Samstag, Juli 29, 2006
Liebe auf griechisch
Er kann den ganzen Tag nur an SIE denken, SIE geht ihm einfach nicht aus dem Kopf, selbst wenn er träumerisch in seiner Minihängematte liegt, wandelt SIE neben ihm!
Er kennt sie schon lange und hat sie trotzdem vor Kurzem das erste Mal gesehen. So richtig, mit all ihren Facetten und kleinen Fehlern. Und sie erscheint nur noch liebenswerter.
Was soll er nun tun? Fragt er mich? Und würde es nicht tun, wenn er wüsste wie planlos ich in Sachen (Liebes)Beziehungen bin. Der arme Hr. Pinokkeles. Er hätte sich eine bessere WG-Partnerin wünschen können. Eine erfahrene, die ihm im Leben durchboxen kann. Zur Not auch mal mit den dicken Handschuhen fest auf ein verlorenes Herz klopft und sagt: "Hallo, da bittet jemand um Eintritt und der mag dich also schick ihn nicht weg!" Kann ich aber nicht!
Nicht nur weil ich von Kampfsport jeglicher Art keine Ahnung habe, nicht nur weil meine Nägel frisch lackiert sind, nein viel eher weil ich die Sprache der Liebe nicht mal ansatzweise beherrsche. So hockt er weiter unterm Doldenflieder und schnuppert verliebt an lilafarbenen Blüten und zartem Klee. Gegessen wird nichts, dass macht der Magen nicht mit. Der springt nämlich im Quadrat, bei jedem Treffen, bei jedem Anruf, sogar bei jedem Gedanken an die angebete Häsin.
Klar, dass ich mir da Sorgen mache. Schlottert Peavys Lieblingsponcho doch schon längst mehr als lässig um sein Puschelschwänzchen. Doch das ist das Letzte, was ihm jetzt Sorgen macht!
Wenn seine Augen strahlen als hätte er minderstens zwei Flaschen vom besten Tequilla intus, dann weiß ich bald wird er sie sehen. Und obwohl, oder gerade weil ich, trotz meiner ständig mehr werdenen Jahresringen, immer noch an die Liebe glaube, weiß ich irgendwann kommt der Tag an dem die Beiden zusammen glücklich sein können.
Mal sehen ob ich recht habe.
Freitag, Juli 28, 2006
BH-los durch den Sommer
"Ugah Ugah", brüllte er mir ins frisch gepeelte Ohr welches dezent nach Sun duftete. Nachdem ich nur fragend bis spöttisch eine Augenbraue hochzog, fiel ihm wohl wieder ein das er es jetzt mit einem weiblichem Wesen zu tun hat, denn plötzlich schwenkte er zur hier üblichen Landessprache um. Prolo!
"Herst du schaust total super aus mit dem Rock, mogst wos trinken?" Spöttisch wechselt zu angewidert.
"Kumm i zohl da wos und schau ned so bes, do kriagt ma Folten!" Angewidert wird zu angeekelt.
"No daun tonz wenigst mit mir. Echt i hobs voi drauf!" Schön langsam werd ich ärgerlich, denn Störungen im Feierabendritual vertrag ich nicht besonders gut. Ich reagiere nämlich allergisch!
"Deine Anwesenheit ist hier unerwünscht", versuch ich kurz und knapp die wichtigsten Fakten kompakt für den Neandertaler zusammenzufassen. Ich überleg noch wie ich es wohl in Steinzeitsprache übersetzten könnte, als ich merke dass es auch so angekommen ist. Denn giftig wie das Rumpelstilzchen in Alkoholikerformat packt er mich am Rockzipfel und zischt: "Wauns kane Männerbekanntschaften mochen woits, diarfts ned imma ohne BH herum rennan, do kau ma jo quasi an nix ondres mehr denken! Wos is mitm Summa of lov?"
Rentiert es sich in so einem Fall wirklich diesen jungen Herrn darauf aufmerksam zu machen, dass sowohl summer of love, als auch legendere BH-Verbrennungen und somit die symbolische Befreiung der Frau von auferlegten Zwängen der (Männer)Gesellschaft, schon lägnst stattgefunden haben. Und das der Sommer aus vergangenen Zeiten nicht summer of love getauft wurde, weil alle Hippiemädchen prinzipiell ohne Brustmieder herumgelaufen sind!
Oder macht man es so wie ich und rammt ihm einfach ein kurzberocktes Frauenbein in die Weichteile? Entscheiden sie selbst!
Sonntag, Juli 23, 2006
Urlaubsgrüße an einen Hasen

Lieber Herr Pinokkeles!
Tag 1,
und wie versprochen werde ich dir hier aus Corfu schreiben. Wir sind gerade erst hier im Hotel Family Resort angekommen und bis jetzt gefällt es uns ganz gut, etwas überdimensioniert vielleicht, aber Alle sind nett. Unser Doppelzimmer im Komplex Le Jardin haben wir schon bezogen. Am Hinflug durfte der Copilot das Zeug steuern und hat es geschafft ohne größere Verluste das Mittelmeer zu überqueren. Die Kotze der überaus freundlichen Flugbegleiterin lässt sich bestimmt mit etwas Persil aus meinem Seidenrock entfernen. Jetzt werden wir erstmal die Cocktailbar erkunden. Lg vom Mann vom Klo und lass die Finger vom Gemüsegarten!
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 2,
und es wird immer besser! Dass das dreijährige Nachbarskind länger aufbleibt (und das auch noch ziemlich lautstark) hat den MvK gar nicht so schlimm aufgeregt. Sein Kopf ist nicht mal rot geworden. Jetzt wohnen wir in einem Bungalow ganz in der Nähe von Le Jardin. Es hat nur 5 Stunden gedauert das Zimmer zu tauschen und das Personal ist trotz schlechter Englischkenntnisse sehr hilfsbereit. Heute wollen wir endlich das Meer erkunden, ich hoffe dir gehts gut und du hältst dich von meinen Karotten fern! Lg vom MvK.
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 3,
und die Sonne scheint noch! Gestern haben wir endlich das Meer gesehen und es ist wirklich kaum veralgt. Die Salzwasserduschen die hier alle 500 Meter aufgestellt sind, sind fast überflüssig. Das Zimmer im Doppelbungalow ist nett. Es ist zwar um die Hälfte kleiner als das im Le Lardin (terrible) aber ab zwei Uhr nachts ist es wunderbar still! Das sind halt die Vorzüge eines Last minute Urlaubes. Ich wünsch dir dass es dir genauso gut geht wie uns und du keinen Heißhunger auf meine Salate entwickelst. Lg vom MvK!
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 4,
und es grähmt uns das die Hälfte des Urlaubes schon wieder vorbei ist. Die Sonnenallergie kommt erst jetzt so richtig heraus und auch dem MvK geht es prächtig. Er hat sich in sein ihm angestammtes Refugium zurück gezogen, da er gestern Bekanntschaft mit dem hausgemachten Speiseeis im Le Jardin (miserable) gemacht hat.Ich freu mich noch gar nicht auf zu Hause. Ich weiß du denkst an die Zitronenmelisse, aber halte durch!
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 5,
und die Zeit rinnt wie der grobkörnige, verschmutzte Sand am Strand durch uns´re Finger. Noch nie war ein Urlaub so stimmig. Es ist als stünde alles hier unter dem selben Motto. Gestern hab ich im Speisesaal Pasta al grecco gegessen. Sehr eigener (wahrscheinlich) griechischer Geschmack, sowohl beim Hinuterschlucken, als auch beim Heraufwürgen! Die Cocktailbar haben wir leider immer noch nicht gefunden, das einzige Manco. Lg ruft der MvK aus seiner Kabine.
Wir lassen uns die Laune nicht verderben,
Fr. Marlen!
Tag 6,
und schon müssen wir diesen Hort der Entspannung und Ruhe wieder verlassen. Worte können die Tränen nicht umschreiben die ich innerlich vergieße. Nach außen hin sind meine Augen durch eine Algenattacke leider verschwollen. Auch der MvK ist sehr betrübt. Er hat heute noch nicht mal einen einzigen Wutschrei losgelassen. Und das obwohl wir schon vier Stunden auf den verspäteten Flieger warten! Die letzte Postkarte aus Corfu, bald werde ich dich wiedersehen.
Der schönste Urlaub meines Lebens,
Fr. Marlen
Donnerstag, Juli 13, 2006
Klare Präferenzen
Ist es normal bei einem Treffen mit einer guten Freundin so aus dem Häuschen zu sein als hätte man sie ein Jahr nicht mehr zu Gesicht bekommen, obwohl eigentlich nur vier Tage seit dem letzten Zusammentreffen vergangen sind und man zusätzlich jeden Tag telefoniert hat? Nicht wirklich würde ich sagen! Zuminderst nicht wenn man dazu sagt, dass man auf den eigenen Partner gut und gerne verzichtet!
Oder vielleicht auch nur gewohnt ist zu verzichten?? Weil er einfach viel zu lange weg war?
Stellt sich nur die Frage ob solche Besitzansprüche bzw. Zusammengehörigkeitsgefühle sich wieder einstellen können!? Und wenn ja, wie stell ich das an? Fragen über Fragen und kein Mensch der eine Antwort darauf weiß. Keine Seele die bereit ist zu helfen!
Also streiten ich und mein Hirn uns alleine weiter, beginnen zu diskutieren, Gründe zu suchen, Lösungsansätze ausfindig zu machen. Das ist etwas dass wir Beide sehr gut beherrschen, wir können uns quasi den ganzen Tag lang still beschäftigen. So zu sagen im inneren Monolog. Auch etwas dass man sich aus Einsamkeit heraus angewöhnt, glaube ich! Also, welche Ratschlüsse haben wir gezogen?
Ersten kann man sich nur mit den Personen ganz wohl fühlen bei denen man hundertprozentig man selbst sein kann. Solche Personen erwerben sich dieses Prädikat durch häufige zeitliche sowie emotionelle Zuwendung, man lässt irgendwann los und fallen. Sich selbst und alle Masken! Dies ist ein Vertrauensbeweis…
Zweitens können Personen die einen Standplatz ganz in unserer Nähe hatten, auch wieder von uns abrücken, indem sie die gemeinschaftlichen Aktivitäten und Gespräche schleifen lassen.
Drittens kann dieser Prozess von Freundschaft schließen und Freundschaft lösen hoffentlich in beide Richtungen stattfinden und so bald wieder geregelte Bahnen in mein Leben einziehen lassen.
Montag, Juli 10, 2006
Viva Italia
Nocheins zu diesem Thema…
Dass so viele Frauen nicht wissen, um was genau es bei der Sportart Fußball eigentlich genau geht, wundert mich nicht mehr, in Anbetracht der Tatsache, dass viele Spiele dieser WM eher einem Boxkampf als einer Ballsportart glichen. Auch Kunstturnen wäre für die eine oder andere Halbzeit als Bezeichnung in Betracht gekommen. Zum Ausrutscher psychopathisch angehauchter Natur eines französischen Nationalspielers, dessen Namen wir hier nicht nennen wollen, fällt mir überhaupt nur noch das Wort Bockspringen ein. Einzige mögliche Ausrede wäre hier die eines missglückten Kopfballversuchs, wobei der muskulöse Bauch des Gegenspielers leider mit dem Ball verwechselt wurde. So schnell kann´s gehen, dass zwei sich nicht mehr verstehen.
Freibad Wahnsinn!
Der Rest der Badbevölkerung lässt sich grob in Adams und Evas unterteilen, die aber wieder rum in ihrer jeweiligen Gruppe alle Unterrollen aufweisen, die das Frauen oder Männerbild in den letzten 2000 Jahren hervorgebracht hat. Bei den weiblichen Badbewohnern sind angefangen von den 90´er Girlie-Mutationen, über die 80´er Nena-Ikonen bis hin zu den 70´er Freikörper-Kultigen, alle Sorten vertreten. Und während ich und mein Halbgrieche sich im Schatten suhlen, ziehen sie sämtliche Registern um bei den männlichen Mitbewohnern Aufsehen zu erregen. Lange Haare wallen über gebräunte Schultern, Bikiniträger verrutschen, gewachste Beine werden wie in der Venuswerbung sinnlich überkreuzt. Und das alles so natürlich, als würde es keiner Frau auch nur für einen Moment in den Sinn kommen, das zu tun, warum sie diesen Hort der Entspannung eigentlich aufgesucht hatte, nämlich sich zurück zu lehnen, die Augen zu schließen und einfach nur abzuschalten!
Nicht das die Männer im Hinblick auf die Genderfrage da besser abschneiden würden. Auch sie können, befindet sich auch nur ein weibliches Wesen in ihrem näheren Umkreis (der sich von 5-10 Kilometer weit erstrecken kann) nicht von übertriebenem Balzverhalten ablassen. Sie strecken ihre Brust heraus, massieren das Sonnenöl sanft in ihre Oberarmmuskel und lassen diese im Gegenlicht sanfte Schatten werfen. Die sportiven schnappen sich Fußbälle und Frisbees und versuchen durch gekonntes Teamspiel von ihren sozialen Fähigkeiten zu überzeugen. Durch übermäßige Lautstärke in Bezug auf ihr Lachen oder für witzig gehaltene Kommentare, wollen sie gleichgeschlechtliche Gegenspieler vom Feld drängen. Dort wo die Musik am lautesten ist wird am besten getanzt! Denken sie zuminderst!
Peavy schüttelt angesichts solcher Blödinnigkeiten höchstens gelangweilt den Kopf Wenn er eine hübsche Häsin entdeckt und mit ihr ins Gespräch kommen möchte, geht er freundlich auf sie zu und mümmelt:“ Lust auf Rammeln?“ Womit sich bei mir die Ansicht bestätigt, dass man(n) ohne Umwege einfach viel leichter ans Ziel kommt!
Sonntag, Juli 02, 2006
Friends

Das ich nicht ganz in den Boden gestampft bin und mit großen Hasenaugen aus dem allerletzten Loch spähe, liegt wahrscheinlich auch nur daran dass es in meinem Leben Menschen gibt, die sich zurecht gute Freunde nennen können. Wenn der Mann vom Klo bei mir mal wieder eine Stippvisite abgehalten hat, nur um kurz darauf wieder ohne große Worte in die Nacht zu verschwinden, dann sind sie es die mir die Stange halten. Im Übertragenen Sinn, denn in Wirklichkeit halten sie Händchen, streicheln durchs Haar und erzählen von einem Leben in dem irgendwann auch mal wieder alles in Ordnung sein wird. Nie maßen sie sich an, mir Rat durch Schläge aufzudrängen, nie wollen sie mehr aus mir herauskitzeln als ich ihnen von selbst ins Gesicht kichere. Aber immer sind sie zur Stelle und auf Streifzug um meine emotionelle Grenze gut bewacht zu wissen.
Was wär ich ohne diese Grenzgänger, die in meinem Leben die Bahnen ziehen die ich dann leichter durchwandern kann. Was würde ich tun ohne die Menschen, die mich in einem Zelt aus Herzlichkeit und immer mit einer bereits geöffneten Flasche Bier empfangen.
Auffangen.
Einfangen, wenn ich schon wieder mal auf Herzensirrwegen durchs Leben pilgere.
Aufpassen, dass mir nichts geschieht und Aufhalten, die, die mir weh tun wollen.
In schlechten Zeiten rücken Menschen näher zusammen. Wenn sie dir so nah sind, dass du sie nie wieder missen möchtest, dann kannst du ihnen den Ritterschlag der Freundschaft spenden. Und getrost dein Zelt neben das ihre aufschlagen, in dem Wissen, dass ihr gemeinsam allen Winden trotzen werdet.