wollte. Seine Freundin (Wahrscheinlich Traumfigur und Supermodell) überraschen, mit einem Heimabend. Den Film kann er ja nur für sie ausgesucht haben! Wie romantisch es die Beiden wohl gerade haben? Auf einem Bärenfell, vor dem Kamin...Gott, ich hätte sowas auch verdient. Wenn du das hier liest, dann fordere ich meinen Bärenfell-Typen mit sofortiger Wirkung an. Alles andere ist einfach nicht gerecht!

Freitag, Juni 09, 2006

Der Sommer ist zurück gekehrt!
Mag sein, dass das an dem kleinen Sonnen-Anbetungstanz liegt, den ich Hr. Pinokkeles gezwungen habe aufzuführen. Aber das kleine Baströckchen und der Federschmuck sahen an seiner reinweißen Taille einfach zu bezaubernd aus. Ich warte immer noch gespannt auf den Tag, an dem der Verein mit den vier Pfoten an meiner Pforte klinglt um Hr. Pinokkeles in Schutzhaft zu nehmen. Wie auch immer, die Sonne scheint nun, und ich möchte behaupten, dass dies das Risiko durchaus Wert war.

Tröstet mich ja immerhin das gute Wetter, wenn ich auch sonst ab heute unter erschwerten Bedingungen leben muss. Der Mitesser verlangt nach einer Krankenschwester und stöhnt mir die Ohren voll. Er gibt vor kränklich zu sein und wälzt sich nun schon seit geraumer Zeit im Doppelbett! Hin und wieder wirft er mir einen leidenden Blick zu und verlangt nach Tee und Zwieback. So anstrengend es auch ist niemals einen Mann im Haus zu haben, doppelt anstrengend ist es immer von einem belästigt zu werden. Deswegen habe ich auch seit heute Morgen zum katholischen Glauben zurück gefunden und schicke Stoßgebete zwecks baldiger Genesung zum Himmel. Kann man eine Firmung eigentlich auch nachbringen?

Ich wünsch mich nach Rom, dem Zufluchtsort meiner Seele. Sicher zehn mal am Tag kehre ich dorthin zurück, rein gedanklich natürlich nur, wer ürde sonst zur Apotheke eilen? Wenn ich dann auf der piazza del spagna sitze und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lasse, gehen die Mordgelüste ganz von selbst wieder weg!! Komisch oder?