Freitag, April 20, 2007

Letztens beim Fortgehen

Wer sich nicht vorstellen kann, wie sehr ich im letzten Jahr gereift bin,dem präsentiere ich hier eine Zwischenbilanz. Lustige Leute feiern den lustigen Geburtstag von Fr.Mag.S., die inzwischen auch wieder ein Jahr mehr auf dem krummen, aber gut gepflegten Buckel hat, mit einem exzessiven Trink-In.

Noch vor 365 Tagen kamen wir uns vor wie Blinde unter Einäugigen, man erinnere sich an das Fiasko im U4. Sitzplätze wurden uns Angeboten, auch chemische Helferlein. Allerdings nicht Designerdrogen sondern Botox und andere Nervengifte. Statt Freundeskreis die Hardcorerapper und statt Hardrock Pop-Flop!

Nach nur einem Jahr Erholungspause(etwas mehr Regenerationszeit wäre angebracht gewesen), haben wir erneut einen Versuch gestartet und uns zum wöchentlichen Studententreff gewagt. Die Umstände waren günstig, wie gesagt war der Blutalkoholspiegel schon leicht erhöht, etwaige Vorurteile gemindert und dass Sichtfeld eingeschränkt und positiv getrübt. Doch so mancher Anblick ließ uns dennoch schon nach kurzer Zeit erzittern. Falls diese "Menschen", die dort ihr Unwesen trieben wirklich und rechtmäßig ordentliche Studenten gewesen sein sollten, dann kann ich nur zu folgendem Schluss kommen. Die WU macht neuerdings Exkursionen ins Nachtleben, um zu lernen, wie man harmlose Kleinverdiener wie uns mit Alkohol und schlechter Musik gefügig machen kann.

Ich und der Gesundheitsminister warnen...versuchen sie nicht öfter als einmal im Jahr ihr wirkliches Ich zu verhöhnen und sich einzureden sie sind nach wie vor 18 und Hipp-Teen.

P.S.: Lassen sie weiters ebenso die Finger von der BlueJean die sie damals trugen. Ihre Körperwahrnehmung könnte sich sonst radikal negativ verändern!!

Dienstag, April 17, 2007

Letztens im Kino

Wer sich nicht vorstellen kann, wie ein typischer Kinoabend bei mir und der berühmten Angie so aussieht, kann sich natürlich jederzeit gerne dazu gesellen. Er sei aber vorab gewarnt, es sind nicht immer die leichtesten Unternehmungen, welchen wir uns hier stellen. Abenteuer von Anfang bis Ende, und immer die Gefahr im Nacken...

Es beginnt schon alleine bei der Filmauswahl, da wir meistens Beide nicht wissen, was gerade läuft und die elektronische Anzeige in unserem Lieblingskino schon seit über sechs Monaten außer Betrieb ist. Also los vor zur Kasse und die nette Schalterbeamtin von Nebenan nerven.
"Was denken sie denn, jetzt mal so als Fachkraft, welcher Film ist besser? X oder Y?" Die blonde Kinofachkraftfrau versprüht gestresste Blicke und entscheidet sich schweren Herzens für einen der genannten Filme. Wenn die gute Angie dann auch noch zu erfahren verlangt ob der Film denn lustig sei, die Blondine dies zögernd verneint, wohl aus Angst, das Beratungsgespräch in die Länge zu ziehen, und Angie gerade ob dieser Antwort verzückt mit dem Kopf nickt, sehnt sich Blondie nach dem AMS zurück.

Die Auswahl des Kinosnacks ist das nächste Hindernis. Nachos oder Popcorn. Popcorn oder Nachos. Und wenn Nachos, dann mit einer oder zwei Soßen? Keine Angst, den Snackverkäuferfacharbeiter verwickeln wir nicht in bedrängende Verkaufgespräche, aber auch nur aus Angst, vor der Menschenmenge hinter uns mit Fackeln aus dem Kino gejagt oder anderweitig gelyncht zu werden.

Schließlich endet auch wieder Alles mit der Filmauswahl auf. Und wie schon gesagt, lustig sind sie meistens nicht. Eher bestürzend, verwirrend, grauslich im sozial-ethischen Sinne, etc...So verlassen wir den Kinosaal häufig als die letzten Beiden Personen, obwohl sich selten mehr als fünf Menschen mit uns in einem Saal befinden.

Wer jetzt immer noch Lust hat uns zu begleiten, scheut euch nicht euch zu melden, es wird bestimmt wieder für ALLE Beteiligten ein unvergesslicher Abend.

Dienstag, April 10, 2007

Körperkult(ur)



Wer sich nicht vorstellen kann, dass dies meiner eigenen, bescheidenen Siluette mehr als genau entspricht, der hat mich wirklich schon lange nicht mehr gesehen. Nach nunmehr einmonatigem, strengen Fitnessworkout, mit Kollegin Nici, haben Muskelgruppen von meinem Körper Besitz ergriffen, von denen ich noch nicht einmal geahnt hatte, dass ich sie beherberge. Doch nachdem ihr Dornröschenschlaf nun beendet wurde, schreiten sie raumfordernd voran. Dem Sommerurlaub in Brasilien steht also nichts mehr im Wege.
Natürlich stößt solch außergewöhnlich gutes Aussehen nicht nur auf Respekt und Bewunderung, nein, auch mit Neidern muss ich mich in letzter Zeit häufig herumschlagen. Doch auch Neid muss man sich erst verdienen! Aber wenn Hr. Pinokkeles missmutig in der Wohnung herum wandert, weil nun nicht mehr sein süßes Hinterteil im Mittelpunkt aller Interesse steht, kann dies schon etwas nerven. Als er dann auch noch angefangen hat, mir heimlich Butter in den Kaffee zu rühren, musste ich zu harten Maßnahmen greifen, und ihn bei den ATF einschreiben lassen. Um was es sich hierbei handelt.
ANONYME TORTILLIACHIPSFRESSER!!
Von nichts kommt eben nichts....

Freitag, April 06, 2007

Wenn der weiße Flieder wieder...

Wer sich nicht vorstellen kann, wie schön es in meinem Gärtchen derzeit ist, der kann mir nur Leid tun. Überall grünt und blüht es. Der Zierkirschenstrauch japanischer Abstammung, entfaltet ein schneegestöbergleiches Wirrwarr auf der zarten Frühlingswiese, wie es sonst nur in kitschigen Kristallkugeln vorkommt. Einfach nur herrlich.

Ein dreifaches Hoch auf den Frühling! Hip Hip Hurra!

Allerdings entsteht so eine Pracht aus Tulpen, Narzissen und Veilchen nicht über Nacht. Jemand hat sich da große Mühe gegeben, für alle die es nicht ahnen, dieser jemand ist, wer soll es auch sonst sein, ich, die ganzen, kleinen Zwiebeln in die Erde zu bringen. Und dafür war schon mal der ein oder andere Besuch beim Blumenmarkt nötig. Wer glaubt dort geht es zu, wie Sonntags in der Kirche, irrt gewaltig. Es gleicht eher Feiertags am Kirtag. Und zwar nicht Achterbahn oder Karussell, sondern der Monstrositätenshow im Gruselkabinett. Von der bärtigen Frau bis zum bauchfreien Burgenländer ist dort Alles vertreten! Sie rammen dich mit dem zweistöckigen Einkaufswaagen beiseite, als wären sie Jochen Rindts verloren geglaubten Söhne, nur um auch ja die besten Pelargonien zu ergattern. Sie pflücken heimlich die Erdbeeren von der Verkaufsware, denn das ist der Vorgeschmack auf die nachfolgende Leberkäs'semmel. Und zu guter Letzt mogeln sie sich an der Kasse auch noch vor. Zu Hobbiegärtnern fällt mir nur ein - Wehe wenn sie losgelassen.

Doch die neidischen Blicke der Passanten auf mein wohlgehegtes Gärtchen, sind mir die Strapazen mehr als wert.

Freitag, März 30, 2007

Das schwarze Loch Liebeskummer

Wer sich nicht vorstellen kann wie aufwendig die Pflege eines schwer depressiven Zwergkaninchens sich ab und an gestaltet, kann hier Orts gerne jederzeit Recherchen darüber einholen. So Zeitaufwendig sogar, dass man nicht einmal dazu kommt, es aufzuschreiben. Festzuhalten für die Nachwelt. To whom it may ... naja, ihr wisst ja was gemeint ist.

Er fraß keine einzige Karotte mehr, noch nicht mal Tortillia Chips. Trank kein Wasser und auch kein Bier. Selbst das Gras stapelt sich bis unters Dach, weil der potentielle Abnehmer den langen, lieben Tag nichts anderes tut, als stoisch aus dem Fenster zu glotzen und Libellen zu zählen. Versteht mich nicht falsch. Ich mag die fliegenden Kleindrachen sehr gerne, aber das muss dir mal einfallen.

Don't worry be happy, hab ich ihm ins Ohr gesäuselt. Auch andere Mütter haben Haustiere und natürlich den Klassiker, auch für dich gibt es eine Häsin die nur auf ihren Decker wartet. Oder auf einen Topf. Oder wie war das nochmal??

Bitte jetzt keine Massenmitleidmails, das schlimmste ist überstanden. Der Frühling steht ins Haus und auch wir Beide kommen jetzt aus unserem Loch gekrochen. Die Liebe ist eben nunmal ein seltsames Spiel!

Sonntag, Februar 11, 2007

Surprise, Surprise


Man glaubt es kaum, man kann es nicht fassen, man ist (über)bestürzt vor Freude. Und wenn es ihnen schon so geht, wie glauben Sie habe ich mich erst gefühlt? Nach mehrmonatiger Abwesenheit, einer überstürzten Flucht und nichts als einem Post-it als Abschied, wurde endlich eine Nachricht von Hr. Pinokkeles angespült. Was auf dem Schmierzettel stand?

Bin mit Punchal auf in die Heimat. Auf uns wartet ein besseres Leben. Wir lieben
uns und schicken Photos vom Nachwuchs. In ewig ein Mitbewohner(deines
Herzens),
Peavy!
Und nun endlich, nach langem Warten, Bangen und Hoffen die ersten bedeutsamen Zeilen meines geliebten Kaninchens, der sich aufmachte um die Welt zu erobern. Was da geschrieben stand?
Katzen sind scheiße! Bin
in einer Woche zu Hause, besorg' was zu kiffen! Bis bald,
P.

Legenden...

Es ist schwer vom Glück zu erzählen, wenn es für jemanden selbst schon mehrere Jahre zurück liegt, den wolkenlosen Himmel gesehen zu haben. Und noch schwerer, wenn man dann, nach eingehendem Nachdenken, feststellen muss, dass selbst dieser Himmel nur ein Schattenbild war.

Also haben wir Alle nur die Wahl zwischen diesen zwei Arten sich Selbst zu zerstören. Die Wahl zwischen zwei Arten zu lieben...

Du liebst einen (A)Mann, du liebst ihn bedienungslos, forderst NICHTS im Gegenzug dazu. Erhälts auch nur das was du forderst, im besten Fall. Du liebst ihn aufgrund seiner Wildheit und Entschlossenheit. Liebst ihn aufgrund dessen, was er ist. Ein unbezähmbares Tier, das, auch wenn es dir Zuneigung entgegen bringt, dir doch nie gehören wird. Immer wild sein wird. Du bleibst einsam und unverstanden!

Du entscheidest dich, wahrscheinlich wider besseren Gewissens, für einen (B)Mann, den du niemals respektieren wirst. Jemand der dich ungefragt, auf bloßen Händen in den Himmel tragen wird. Ein Himmel, der für dich immer nur unerträglich heiß und langweilig sein wird. Er wird dir jeden Wunsch von den Augen ablesen und dich doch niemals ganz ergründen können. Du bleibst einsam und unverstanden.

Oder C: Du bleibst einsam, aber wenigstens dir Selbst treu. Du wirst alleine sein, aber wenigstens verleugnest du dich nicht. Du wirst wahrscheinlich ebenfalls einsam und unverstanden sterben!

Doch wenn sich jemals wieder wolkenloser Himmel zeigen sollte, dann weißt du, die Sonne scheint nur für dich!

Best of presents...

Der eindeutige Vorteil daran ein Jahr älter zu werden, liegt in den vielen, vielen tollen Geschenken, die man danach sein Eigen nennen darf. Oder eigentlich auch davor, ist ja noch nicht ganz soweit! Da haben sich heuer einige Leute große Gedanken zu diesem Thema gemacht und einen Querschnitt durch all meine Freizeitbeschäftigungen gezogen...

Das erstePackerl, quadratisch, praktisch, gut, war aus Hartpapier und nennt sich weitläufig "Buch". Toll, hatte ich bisher noch nicht! (Etwas mit dem man mir immer eine Freude machen kann, obwohl es sich für entferntere Freunde, die nicht gerade in meinen Bücherregalen Staub wischen, zunehmend schwerer gestaltet, eines zu finden, welches ich noch nicht kenne)

Das zweite Geschenk, klein, glitzernd und mit vielen Glasperlen, nein kein Traumfänger, sondern eine einnehmende Halskette, die meinen Geschmack voll getroffen hat. Danke (Trommelwirbel, du wirst wieder namentlich erwähnt) Angie!

In der Reihe setzte sich das Auspacken fort, Ritsch Ratsch - Papier ab und erstaunte, freudige Ohh und Ahh Ausrufe! Doch dann ... und das stimmt mich bedenklich ... was denkt mein Freundeskreis nur über mich, wenn man mir an meinem Ehrentag folgendes überreicht:

(noch dazu mit den Worten: Ich weiß du brauchst das)


SCHNAPSGLÄSER!


Schande über mein Haupt!

Donnerstag, Februar 08, 2007

Altern in Würde

Erich Maria Remarque; deutscher Schriftsteller (1989 - 1970)


Vergessen können ist das Geheimnis ewiger Jugend. Wir werden alt durch Erinnerung.
So nehme ich denn Abschied, schweren Herzens, von meiner Jugend, und gehe mit meinem Säckchen Erinnerungen tapfer weiter. Es gibt wahrscheinlich auch schlimmeres, als 25 zu werden. Das werde ich dann nächstes Jahr um diese Zeit feststellen!!
Ist euch eigentlich dieser Oldie: "Ich zähle täglich meine Sorgen" bekannt? Kann man den wohl auch auf Falten umlegen? (Ich zähle täglich meine Falten, denn ich falt' mich sehr?)

Mittwoch, Februar 07, 2007

Ab in die Mitte V

Du durchwanderst ein Tor aus schwarzem Gestein und bewunderst noch die ursprüngliche Architektur. Da breitet er sich vor dir aus und nimmt dir fast dir Luft zum Atmen. Ein riesiger See aus glimmender Flüssigkeit, hier und da brodelnd und ein schmaler Grat der direkt in dessen Mitte zu führen scheint. Unbekümmert gehst du weiter und befindest dich bald auf dieser winzigen Plattform, mitten im Leben. Es erstaunt dich nicht wenig hier ein solches Objekt zu sehen. Eisen in den Stein gegossen. Unerschütterlich verwurzelt, den Jahren und Jahrzehnten trotzend die kantige Form entgegenreckend. Das letzte Mal, dass du solch ein Ding benutztest, liegt weit zurück. Es war in der Volksschule, eine Exkursion auf den Kahlenberg, wo man solche Ferngläser mit glitzernden Münzen füttern musste, um sich ihre Dienste zu sichern. Wer hätte es gedacht, sogar im spirituellen Brennpunkt herrscht Profitgier vor. Besorgt, denn all dein Kleingeklimper liegt mehrere Etagen höher, in der rückwärtigen Hosentasche deiner Jeans, nimmst du die Touristenattraktion näher unter die Lupe. Nein, sieh mal an, die Götter der Unterwelt erweisen sich gnädiger, als gedacht. Der erste Blick durch das magische Kaleidoskop ist kostenlos. Hoffentlich nicht umsonst. Jetzt musst du dich doch für einen Moment setzten.

Spekulierst, was wird dich wohl erwarten? Was ist der Sinn des Lebens, wen oder was wirst du am anderen Ende der Röhre sehen? Gott? Einen Auftrag? Deine Zukunft? Der Mut verlässt dich, obwohl die Neugierde nicht abnimmt. Allein, will man wirklich wissen, was im Leben auf einen zukommt. Möchte man das erfahren, was sonst keiner weiß? Sich heraus heben aus der breiten Masse? Um den Preis, dann noch einsamer zu stehen, als zu Beginn der Reise? Du überlegst!
Hinter dir nimmt die Geräuschkulisse zu und du wendest den Kopf. Überrascht, aber dann doch nicht wirklich, sie Alle hier vereint zu sehen. Das Brummen, das Johlen, das Fiepen. Senior, Teenager und Junior! Ein flottes Gespann. Sie wollen dir etwas sagen, rufen und raunen dir etwas hinter die Ohren. Nur zu, nur zu! Nun trau dich doch! Und obwohl du deine Brille abgelegt hast siehst du endlich klar. Siehst den winzigen Teil von dir, in ihnen. Die Zeit vergeht und wird nicht still stehen, auch nicht für dich. Also nutzt du sie und rappelst dich erneut auf.

Zwei Schritte vor dir die Antwort auf all deine Fragen. Und mit neuem Mut gehst du voran und wagst den Blick, gefasst alles zu sehen, was auch immer es sein mag. Genug Versteck gespielt, genug gesucht, du bist bereit zu finden. Und was erblicken deine wandermüden Augen nun endlich.

Niemand anderen als dich selbst, in winziger, spiegelverkehrter Pose. Da lacht der kleine Spiegel-Karl-Werner und hebt erfreut die Hand zum Gruß. Zwinkernd winkt er dir zu und formt den Mund zu Worten die du mehr fühlst, als hörst. Gut gemacht!

Ab in die Mitte IV

Und da denkst du, welch ein Glück, dass es endlich passiert. Da wird dir erst klar, wie lange du schon nach diesem Weg ausgeguckt hast, gesucht hast. Wohin gehen, wo einbiegen, links oder rechts, vor oder zurück? Nun hast du einiges an Strecke zurück gelegt und allmählich fast dein gesamtes Leben Revue passieren lassen. Auch wenn noch nicht viel davon vorbei ist, so war dir doch nie klar warum die Dinge so liegen, wie sie sich nun mal vor dir ausbreiten. Ähnlich einem irrwitzigem Mikadospiel, bei dem du immer wissen wolltest, wie du es schaffen könntest, an den bunten Zwanzigpunkte-Stock heran zu kommen, ohne die anderen zu bewegen, möchtest du nun endlich erfahren, warum diese verfluchten Stäbchen überhaupt so wirr in der Gegend herum faulenzen. Da hat sich plötzlich die Spalte aufgetan, vor deiner Nase, am Weg zur Bildungswerkstatt, so unvorhergesehen, wie Tulpen im Jänner. Der Klimawandel ist schuld. Schuld, dass alles sich gewandelt hat, dein ganzes Leben. So als ob Vollmond alleine für dich nicht gereicht hätte. Nein, du brauchtest einen Extraschubs in die richtige Richtung. Da hast du nun endlich eingesehen, dass es egal zu sein scheint, ob Menschen die dein Leben kreuzen nun Beate, Elisabeth oder L. Freudmann hießen. Weil am Ende da stets bloß nur ein Einziger bleibt. Karl-Werner! Karl-Werner in Shorts und T-Shirt, denn die Wärme steigert sich in brütende Hitze. Und die 501'er schmiegt sich elegant an eine Treppenstufe. Stonewashed, im wahrsten Sinne des Wortes. Only the Lonely pfeifst du vor dich hin, und wunderst dich selbst über deine Sorglosigkeit. Warum du jetzt gerade an Del Shannon denken musst, ist dir nicht ganz klar, aber wen kümmert es denn schon? Ist ja niemand in der Nähe, der dir deine Vorliebe für alte, englische Schlager vorwerfen könnte.

Immer tiefer tapst du, nur in Unterwäsche, und trotzdem wird die Hitze immer unerträglicher. Lässt dich an den heißen Sommer 2003 denken. Mann, war das ein Jahr, war das ein Sommer. Jeden Tag am Stausee, ständig unter der glühenden Sonne, wenn man die Augen geschlossen hielt, konnte man sich nach Griechenland träumen. Ans blaue Meer, an einen weißen Strand, Kieselsteinstrand versteht sich. Da war so ein Gefühl von Gelöstheit in der Luft und natürlich Julia. Julia die diese süßen Sommersprossen hatte. Julia die immer mit einem alten Strohhut im Schatten lag und die sommerbesprosste Nase tief in ein Buch steckte. Julia, die dich wirklich mochte. Was für ein Sommer! Eiskaltes Bier aus der Kühlbox und eine Partie Schwarzer Peter, wenn es zum Schwimmen zu heiß war. Julias Rücken mit Sonnenmilch eincremen und noch ein Bier…
Sie hat dich wirklich gemocht, aber mit dem Herbst zog dieses Gefühl weiter, wie die Schwalben. Richtung Süden, immer mit der Sonne mit. Und Karl-Werner war wieder Karl-Werner, nicht mehr und nicht weniger.

Gute Zeiten, Schlechte Zeiten, denkst du und bahnst dir weiter deinen Weg. Links, Links, Links herum. Only the Lonely! Die Brille ist inzwischen gänzlich unbrauchbar und wandert deswegen, schwups, gemeinsam mit dem Shirt über Bord. Darum siehst du nicht, hörst nur, wie ein Fiepen sich langsam den Weg bahnt. Daran hättest du denken können. Im Dreiergespann hat es schließlich noch gefehlt. Genau wie Kaspar, Melchior und Balthasar die größten Taten zusammen vollbrachten, genau wie die drei Musketiere stets zusammen hielten, vom Unterbewussten hin bis zum Über-Ich, es sind doch immer drei Geister die gerufen werden. Neugierig bist du nun schon etwas. Das Fiepen kommt näher, zögerlich doch stetig und robbt schließlich ganz langsam um die Kurve. Krabbelt im Strampelanzug dahin. Genauso unbekümmert wie du deinen Weg gehst. Zielstrebig! Fast da, denkst du. Es muss so sein und du fieberst dem Moment entgegen. Wie wird er wohl sein. Der Mittelpunkt der Erde, der Ursprung allen Lebens, des Rätsels Lösung?

Freitag, Februar 02, 2007

Ab in die Mitte III

Der Schmerz saß tief und rutschte in, dir bis dato noch unbekanntere Sphären, als aus Frl. Schmiedinger schließlich Fr. Schober wird. Da streifte sie das Flamencokleid ab, wie einen zu eng gewordenen Kokon, und schlüpfte in die neue Hülle. Eine dunkelgrüne Heurigenschürze, in welcher sie fortan aufgebackene Salzstangen mit Frühlingsaufstrich zu kredenzen dachte. Ihr Traum war erfüllt, der deine dahin, und in dieser traumlosen Periode deines noch jungen Daseins, sahst du Hoffnung auf Liebe schwinden.

Da auch jetzt die Frau deines Lebens noch fern, wenn auch hoffentlich schon in greifbarerer Nähe, ist, ziehst du weiter deine Kreise. Immer der Hitze nach, die dich an den Kachelofen deiner Großmutter erinnert. Es ist drückend und still und ein Gefühl, als wärst du der letzte Mensch auf der Welt. Alles steigert sich noch durch die Einsicht, wie verrückt dieses Unterfangen sich in zunehmender Art und Weise gestaltet. Verrückt bist du inzwischen längst. Nämlich noch weitere fünf Stock tiefer, wo das Magma bereits eine Spur schneller läuft als du selbst und lustige Schmatzgeräusche zurück lässt, wenn ein Tropfen den Weg in die Dunkelheit sucht. Da bricht ein Johlen die Lautlosigkeit und lässt dich aufhorchen. Die Stirn gerunzelt, die Hände an deinem flaumigen Kinnbart. Denkerpose! Doch jetzt nicht an den spärlichen Haarwuchs im Gesicht, der bei anderen Männern_Buben mit zwanzig ganz anders aussieht. Ein Johlen, das die Stufen hinab zu hüpfen scheint. Denkbar dass es den Anschluss an das Brummen verloren hat, doch das macht im sichtlich nicht zu schaffen. Völlig zufrieden hört es sich an, wie es so lauter und leiser werdend immer hörbarer wird. Sogar glücklich, etwas ausgelassen. Du bist gespannt es endlich zu sehen, mit eigenen Augen, gehst bereitwillig an den äußersten Rand der Treppe, um Zwischen_fälle zu vermeiden. Immerhin geht es tief hinab. Ein Sturz wäre tödlich. Und das noch im günstigsten Fall. Da hopst es auch schon beschwingt vorbei, tippt sich kurz mit Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand an den Kopf und rauscht vorüber. Ein Lächeln auf den Lippen ein Zucken im Mundwinkel. Diesmal hast du es genau bemerkt. Viel Spaß möchtest du rufen, willst aber nicht aufdringlich sein. Die Jeans standen ihm gut, dem Johlen, geben ihm einen jugendlichen Touch. Auch das schwarze T-Shirt. Alles in Allem ein recht angenehmer Eindruck. Schade, dass es so in Eile war. Nun Ja, wer bremst verliert, denkst du, und gibst selbst auch wieder mehr Gas. Zurück auf die Mittelspur und…nach links, klar, wohin auch sonst?

Wenn’s doch nur immer so einfach wäre fort zu kommen. Meist läuft es stockender, oder gar nicht, kriecht nur, und du stirbst tausend Langeweiletode, schon bevor der Weg überhaupt begonnen hat. Freilich, hier kommst du richtig in Fahrt, obwohl du ja doch nur bergab gehst, doch nur nach links und doch nur mit dir alleine. Aber das bist du gewohnt. Schließlich lief es auch mit der dritten Frau in deinem Leben nicht so optimal, wie du es dir erträumt hattest. Lisa hieß sie. Lisa, was für ein Name, selbst im Angesicht dieses Höllenfeuers jagen sich Schauder über deine Wirbelsäule. Spielen fangen und Räuber und Gendarm. L.I.S.A. Und sofort die zwei hübschen blauen Augen, die langen Haselnusshaare, die Goldfäden versteckten, und den kleinen Schmollmund, den zu küssen du nie gewagt hast. Brummen her, Johlen hin, wenn Lisa lacht, dann geht in dir die Sonne auf, denkst du. Warum nur hat sie das nie gemerkt? Zwei Reihen vor dir ist sie gesessen, volle vier Jahre lang, bis zur Matura. Sie hat sich nie umgedreht, sie hat dich nie nach einem Spitzer oder Radiergummi gefragt, sie hat dir nie eine Zigarette angeboten, am Pausenhof. Und obwohl du sie meistens nur von hinten gesehen hast, hast du ihr Gesicht auswendig aufzeichnen können. In schwarz-weiß, nicht nur einmal, dein ganzes Kinderzimmer war voll mit Lisaporträts. Immer wenn du Peter Cornelius hörst, musst du an sie denken. Und in jedem Kaffeehaus, in dem du in deinem bisherigen Studentenleben vorbei gekommen bist, und das waren doch mehrere, hältst du nach ihr Ausschau. Am Ende sitzt du doch alleine. Du bist es gewohnt.

Mittwoch, Jänner 31, 2007

Ab in die Mitte II

Unsicher wie gefährlich es ist, dein Unterfangen weiter fortzusetzen, lässt du dich auf einer der Treppenstufen nieder und blinzelst verängstigt im Kreis. Die Brille, die aufgrund der Hitze ohnehin schon einen Zustand der Dauerbeschlagenheit angenommen hat, verfärbt sich zusätzlich noch milchiger und nun bringt auch das Auf und Niederschlagen der Augenlider keinen nachweislichen Seherfolg mehr ein. Das Brummen hingegen, scheint sich nicht mit solchen Problemen herumschlagen zu müssen, denn es wächst und gedeiht gegenüber deiner voranschreitenden Sehbehinderung. Das einzige was bei dir zunimmt, bis auf deine Angst in eine brenzlige Situation zu geraten. Das Brummen wird tiefer, das Brummen kommt immer näher, das Brummen ist schon fast da. Und schließlich, du wischst bereits über die Gleitsichtgläser deiner Brille, wie die nervösen Gummiblätter über die Windschutzscheibe eines alten Golfs, steht das Brummen genau hinter dir.

Ob es wohl kurz vorbei könnte, fragt es dich höflich und schreitet auch schon weiter. Verliert wieder an Tiefe, Größe und schließlich auch an Gestalt. Und du denkst, schon lange nicht mehr ein solch höfliches Brummen gesehen zu haben. Wenn überhaupt schon jemals ein solch Liebenswertes dabei gewesen sein sollte. Es mag durchaus sein, dass das Brummen sogar ein wenig gezwinkert hat. Beschwören würdest du es nun zwar nicht mehr wollen, du bist aber generell eher ein Abschwörer, doch nun ja, es ist wie es ist. Nicht wahr?
Komisch nur, dass das Brummen so menschlich ausgesehen hat. Die Stiefel, der Spazierstock, irgendwie könntest du das Alles rechtfertigen. Aber die Schirmkappe, die gibt dir schwer zu denken. Noch dazu aus braunem Kord. Zeig mir ein wirklich ernstzunehmendes Brummen, sagst du ganz trocken zu dir selbst, dass bei einem Spaziergang zur Mitte der Erde eine Schirmkappe aus braunem Kord trägt. Betrübt stellst du fest, dass auch in diesem Bereich auf Erden einfach nichts so ist, wie es früher einmal war und verstehst zum ersten Mal deinen Vater. Deinen Vater, wenn er mit Predigerstimme lobt, wie die Zeiten waren und längst nicht mehr sind. Und wie er freudestrahlend erzählt wie schön es war, damals, zu Fuß zu marschieren, die nächsten zwanzig Kilometer zur Schule, und das bei einem Meter Neuschnee. Jeden Tag. Jetzt weißt du er hat Recht, und grübelst über den Schnee nach, den du selbst so gut wie nie zu Gesicht bekommst. Für soviel Neuschnee lohnt es sich ein Wagnis einzugehen. Wenn nicht für Schnee, für was denn dann, pflichtest du dir selbst bei und setzt deinen Weg fort. Erinnert an dein Vorhaben, das Rätsel des Klimawandels zu ergründen.

Immer noch ist links der Weg an dem zu rütteln es nicht gilt. Weil es nicht geht und weil es scheinbar nun mal so vorher bestimmt ist. Das Magma um dich herum nimmt noch wärmere Rottöne an, gibt auch etwas mehr Wärme ab, als zu Anfang deiner Reise. Du denkst, dass man Magma eben mag, aber dass du bis jetzt auch ganz gut ohne glühende Substanzen ausgekommen bist. Ausgenommen der glühenden Verehrung die du für deine Lehrerin in der zweiten Klasse der Volksschule Grinzing gehegt hattest. Frl. Fritzchen hieß die Gute und noch heute treibt dir ihr Bild im Kopf die Röte in die Wangen. Sie war die Frau deines Lebens, die Frau die man nur einmal trifft! Dann vielleicht täglich, außer Samstag und Sonntags, für vier Jahre, aber alleine, was bringt es, wenn man nicht älter las zehn ist, und Frl. Fritzchen verlobt mit dem stellvertretendem Leiter der Zentralsparkasse? Noch immer frustriert dich der Gedanke an diese traurige Phase deines Lebens. Du warst froh, die Volksschule endlich verlassen zu können und Größerem entgegen zu schreiten. Bliebst aber förmlich postwendend an Frl. Schmiedinger hängen. Der Musikprofessorin, die die Unterstufen deines Gymnasiums betreute. Eine schöne Frau, für wahr. Die Haare, zu einem strengen Knoten in Nacken gedreht, deuteten auf Spanischen Wind hin. Schwarz und glänzend wie die Nacht dunkel ist. Nur der Name rasselt etwas in den Ohren, wie Blechdosengeschepper hinter Hochzeitslimousinen. Aber mochten die anderen Jungs nur wählerisch sein, du konntest mit geschlossenen Augen ganz gut so tun, als ob Fr. Schmiedinger im wirklichen Leben Sig. Castagnella heiße und Zitronenpflückerin und Flamencotänzerin an der südlichen Agave sei. Tag und Nacht, Nacht und Tag_deine kleinen Bubenphantastereien hingen ihr am sinnlichen Mund. Doch auch sie war vergeben und versprochen. Zwar nicht dem Stierkämpfer Antonio, doch immerhin dem reichen Heurigenwirt Ferdinand Schober, den von der Angel zu lassen sie verständlicherweise nicht gewillt war.

Ab in die Mitte I

Wenn sich das Raum – Zeitkontinuum dann endlich verschoben hat, und den Blick auf das Innerste der Erde frei gibt, dann erklärt sich ein gewisses Kribbeln im Bauch ganz von selbst. Die Spalte ist tief, eher schon ein Krater, und rote Glut ziert die Wände, so tief hinab wie dein Auge_nblick reicht. Rinnt gleichförmig in kleinen Rinnsalen die Erdkruste hinab, um anzukommen auf der anderen Seite. Ein überraschender Anblick denkst du, und bist erstaunt über diese Verwunderung. Immerhin ist Klimawandel in aller Munde. Ist Eisschmelze auch nicht mehr das was es einmal war. Ist sogar beim ORF schon bekannt, um wie viel schneller sich die Welt jetzt dreht.

Das im Winter die Vögel zwitschern, während sie in der warmen Jännersonne über die Gänseblümchenwiesen streifen. Munter herumhüpfend und jubilierend wie zur Maienhochzeit. Das im Juli der Eishagel die Kornähren fällt. So das sie sich auf verbrannter Erde ausstrecken, wie verwundete Soldaten, sich tod stellen, nicht auffallen wollen. Oder umfallen. Das der Sommer kein Sommer mehr ist, und der Winter kein Winter.

Aber jetzt wo du des Rätsels Lösung gar so nahe bist, wird das Kribbeln immer stärker. Und du überlegst ob es nicht vielleicht an der Wärme liegt, die die Erdspalte abgibt, dass dein Blut ein wenig aufkocht. Wie auch immer, es geht weiter. Muss es auch, den jetzt umzudrehen und dem Erdinneren die Tür vor der Nase zuzuschlagen, wäre nicht nur nicht naseweis, sonder dumm. Im herkömmlichen Sinne. Es gilt Rätsel zu lösen, Wunder zu enthüllen und Antworten zu finden. Allein die Ausrüstung lässt dich zweifeln. Immerhin warst du auf solch einen herzerwärmenden Spaziergang nicht vorbereitet. Du trägst den alten Lodenmantel, wenigstens festes Schuhwerk und ein halb geschmolzenes Snicker mit dir herum und bist nicht sicher ob das alleine ausreichen wird für solch einen abenteuerlichen Ausflug. Doch frisch gekocht ist halb gewonnen und du setzt deinen Weg unerschüttert fort.

An der linken Seite befindet sich eine eng bemessene Wendeltreppe, die in alter Jules Verne Manier immer kleinere Formen annimmt und schließlich mit der Finsternis verschmilz, was dich nicht davon abhält genüsslich deinen Schokoriegel abzuschlecken, bevor er dir unter den Fingern zerschmilzt und pfeifend weiter hinab zu gleiten. Jesus und Maria rufst du innerlich, du wirst bestimmt berühmt werden. Einen Eintrag im Lexikon siehst du schon vor dir, und mit etwas Glück, das Privileg einer neuen Kaffeesorte den Namen geben zu dürfen. Karl – Werner Gold. Oder K.W. Gala. Ganz abgesehen davon, dass alle Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen. Die Weltgeschichte wird soeben neu erfunden. Du heftest dir ein Post - it ans Hirn, bei Rückkehr Papieraktien einkaufen. Vielleicht auch Druckertinte? Der Erfolg wird dein sein. Es wäre auch das erste Mal, dass sich in deinem Leben Glück und Zufall die Hand geben. Da passiert es sogar öfter dass sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Oja, du hast es selbst gesehen. Obwohl du selbst ja mehr der Typ zum Übersehen bist. Hast dich eingefunden in die Nebenrolle im Hauptleben und abgefunden mit dem Durchschnitt deiner eigenen Existenz. Aber dieser Zwischenfall auf dem Weg zur Schule, der mischt die Karten neu. Mal sehen was dir in die Hände fällt.
So schreitest du also die Treppe weiter hinab, das Licht wird düsterer, gleichzeitig nimmt die kribbelnde Hitze zu. Und du beschließt als erste Gegenmaßnahme, den alten Lodenmantel über Bord gehen zu lassen. Besser gesagt befestigst du ihn am Treppengeländer. Das Innere der Erde ist gut gesichert musst du zugeben. An einen grenzenlosen Fall ist nicht zu denken, nicht mal ein Durchfall liegt nahe. Das Geländer ist eng gestrickt. Die Kurven werden mit jeder Runde enger, die Treppe jedoch nicht steiler. Trotzdem dreht es dich schon ein wenig, denn du gehst seit zehn Minuten nach links und noch ist kein Ende in Sicht. Noch am überlegen ob du dich auch deinen Pullovers, den du aufgrund des eisigen Juniregens herausgekramt hattest, entledigen sollst, hörst du plötzlich ein Brummen, das dir durch Mark und Bein fährt.

Mittwoch, Jänner 24, 2007

Die Kraft von Wort und Schrift

Sicher kennt jeder die zwei Fragen, die einem Romanautor am häufigsten gestellt werden: Worum geht es in diesem Buch? Und ist es autobiographisch? Die Fragen und die Antworten darauf empfand ich noch nie als besonders interessant - Ist der Roman gut, dann ist beides irrelevant. […]; ein Erwachsener sollte auch wissen, dass es nicht darauf ankommt, ob ein Roman autobiographisch ist oder nicht – es sei denn er ist hoffnungslos naiv oder sonst wie unbedarft in der Welt der Literatur.

John Irving 1998,
Deutsch von Johannes Sabinski
„Garp und wie er die Welt sah, Ein Nachwort“

Oder mit anderen Worten, wenn dir meine Geschichte nicht gefällt, sag mir, was dich daran stört, und ich werde es so verändern, dass du sie glaubst. Die Kraft die sich aus einer Geschichte entfalten kann, die doch nur aus einer Summe von zusammengefügten Worten besteht, ist nahezu unermesslich. Beinahe magisch. Obwohl doch das Spiel mit den Worten eine eher nüchterne Angelegenheit darstellt, kann man sich mit nichts länger beschäftigen, als mit dem interpretieren einer Geschichte. Natürlich ein Wort bleibt ein Wort, ein Satzzeichen ein Satzzeichen und ein Rechtschreibfehler ein Rechtschreibfehler. Dativ, Genitiv, die Hand hebt sich zum gähnenden Mund. Es ist als ob Picasso uns etwas über Farbpigmente und die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten einer Leinwand näher bringen wollte. Erst wenn das Werk vollendet ist, bietet sich für Alle von uns der beste Teil des Dramas dar. Was kann ich in diese Geschichte, in dieses Bild, hineininterpretieren, und wer von uns hat am Ende Recht?


Obwohl ich niemanden von euch diesen kleinen Spaß verderben will, liegt es mir doch nahe, euch meinen Blick auf diesen Aspekt des Schreibens darzulegen. Nehmen wir doch nur mal an, du kennst eine Person, die wieder rum eine Person kennt, die ein Märchen verfasst hat. Würdest du sie anrufen und erstaunt fragen, ob sie letzte Woche wirklich eine Fee getroffen hat. Denk einen Moment darüber nach!

Obwohl ich es wundervoll und befriedigend finde, dass ihr euch alle so viele Gedanken um meine schriftlichen Ergüsse macht, würde es mich noch mehr freuen wenn ihr das Licht mal aus einer anderen Ecke darüber scheinen lassen würdet. Natürlich sollte man einen Anstreicher auch fragen warum er denn diese oder jene Wand gerade karmesinrot gestrichen hat, man sollte ihn aber auch aufgrund der Farbmischung, Pinselauswahl und Untergrundpräparierung loben.

Obwohl ich es schön finde, dass meine Erzählungen scheinbar so glaubhaft sind, rate ich euch doch an, mich im herkömmlichen Sinne, beim Wort zu nehmen. Stellen wir uns vor, wir treffen uns alle zu einem gemütlichen Abend. Ich erzähle euch die Neuigkeiten aus meinem Leben, die tags darauf in veränderter, wahrscheinlich dramatisierter Form, im Internet erscheinen. Glaubt das, was ihr aus meinem Mund habt.

Und zu guter Letzt…

Ich persönlich bin der Meinung, dass in jeder Geschichte ein kleiner Funke, und sei es auch nur der kleinste Teil des Ganzen, Wahrheit und Autobiographie steckt. Aber ihr wisst doch Leute, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Mittwoch, Jänner 17, 2007

Drachentöterin

Und wenn das weiße Licht zuckt und ruckelt, fühlst du dich frei und auch ein bisschen abenteuerlich. Ausgezogen um die Welt zu erobern, dem letzten Drachen das Fell abzuziehen und es dir daheim über die Zentralheizung zu tackern. Eine Heldin in schwarz-weißen Ringelstrupfhosen. Die Rauchschwaden, die dir die Luft zum atmen nehmen und Brennen an der Hornhaut verursachen, Nebelschwaden kurz vor der Drachenbehausung. Das schwarze Loch, das die nicht beleuchtete Bühne in den Raum frisst, der verborgenen Eingang der Höhle. Ein Warnschild. Vorsicht, freilaufender Drache.

Noch eine Trophäe, wirklich die Letzte. Ein Vorsatz, ein Entschluss. Nach heute ist Schluss damit. Nach Morgen. Spätestens aber nach nächster Woche. Die Schatzkammer ist voll von unnützen Gegenständen, nein, Erinnerungsstücken. Der Ballast nimmt zu. Der Platz, proportional dazu ab. Keine Zeit für nicht zielgerichtete Zeitvertreiber. Höchstens für einen zwischendurch. Halb neun in Österreich!

Da, dass wutschnaubende Unwesen. Du nimmst Maß an seinem Kopf, er würde sich gut über Billy machen. Das Ikea-Sideboard schreit förmlich nach solch einem Schmuck. Macht Massenmöbel individuell und kostet weniger als ein neuer Anstrich. Locken und braune Augen, passt zu deinem Stil. Höchstens achtundzwanzig Jahre jung, im besten Mannesalter. Wenn du Glück hast Arzt, so einer fehlt dir noch.

Bereit zum Angriff? Also lachen, tanzen und verdammt noch mal so aussehen, als ob man sich bestens amüsiert. Die langen Haare fliegen im Wind um die Wette und die Gliedmaßen räkeln und schütteln sich. Scheinen Musik auszuströmen, sind Musik. Die Zähne zeigen. Die Lippen schürzen, Bauch rein, Po raus. Du bemühst dich, mühst dich ab. Eine Plackerei. Schweiß am Haaransatz. Es wirkt. Angebissen.

Der Drache kommt näher und dein Schwert juckt in der Scheide. Nur nichts übereilen. Sein Vertrauen gewinnen. Du bist die weißgewandete Jungfrau, unschuldig und rein. Trübst kein Wässerchen, denkst nichts Böses. Du bist das Opfer. Sein Opfer. Er wittert und der Geifer steht ihm im Mund, um den Mund herum. Sein Schwanz zuckt und du kannst es fühlen. Meisterin deines Faches. Geblendet kommt er näher. Weiß nicht wo er lang läuft, wo er hin läuft, dass er ins Verderben läuft.

Er spricht mit dir, will dein Vertrauen gewinnen, du erkennst das doppelte Spiel. Spielst es mit. Läst dich treiben, nimmst es an. Die Herausforderung. Gehst darauf ein und mit. Mit, mit ihm in seine Höhle. Das schwarze Loch, tief im Inneren der Erde. Wo es dunkel ist und schlecht riecht. Nach Moder und Verwesung. Du riechst es, riechst schwer, bekommst schwer Luft. Die Luft ist viel zu dünn und erfüllt von dem Schmerz, den dieses Spiel bereitet. Kein lustiges Spiel, nicht unbeschwert. Es gibt immer einen Verlierer, aber du willst es nicht mehr sein. Warst es schon lange nicht mehr.

Der Preis eines ewigen Gewinners liegt in der Ermangelung der Freude am Spiel. Wer sich freut kann sich nicht konzentrieren, du weißt das. Die Gefühle stören hier nur. Erschrecken dich nur. Wer fühlt kann sich auch gleich selbst einen Arm abschneiden. Kann auch gleich freiwillig aus diesem Spiel ausscheiden. Sich selbst rauswerfen. Disqualifizieren.

Du fühlst nichts, aber du erkennst den Moment seiner Schwäche. Ziehst dein Schwert, stößt zu. Hast ihn erlegt, wiedermal. Bist in Gedanken schon im Baumarkt, kaufst Dübel um die Trophäe zu montieren. Wo fällt das Licht am schönsten ein? Die Zigarette danach. Die Siegerzigarette. Du überlegst auf Zigarren umzusteigen.

Es ist nur ein Deal, der perfekte Deal. Das weißt du eigentlich auch. Du weißt soviel. Viel zu viel. Du wärst viel lieber Nichtwisser und erinnerst dich wehmütig zurück an die Zeit in der du das Spiel noch für Ernst genommen hast. Für bare Münze und wahres Leben. In der du gespielt hast, des Spieles wegen und nicht wegen des Gewinnens. Aber mit der Einsicht kommt die Absicht. Du fühlst lieber nichts als Schmerz und wenn du dir selbst das Märchen von der starken Drachentöterin erzählst, tut es weniger weh.

Zuhause betrachtest du deine Auszeichnungen, wie sie da hängen, alle in Reih und Glied. Hätte eine von ihnen derjenige sein können der dir hilft dein Leben neu zu ordnen, damit du es nicht mehr ausschmücken musst mit Kram und Tand. Die Chancen dass es nicht so ist, sind höher als umgekehrt und auch das weißt du. Eigentlich spielst du nicht mehr. Du hast schon verloren.

Samstag, Dezember 30, 2006

Lange Liste

Dass mein Kuli mal wieder den Geist aufzugeben scheint, liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass die Liste der guten Vorsätze jedes Jahr lang und länger wird. Was wollen wir nicht Alles verändern, was soll sich Neues ergeben, wohin wird uns 2007 treiben?

Die Nr. Eins der beliebtesten Vorsätze ist wie jedes Jahr, mit dem Rauchen aufzuhören. Jetzt mal ehrlich, steht das nicht auch bei ihnen jeden Ersten des neuen Jahres wieder am Programm? Schwer gefolgt von dem guten Vorsatz mehr Sport zu betreiben, öfter vor die Tür zu gehen und das Leben etwas mehr zu genießen! Leicht gesagt, schwer umgesetzt…weil man doch meistens verkatert und genervt vom plötzlichen Nikotinentzug vor dem Fernsehbildschirm hängt.
Netter zu den Mitmenschen zu sein, auch ein schön gelesener Vorsatz! Hängt sich aber genau wie Vorsatz zwei an den oben genannten Begleitumständen auf.
Es ist doch schwerer als man denken mag, sein Leben von null auf hundert umzugestalten!

Warum nicht die besinnliche Zeit ausklingen lassen, ruhig und gefasst? Und wenigstens einmal in seinem Leben keinen Vorsatz fassen, außer dem, keine Vorsätze zu fassen, die man dann doch nicht einhält! Zurück sehen auf das Jahr 2006 und sich selbst loben, für Alles, was man im vergangenen Jahr gut gemeistert hat, und stolz auf sich sein. Denn ich bin mir sicher, wir Alle haben ein Recht darauf! Ein Recht darauf, mit sich selbst zufrieden zu sein!

Und dann, wenn das neue Jahr sich still und heimlich eingeschlichen hat, und die ersten neuen Wochen wieder vergangen sind, nehmen wir uns vor nicht Alles auf einmal zu wollen. Sondern einfach jedes Monatsende Bilanz zu ziehen. Denn kleinweise fällt es uns vielleicht nicht so schwer, die Dinge die uns nicht gefallen, zu verändern.

Der Vorsatz für 2007 lautet also, nicht wieder so viele gute Vorsätze zusammenkommen zu lassen, sondern gleich von Anfang an und konsequenter als sonst, das Leben so zu leben, wie wir es für richtig halten.

Viel Glück und Gesundheit!

Montag, Dezember 18, 2006

Niemand ist eine Insel II

Dass um mich herum Fähren derzeit Hochbetrieb haben, liegt bestimmt auch nur daran, dass Herr Simmel falsch recherchiert haben muss. Denn ganz im Gegenteil zu seiner Behauptung komme ich mir nicht nur so abgesondert wie eine Insel, nein fast schon so kämpferisch wie ein Freistaat vor. Das Klima ist rau dieser Tage, Orkane wüten, Tsunamis, die die privaten Fernsehsender wieder für ein ganzes Jahr mit Filmstoff versorgen werden. Menschenopfer, Unglücksfälle und Schicksalsschläge ohne Ende.

Mit einem Wort, meine Insel ist ein ausgerufenes Krisengebiet!

Natürlich liegen noch Mitstreiter auf meinem Längengrad. Andere Inseln, Halbinseln und irgendwo in weiter Ferne auch das Festland. Dazwischen Luxusdampfer und Flugzeugträger! Doch der Weg an meine Küste ist weit, der Strand selbst ist gefährlich zu erreichen, voller scharfer Klippen. Die See begehrt auf und direkt vor meiner Anlegestelle ist da auch noch dieser verdammte Strudel, der ähnlich wie ein Bodygard funktioniert. Jeder der sich nähert wird zermalmt!

Bei mir blüht die Vegetation, die Paradiesvögel singen, doch niemand wird es je sehen. Und ich fühle mich in der Rolle des Freitags noch nicht mal unwohl. Denn natürlich könnte ich auch Wegweiser und Lauffeuer errichten. Die Seefahrer darauf hinweisen, dass an der Rückseite der Insel drei private Anlegestellen stehen, die das Andocken so reibungslos ablaufen lassen wie die Fahrt in einem Aufzug. Aber will ich das auch?

Nein!

Ich will meine Ruhe und meinen Frieden, den ich höchsten für sehr gute Freunde aufgebe! Meine Gastfreundschaft ist derzeit, dass höchste Gut das ich anbieten kann. Es ist auch das schwerste Opfer, das ich erbringen kann. Denn am liebsten würde ich meine gesamte Tropeninsel mit Stacheldraht umwickeln und Minenfelder auslegen. Stoppschilder aufstellen und noch andere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Der Briefkasten ist bereits abmontiert, das Handy liegt am Meeresgrund.
Was alleine noch fehlt ist dieser Computer, also bis die Tage.

Gluck – Gluck!

Sonntag, Dezember 17, 2006

Ans Christkind

Dass die Liste dieses Jahr nicht besonders lange ist, die Wunschliste meine ich, liegt bestimmt auch etwas daran, dass in dem fast vergangenen Jahr, mehr als genug Aufregendes passiert ist. Ich muss mir keine Reise wünschen, ich hatte wunderschöne Tage in Rom. Auch benötige ich kein neues Auto, denn im Stiegenhaus steht ein wunderbares Charakterfahrrad, dass mich zuverlässig überall hin befördert, wo es mich hinzieht. Ganz bestimmt brauch ich kein neues Haustier, denn meine geliebte Ratte Maxi hat mir erst vor drei Wochen zehn süße Babies geschenkt. Meine Wohnung ist komplett eingerichtet, mein Konto mehr oder weniger gedeckt, und auch der Familie geht es gut. Obwohl sie ihre tiefe Enttäuschung seitens meines ledigen Daseins und kinderlosen Dahinvegetierens sicher nur schwer verbergen können. Und das schönste an Allem, wo auch immer mich mein Drahtesel hinführt, säumen zahllose liebe Menschen meinen Weg.

Sind einfach nur da, teilen ihre Zeit mit mir, fahren ein Stückchen mit und biegen dann wieder ab. Sie schenken mir Anteilnahme, Aufmerksamkeit, Zuspruch und glückliche Stunden. Auch Kritik, Reflexion und Diskussionen. Vertauen!

Nur eines gibt es, was mir niemand schenken kann, als ich Selbst. Wenn ich wirklich Alles habe, worauf es in einem Menschenleben ankommt, warum fällt es mir dann so schwer es zu genießen? Muss man wirklich immer Alles hinterfragen, Alles wissen? Kann man denn nicht einfach Situationen, an denen man nichts ändern kann, hinnehmen und daran wachsen. Daraus lernen und vorwärts schauen?

Was ich mir schenken möchte ist Zufriedenheit, und was ich mir vom Christkind wünsche ist Rückenwind. Ein starker Wind der mich weiter trägt und der es mich schaffen lässt, die Sandbank zu verlassen, auf der ich schon wochenlang wie ein gestrandeter Wal herumliege. Ich wünsche mir die Zuversicht, dass das Beste im Leben noch vor mir liegt, und nicht als gescheitert und zertrümmert, bereits einen Teil meiner Vergangenheit bildet. Es bleibt die Frage offen, ob sich Vertrauen in sich Selbst und seine Zukunft so einfach verpacken und unter den Baum legen lässt.

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Eine Ode an die Stones

Dass ich sie mag, liegt nicht an den großen Lippen, obwohl ..nein vergesst es. Es liegt auch nicht an der Zunge, an den Gitarrenklängen, an dem wilden Image, zumindest das vor, wie lange ist es circa her, hundert Jahren.Es liegt nur an einem einzigen Lied. Ein Lied das den Namen einer sehr, sehr guten Freundin trägt. Eine Freundin die sich schon unzählige Male darüber beschwert hat, hier noch nie namentlich erwähnt worden zu sein.

Und sie tut gut daran! Denn wo wäre ich heute ohne sie? Was hätte ich getan ohne ihren Zuspruch, ohne ihre Hilfe, ohne dieses Gefühl von Geborgenheit und Vertrauens, welches sie mir stets vermittelt hat. Deswegen ist es nur recht und billig, wenn sie darauf besteht von mir vergöttert und auf Händen getragen zu werden. Nicht dass ich dies nicht ohnehin tue, ich habe bisher nur versäumt es in Wort und Bild festzuhalten. Deswegen hier die absolut fünf wichtigsten Punkte, warum ich dieser Frau ewige Treue schulde und lebenslangen Gehorsam schwöre:

1: WANN AUCH IMMER ICH SIE BRAUCHE IST SIE OHNE UMSCHWEIFE ZUR
STELLE

2: WANN AUCH IMMER ICH IHR EIN GEHEIMNIS ANVERTRAUT HABE, WAR
ES BEI IHR IN SICHERHEIT

3: WIE DÄMLICH ICH MICH AUCH IMMER BENOMMEN HABE, SIE HAT SICH
NIE ALS RICHTERIN AUFGESPIELT

4: GEMEINSAM MIT ALLEN ANDEREN BILDEST DU EINEN WICHTIGEN TEIL
MEINER WAHLFAMILIE

5: WANN AUCH IMMER ICH DAS GEFÜHL HABE MEINE HAARE ZERSTÖREN
MEIN GANZES LEBEN, BESCHWERT SIE SICH DARÜBER DASS SIE NOCH
VIEL SCHLIMMER AUSSIEHT

Und auch wenn das Problem meiner Frisur sehr ernst zu nehmen ist, weiß ich, dass ich noch mit viel Größerem zu dir kommen kann. Mit Allem! Denn ohne dich wäre ich dieses Jahr aufgeschmissen gewesen! Also ganz im Ernst: Du bereicherst mein Leben!







There ain’t a woman that comes close to you
Come on baby try your eyes
Angie, Angie, ain’t it good to be alive
Angie, Angie, they can’t say we’ve never tried