Sonntag, September 30, 2007

Back in Town


Zurück aus dem wunderschönen Zakynthos. Und der Urlaub war wie immer viel zu kurz. Man müsste das Raum-Zeit-Verhältnis inzwischen positiv beeinflussen können, fordere ich hiermit rechtskräftig ein!! Es kann ja wohl nicht angehen, dass an den schönsten Plätzen der Welt, die Zeit immer wie Sand durch meine Finger rinnt, während ich, steril bekleidet, in der höchsten Mittagshitze, Sekunden zu Stunden verwandeln kann.
Schluss mit den Urlaubsvorfreuden und Postkarten aus der
Ferne sage ich laut und stolz!
Urlaub für Jedermann und für Immer!!
„Wenn man beginnt, seinem Paßfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren."
Ephraim Kishon

Donnerstag, September 13, 2007

Final Countdown

Ja ja meine Lieben, die Uhr tickt. Nur noch fünf Dienste in der kleinen Klinik und dann drücke ich wieder für ein Jahr die Schulbank. Taferlklasse für Fortgeschrittene, so zu sagen.

Und wie ich mich freue: auf die Schultüte die ich bestimmt bekommen werde, auf die vielen freien Wochenenden, die ich dann genießen kann, auf die neuen Leute und die neue Arbeit. Und last but not least natürlich auch darauf, dem Fettkuhregiment, dem ich hier unterstehe zu entkommen.

Das einzige, strähnige Haar in der Suppe, ist der Verlust der geliebten Rasselbande hier, aber don't worry, be happy. Ich komme euch bestimmt besuchen. Und spätestens zur Weihnachtsfeier, stehe ich wieder vor der Türe und leg mit euch einen heißen Sirtaki aufs Parkett.

5...4...3...2...1...

Und Tschüss!

Mittwoch, September 12, 2007

Hot Step


Also immer her mit den roten Schuhen, denn dem weit verbreiteten Irrtum, dass es zu Hause am schönsten ist, kann ich nur lautstark widersprechen. Nein, Nein, ruf' ich da erbost aus. Wisst ihr es denn immer noch nicht, habt ihr immer noch nichts dazu gelernt..?

Auf der Tanzfläche ist es natürlich am schönsten, und zwar auf der Salsa-Tanzfläche! Zu Hitmelodien aus Hitfilmen, wie Dirty Dancing, so lange zu tanzen, bis du glaubst, deine Oberschenkel haben sich atomarisiert, dass ist eines der ganz großen Gefühle im Leben. Kommt glaub ich in der objektiven Rangliste gleich nach gebären. Oder sich einen Hund anzuschaffen!

Und weil es wirklich so toll ist, wenn die Glitzerkugel romantische Lichtkleckser an den Wänden Fangen spielen lässt, kann nichts diese Freude trüben. Auch kein herrischer Tanzpartner, der permanent nur meckert und schimpft, wie man es ja auch von ihm erwartet, und mit dem man, von Rechts wegen, eigentlich gar nichts mehr zu tun haben dürfte.
Aber wie heißt es ja bekanntlich: reden verbindet, wo gesungen wird da lass' dich nieder und vor allem, zwei die tanzen, streiten nicht!

Mittwoch, August 29, 2007

Lang, lang ist's her...

Ich weiß, ich weiß...eine untreue Seele, eine gewissenlose Faulenzerin, eine Langzeitabstinente...das Alles und noch viel mehr habt ihr mich in den letzten zwei Monaten geheißen. Aber jetzt bin ich ja wieder da und kann wieder viele neue Geschichten erzählen.

Von flüchtenden Meistermechanikern (vielleicht aufgrund der kitschrosa Bettwäsche)

Vom ekelhaften Chefinnenmonster (bei welcher die Schwedenbombendiät voll angeschlagen hat)

Von ruchlosen, identitäsverschleiernden Italienern (Stichwort Schweden)

Vom Landleben meines kleinen Muttertiers (Dupi Dupi Dupidu)

Also Trommelwirbel und Applaus! I'm back on the road...

Donnerstag, Juli 05, 2007

Sommerloch

Wer sich nicht vorstellen kann, dass ich wirklich (wirklich, wirklich, ich schwöre es), ständig nur am arbeiten bin, der kann sich gerne bei meiner Chefin erkundigen. Aber irgendwoher muss sie ja auch kommen, die Zeit, die ich jetzt einspare, um sie ab Sonntag in Italien wieder zu verplempern. Die Urlaubstage sind nämlich schon aufgebraucht.

Und jetzt werdet bloß nicht neidisch, nur weil ich schon zum dritten mal, in den letzten zwei Monaten, außer Landes fahre. Denn Reisen bildet ja bekanntlich. Und will nicht letzten Endes jeder Mensch von sich behaupten können, in einem überdurchschnittlich gebildeten Freundeskreis, zu verkehren. Oder hausieren?

Also versprochen, so bald ich wieder hier bin, küss ich Mutter Erde direkt auf den Mund, stell ein hübsches Urlaubsfoto ins Netz, und bin als dann nur mehr für euch Lieben da!!

Bis dahin...salute...

Sonntag, Juni 17, 2007

Wie die Schwalbe fliegt

Wer sich nicht vorstellen kann, was ich heute in meinem Gärtchen erlebt habe, der möge bitte weiterlesen.

Die Schatten sind schon lang und die Sträucher am Wiesenrand werden zunehmend dunkler. Bald werden sie sich verfärben. Lila, Violett, immer finsterere Mäntel werden sie umlegen, bis sie sich schließlich auch als Schatten in die nächtliche Landschaft einfügen. Noch aber ist es nicht soweit, noch sind die Blumenkelche nicht ganz geschlossen, die Wolken am Himmel von einem zarten Rosa und noch kreisen die Schwalben jubilierend am Himmel.

Wie kleine, dunkle Schmetterlinge sehen sie von der Erde aus, fliegen in undurchschaubaren Zirkeln und zeichnen unsichtbare Muster in das blasse Blau. Einmal hin und einmal her, als hätten sie diese Vorführung wochenlang geübt. Nein, als wären sie zu keinem anderen Zweck auf der Welt, als in der drohenden Dämmerung ihren friedlichen Tanz zum Besten zu geben. Sie fliegen mit dem Aufwind, höher und immer höher, nie geradewegs, immer in Schnörkeln, mal rechts, mal links. Am höchsten Punkt stehen sie, selten, kurz still, nur für den Bruchteil einer Sekunde, so als ob sie die gute Aussicht auskosten wollten.

Das Grillengezirp wird immer lauter, der Himmel nimmt schon sein sanftes Grau an und die Wolken, die eben noch als rosafarbene Zuckerwatte umher strichen, sind längst verflogen. Nur ab und antrübt eine aschige Anhäufung den Abendhimmel, als hätte ein, längst vergessen geglaubter, Riese ihn missbraucht, um die Überbleibsel seiner allabendlichen Zigarette auf ihm abzuladen. Der Kirchturm gibt Signal, die Glocken läuten Neun und als wäre dies das vereinbarte Zeichen, ziehen sich die Schwalben zurück in ihr sicheres Nest. Solide gebaut und gut gerüstet gegen die Gefahren der Nacht.

Schwarz zeichnen sich jetzt die Blätter des Kirschbaumes gegen den Himmel ab. Grashüpfer und Grillen zirpen, schmettern ihr Lied hinaus, auf dass es die ganze Welt hören möge. Ein Nachtfalter sitzt einsam auf einer schlafenden Blume und erfreut sich an dem Spiel.

Samstag, Juni 16, 2007

1001 Nacht

Wer sich nicht vorstellen kann, um welche Haaresbreite ihr mich an einen ruchlosen Basarhändler verloren hättet, der hat wohl noch nie von Alibaba und ähnlichen Zeitgenossen gehört.

Will es der Zufall, dass man sich mit Kind und Kegel gen Süden begibt und dort auf Djerba einen landesüblichen Basar aufsucht, zwecks Anhäufung von Schmuck und Tand (und dem einen oder anderen Fetzerl). Wäre es nicht ein Ausflug von Fr. Marlen, würde es ganz und gar mit rechten Dingen zugehen. Doch natürlich muss sich auch hier, wie gehabt, ein kleiner Fehlerteufel einschleichen.

Will es der Zufall, dass man hübsche und äußerst dekorative Keramikschüsseln entdeckt, welche man zu exportieren gedenkt und nun in ein Verhandlungsgespräch mit dem ortsansässigen Verkäufer tritt. Nicht wenig Zeit verstreicht, doch gut Ding will Weile haben und endlich ist man sich einig.

Der Keramiktändler betört von meiner lieblichen Stimme macht mir einen guten Preis, ich schlage zu und ahne noch nicht, dass für mein geringes Geld ich selbst als Draufgabe herhalten muss. 20 Kamele, ein spitzen Preis wie man mir sagt.

Alle Afrika-Fans sind nun aufgefordert mir dieses Angebot zu übersetzten. Schließlich kann es
nie schaden, den eigenen Marktwert zu kennen.

Montag, Juni 04, 2007

Von (der) Muse geküsst







Wer sich nicht vorstellen kann, wie verzweifelt ich gerade versuche, mich in den A**** zu beißen, der ist wohl noch nie fünf Tage außer Landes gefahren, nur um dann die angepeilte künstlerische Darstellung zu versaufen!!!




Also Muse verpasst, aber ansonsten irrsinnig gut umgesetzt. Das Festival 07 zeichnete sich besonders durch den ausgeprägten zusammenhalt der Gruppe aus, was sich in Form von ungehemmtem Flüssigkeits- und Geruchsaustausch wiederspiegelte. Man kann sich also ein Kleingrüppchen Menschen vorstellen, die gemütlich um einen Campingtisch sitzen (oder wahlweise Wiese/Decken/Gatsch) und abwechselnd Bier, Gin, Antidurchfallpulver und Antiblähungstropfen durch die Runde reichen. Fast wie in einer kleinen Familie.




Das Wetter hat ebenfalls gehalten, was es uns angekündigt hat. Wechselweise stechender Sonnenschein, der das Zeltlager in eine finnische Saunalandschaft verwandelt, oder Schnürlregen allá Salzburger Festpielwochen. Aber dank der schicken (pinken) Regenhäute sind wir nicht all zu nass geworden. Nur der Gin war etwas dünner dieser Tage.




Bleibt zu guter Letzt nur zu sagen, dass es wiedermal fünf ereignisreiche Tage waren, die uns noch etwas näher zusammenrücken ließen. Ich möcht mich ganz herzlich bei euch bedanken, es war eine tolle Zeit. Und wenn wir schon beim thematisieren sind...




Lieb haben wär ein Thema!!!!


Dienstag, Mai 29, 2007

Unglaubliche Bekanntschaften

Wer sich nicht vorstellen kann, was ich heute am Abend noch so vorhabe, den kann ich gut verstehen. Selten gibt es da ja etwas wirklich Neues zu berichten. Aber nicht so in diesem Moment, denn ich habe heute Abend seit langer Zeit mal wieder ein Date, mit einem Mann, den ich noch nicht in und auswendig kenne. (Und der kein Puschelschwänzchen unter seinem Überzieher versteckt) Wird auch schon Zeit für eine Abwechslung.

Der unglaubliche Mann, aus dem unglaublichen Zusammentreffen in der (unheimlichen) U-Bahn, existiert, wider allen wilden Theorien meiner Freundinnen, wirklich, und eben das wird er heute beweisen, indem er mich zum Essen ausführt. Wer mir jetzt immer noch nicht glaubt, hat die Wahl, entweder, getarnt mit Sherlock Holmes Kappe, hinter uns her zu schleichen und durch, mit Gucklöchern ausgestatteten, Zeitungen zu spionieren, oder lässt sich von mir Morgen den Aluschwan, mit Essenresten zeigen.

Holliday(s)





Wer sich nicht vorstellen kann, wie entspannt ich gerade in meinem Gärtchen sitze, der hat sicher nicht, so wie ich, die nächsten drei Wochen arbeitsfrei. Die Rosen ranken, die Blumen blühen, die Dahlien duften, und so weiter und so fort. Und was das aller schönste daran ist, steht auch schon fest. Drei Wochen lang keine kranken Leute, außer denen, die sich dieses Wochenende wahrscheinlich etwas Übelkeit antrinken werden. Und das sind ja schließlich meine Freunde, um die darf man sich auch im Urlaub ein bisschen professionell kümmern.


Es ist also alles vorbereitet, die Arbeit ruht, das Zelt steht bereit, ebenso wie Schlafsack, Isomatte und (bähh) Gummistiefeln und am Donnerstag gehts dann los ins lustige Camperleben. Fünf ereignisreiche Tage später erhole ich mich dann davon in Tunesien. Die Beine im Meer und den Blick in den Himmel werd ich dann den ganzen Stress vergessen, der mich hier in den letzten Tagen verfolgt hat und Mätzchen zeigen, wie man Sandburgen baut.


Ich freu mich schon auf euch Alle! Schönen Urlaubsanfang!

Montag, Mai 14, 2007

Muttertag

Wer sich nicht vorstellen kann, wielange die Menschenschlange beim örtlichen Blumenladen gestern war, der muss sich kurz die Dimensionen der chinesischen Mauer in den Sinn rufen. Bis vor die Tür, bis ums Eck, ja fast bis vor meine Haustüre, sind die lieben Kinderlein (verschieden Alters; also so zwischen 15 und 55) angestanden um ihrer Mutti einen Herzenswunsch zu erfüllen. Fast wäre ich der falschen Vermutung erlegen, die liebe, gute Stadtverwaltung, hätte, zu meiner persönlichen Erbauung, die Bushaltestelle direkt vor meine Füsse umgebaut.


Na, da waren ich und Peavy auf jeden Fall mehr als froh, dass unser Geschenk bereits sicher verpackt in dem Plastiksäckchen, in dem ich es auch erstanden hatte, an unserer Hand baumelte.

"Wir hätten vielleicht wenigstens ein Schleifchen drum binden sollen", habe ich mir erlaubt einzuwerfen, worauf Hr Pinokkeles nur angewidert grunzte: "Konsumorientiertes und medienverseuchtes Pack!" Brummend setzten wir unseren Weg fort und Mama Marlen war natürlich trotz der fehlenden Verpackung genauso erfreut über ihr Geschenk.

"Mein schönstes Geschenk, wär ein Enkerl", seufzte sie und schlug unschuldig die Augen auf. "Natürlich nur, damit DU glücklich bist!" Sprach's nahm mich in den Arm und bedankte sich für mein nettes Geschenk.


Übrigens habe ich herausgefunden, dass auch in Peavy ein richtig weicher Kern steckt. Ratet einmal, was ich zum Muttertag, von diesem verfressener Kerl, bekommen habe...


Dienstag, Mai 08, 2007

Raindrops keep falling...



Wer sich nicht (mehr) vorstellen kann, wie gut Gras nach einem Regensturz riecht, der sollte schleunigst mal wieder seine Gummistiefel anschnallen und losziehen. Wenn die langen Grashälme, die am Rand eines Feldes stehen, so tropfnass sind, dass sie sich der Erde zuneigen, wie höfliche Kammerdiener, die einen Bückling machen, wenn jemand vorbei kommt, dann ist es genau das richtige Wetter für einen Spaziergang. Man riecht auf einmal so viel, dass man sich fühlt wie Bambi, bei seinem ersten Ausflug aus die Lichtung. Blumen, Erde, Kräuter, Gräser...man kann die Schnecken zählen, die den Weg kreuzen. Die Blaumeisen und Spatzen und Amseln die ein lustiges Wanderlied singen. Und, und, und...


Vielleicht erinnert mich deswegen ein Regenspaziergang immer an meine Kindheit, weil es heute keinen einzigen Menschen mehr gibt, der freiwillig rausgeht, wenn es regnet. Bei uns gab's da kein Wenn und Aber. Regenmantel an, Gummistiefel aus dem Schrank, und los geht's. Seit wann ist es eigentlich so verpönt im Regen das Haus zu verlassen?

Seit ihr alle aus Zucker? Oder liegt es mehr daran, dass ihr euch generell nicht mehr gerne bewegt? Dafür stopft ihr aber alle Light-Produkte in euch hinein, weil ihr euch zu dick fühlt.


Kinder, Kinder, das kann doch nicht gesund sein! Also, nichts wie hin, ins Fachgeschäft, da gibts bestimmt eine trendy Outdoorjacke (weil Regenmantel hört sich uncool an) und dann traben wir los, zu einem extreme-walking!

Myfest 2007





Wer sich nicht vorstellen kann, wie man einen Holzkohlengrill, so richtig zum glühen bringt, der kann uns ruhig um Nachhilfe in diesem Themengebiet bitten. Wir...wir sind die YaYa-Schwestern des Grillens! Sandy, Angie und meine Wenigkeit haben es sich zur Aufgabe gemacht, auch diesen Mai wieder, für einen geschmackvollen Frühlingsbeginn zu sorgen und zwar in dem wir alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in geräucherter Form, auf den Tisch bringen.

Lustig war's, wie jedes Jahr. Und während ich die Erdäpfel in Alufolienkorsetts zwang, und Sandy die richtigen Fächeltechniken mit Angie durchbesprach, bastelte sich Hr. Pinokkeles winzige Tortilliaspießchen. Naja, jeder soll ja etwas davon haben.

Um 19:00 konnten wir es kaum glauben, aber tatsächlich, obwohl (oder gerade deshalb) wir nur drei schutzlose Frauen waren, hatten die Kohlen Feuer gefangen. Angie war zu einer Wedelmeisterin mutiert, die gar nicht aufhören konnte, Luft zu zu fächeln und so die ein oder andere Stichflamme hervorbrachte.


Also kurz gesagt: Das Bier war kalt, das Fleisch war braun (bis schwarz) und das Fest mehr als gelungen!!

Mittwoch, Mai 02, 2007

Der Zirkusdirektor im Prater

Wer sich nicht vorstellen kann, wie motiviert auch heuer wieder die meisten gutbürgerlichen Wienbewohner in den Prater gepilgert sind, der kann das bestimmt im Internet recherchieren. Ich hatte nämlich, ganz entgegen meiner sonstigen Angewohnheit, keine Zeit mich meinem Hobby, der Volkszählung, ausreichend zu widmen. Viel zu abgelenkt war ich, von den witzigen Leuten, die biertrinkenderweise in den feuchten Wiesen lümmelten, von dem ganzen Haufen Freunde, die mich, ebenfalls biertrinkenderweise, willkommen hießen und nicht zu letzt, von dem überaus witzigen Moderator des Nachwuchsbandwettbewerbs, der an diesem Abend bestimmt das meiste Bier getrunken hat.

Mit seiner männlichen Baritonstimme und dem kessen roten Westchen, das er sich um den dicken Wanst geschnallt hatte, kam er uns Allen ein wenig so vor, wie der legendäre Direktor des Zirkus Habakuk! Ein wahres Entertainertalent hat sich die SPÖ da auf ihre Rockbühne geholt. Wild fegte er über die Bretter die die Welt bedeuten, brummte in sein behaartes Mikrofon und war sich nicht zu Schade, jede noch so kleine Nachwuchsband mit den Worten:"Vielleicht sehen wir sie nächstes Jahr zurecht als Sieger auf dieser Bühne", zu begrüßen. Besonders beliebt machte er sich, als er ganz EU-Konform die slowakische Band zuerst auf Englisch ankündigte:"And now...from Slowakia!", um dann kurz für das proletarische Volk zu übersetzten:"Und jetzt...aus der Slowakei!"


Noch nie habe ich mich trotz, oder vielleicht gerade wegen, meiner mangelnden Fremdsprachenkenntnisse irgendwo soo wohl gefühlt, wie an diesem 1.Mai, inmitten all der anderen, treuen Arbeiter!


Alle Macht dem Volk!

Dienstag, Mai 01, 2007

Es grünt so grün

Wer sich nicht vorstellen kann, wie anstrengend meine lieben Eltern ab und an sein können, den lade ich ganz lieb zum sonntäglichen Kaffe und Kuchen Treff ein. Ich hab sie ja lieb, die zwei, nur noch lieber hab ich sie Einzeln und weit weit weg. Denn während die Eine beim dritten Kaffee am Esstisch sitzt und mich über mein Liebesleben ausquetscht, steht der Andere mit einer Zigarette im Garten und gräbt ein Loch in meine, frisch gesähte, Wiese.

Warum?

Das habe ich mich auch gefragt und natürlich auch ihn.
>Weil er die Erde zur Begradigung der Pergola benötigt und überhaupt auch, weil in meinem Gärtchen viel zu wenig blüht und da nächste Woche Feuerlilien hinein gesetzt werden. Auch das wird er höchstpersönlich übernehmen. Ist doch eh ganz logisch oder?<
Verwunderter Seitenblick in Richtung ahnungsloses Töchterchen. Flucht ins Wohnzimmer meinerseits folgt, wobei ich ganz vergaß, dass hier das Muttermonster die Oberhand ergriffen hat.
>Also ich versteh' gar nicht, warum du X keine Chance gibst. Du musst den Männern doch etwas Zeit lassen, der könnte ja noch interessant werden.<
Ja genau, weil wenn jemand auf den ersten Blick als totaler Loser erscheint, und auch noch eine Woche später, und auch noch die darauffolgende, dann hat das ja noch längst keine Aussagekraft. Ich mach mir gar nicht erst die Mühe es zu erklären und wechsle Richtung Garten, wo ich feststelle, dass der Vater gerade den ganzen angepflanzten Salat ausreißt und mich abmahnt, mehr auf das Unkraut auf zu passen, weil es sonst alles überwuchert.

Wo ich jetzt gerade bin, eh klar, ich hab mich im Klo verbarrikadiert!!

Freitag, April 20, 2007

Letztens beim Fortgehen

Wer sich nicht vorstellen kann, wie sehr ich im letzten Jahr gereift bin,dem präsentiere ich hier eine Zwischenbilanz. Lustige Leute feiern den lustigen Geburtstag von Fr.Mag.S., die inzwischen auch wieder ein Jahr mehr auf dem krummen, aber gut gepflegten Buckel hat, mit einem exzessiven Trink-In.

Noch vor 365 Tagen kamen wir uns vor wie Blinde unter Einäugigen, man erinnere sich an das Fiasko im U4. Sitzplätze wurden uns Angeboten, auch chemische Helferlein. Allerdings nicht Designerdrogen sondern Botox und andere Nervengifte. Statt Freundeskreis die Hardcorerapper und statt Hardrock Pop-Flop!

Nach nur einem Jahr Erholungspause(etwas mehr Regenerationszeit wäre angebracht gewesen), haben wir erneut einen Versuch gestartet und uns zum wöchentlichen Studententreff gewagt. Die Umstände waren günstig, wie gesagt war der Blutalkoholspiegel schon leicht erhöht, etwaige Vorurteile gemindert und dass Sichtfeld eingeschränkt und positiv getrübt. Doch so mancher Anblick ließ uns dennoch schon nach kurzer Zeit erzittern. Falls diese "Menschen", die dort ihr Unwesen trieben wirklich und rechtmäßig ordentliche Studenten gewesen sein sollten, dann kann ich nur zu folgendem Schluss kommen. Die WU macht neuerdings Exkursionen ins Nachtleben, um zu lernen, wie man harmlose Kleinverdiener wie uns mit Alkohol und schlechter Musik gefügig machen kann.

Ich und der Gesundheitsminister warnen...versuchen sie nicht öfter als einmal im Jahr ihr wirkliches Ich zu verhöhnen und sich einzureden sie sind nach wie vor 18 und Hipp-Teen.

P.S.: Lassen sie weiters ebenso die Finger von der BlueJean die sie damals trugen. Ihre Körperwahrnehmung könnte sich sonst radikal negativ verändern!!

Dienstag, April 17, 2007

Letztens im Kino

Wer sich nicht vorstellen kann, wie ein typischer Kinoabend bei mir und der berühmten Angie so aussieht, kann sich natürlich jederzeit gerne dazu gesellen. Er sei aber vorab gewarnt, es sind nicht immer die leichtesten Unternehmungen, welchen wir uns hier stellen. Abenteuer von Anfang bis Ende, und immer die Gefahr im Nacken...

Es beginnt schon alleine bei der Filmauswahl, da wir meistens Beide nicht wissen, was gerade läuft und die elektronische Anzeige in unserem Lieblingskino schon seit über sechs Monaten außer Betrieb ist. Also los vor zur Kasse und die nette Schalterbeamtin von Nebenan nerven.
"Was denken sie denn, jetzt mal so als Fachkraft, welcher Film ist besser? X oder Y?" Die blonde Kinofachkraftfrau versprüht gestresste Blicke und entscheidet sich schweren Herzens für einen der genannten Filme. Wenn die gute Angie dann auch noch zu erfahren verlangt ob der Film denn lustig sei, die Blondine dies zögernd verneint, wohl aus Angst, das Beratungsgespräch in die Länge zu ziehen, und Angie gerade ob dieser Antwort verzückt mit dem Kopf nickt, sehnt sich Blondie nach dem AMS zurück.

Die Auswahl des Kinosnacks ist das nächste Hindernis. Nachos oder Popcorn. Popcorn oder Nachos. Und wenn Nachos, dann mit einer oder zwei Soßen? Keine Angst, den Snackverkäuferfacharbeiter verwickeln wir nicht in bedrängende Verkaufgespräche, aber auch nur aus Angst, vor der Menschenmenge hinter uns mit Fackeln aus dem Kino gejagt oder anderweitig gelyncht zu werden.

Schließlich endet auch wieder Alles mit der Filmauswahl auf. Und wie schon gesagt, lustig sind sie meistens nicht. Eher bestürzend, verwirrend, grauslich im sozial-ethischen Sinne, etc...So verlassen wir den Kinosaal häufig als die letzten Beiden Personen, obwohl sich selten mehr als fünf Menschen mit uns in einem Saal befinden.

Wer jetzt immer noch Lust hat uns zu begleiten, scheut euch nicht euch zu melden, es wird bestimmt wieder für ALLE Beteiligten ein unvergesslicher Abend.

Dienstag, April 10, 2007

Körperkult(ur)



Wer sich nicht vorstellen kann, dass dies meiner eigenen, bescheidenen Siluette mehr als genau entspricht, der hat mich wirklich schon lange nicht mehr gesehen. Nach nunmehr einmonatigem, strengen Fitnessworkout, mit Kollegin Nici, haben Muskelgruppen von meinem Körper Besitz ergriffen, von denen ich noch nicht einmal geahnt hatte, dass ich sie beherberge. Doch nachdem ihr Dornröschenschlaf nun beendet wurde, schreiten sie raumfordernd voran. Dem Sommerurlaub in Brasilien steht also nichts mehr im Wege.
Natürlich stößt solch außergewöhnlich gutes Aussehen nicht nur auf Respekt und Bewunderung, nein, auch mit Neidern muss ich mich in letzter Zeit häufig herumschlagen. Doch auch Neid muss man sich erst verdienen! Aber wenn Hr. Pinokkeles missmutig in der Wohnung herum wandert, weil nun nicht mehr sein süßes Hinterteil im Mittelpunkt aller Interesse steht, kann dies schon etwas nerven. Als er dann auch noch angefangen hat, mir heimlich Butter in den Kaffee zu rühren, musste ich zu harten Maßnahmen greifen, und ihn bei den ATF einschreiben lassen. Um was es sich hierbei handelt.
ANONYME TORTILLIACHIPSFRESSER!!
Von nichts kommt eben nichts....

Freitag, April 06, 2007

Wenn der weiße Flieder wieder...

Wer sich nicht vorstellen kann, wie schön es in meinem Gärtchen derzeit ist, der kann mir nur Leid tun. Überall grünt und blüht es. Der Zierkirschenstrauch japanischer Abstammung, entfaltet ein schneegestöbergleiches Wirrwarr auf der zarten Frühlingswiese, wie es sonst nur in kitschigen Kristallkugeln vorkommt. Einfach nur herrlich.

Ein dreifaches Hoch auf den Frühling! Hip Hip Hurra!

Allerdings entsteht so eine Pracht aus Tulpen, Narzissen und Veilchen nicht über Nacht. Jemand hat sich da große Mühe gegeben, für alle die es nicht ahnen, dieser jemand ist, wer soll es auch sonst sein, ich, die ganzen, kleinen Zwiebeln in die Erde zu bringen. Und dafür war schon mal der ein oder andere Besuch beim Blumenmarkt nötig. Wer glaubt dort geht es zu, wie Sonntags in der Kirche, irrt gewaltig. Es gleicht eher Feiertags am Kirtag. Und zwar nicht Achterbahn oder Karussell, sondern der Monstrositätenshow im Gruselkabinett. Von der bärtigen Frau bis zum bauchfreien Burgenländer ist dort Alles vertreten! Sie rammen dich mit dem zweistöckigen Einkaufswaagen beiseite, als wären sie Jochen Rindts verloren geglaubten Söhne, nur um auch ja die besten Pelargonien zu ergattern. Sie pflücken heimlich die Erdbeeren von der Verkaufsware, denn das ist der Vorgeschmack auf die nachfolgende Leberkäs'semmel. Und zu guter Letzt mogeln sie sich an der Kasse auch noch vor. Zu Hobbiegärtnern fällt mir nur ein - Wehe wenn sie losgelassen.

Doch die neidischen Blicke der Passanten auf mein wohlgehegtes Gärtchen, sind mir die Strapazen mehr als wert.

Freitag, März 30, 2007

Das schwarze Loch Liebeskummer

Wer sich nicht vorstellen kann wie aufwendig die Pflege eines schwer depressiven Zwergkaninchens sich ab und an gestaltet, kann hier Orts gerne jederzeit Recherchen darüber einholen. So Zeitaufwendig sogar, dass man nicht einmal dazu kommt, es aufzuschreiben. Festzuhalten für die Nachwelt. To whom it may ... naja, ihr wisst ja was gemeint ist.

Er fraß keine einzige Karotte mehr, noch nicht mal Tortillia Chips. Trank kein Wasser und auch kein Bier. Selbst das Gras stapelt sich bis unters Dach, weil der potentielle Abnehmer den langen, lieben Tag nichts anderes tut, als stoisch aus dem Fenster zu glotzen und Libellen zu zählen. Versteht mich nicht falsch. Ich mag die fliegenden Kleindrachen sehr gerne, aber das muss dir mal einfallen.

Don't worry be happy, hab ich ihm ins Ohr gesäuselt. Auch andere Mütter haben Haustiere und natürlich den Klassiker, auch für dich gibt es eine Häsin die nur auf ihren Decker wartet. Oder auf einen Topf. Oder wie war das nochmal??

Bitte jetzt keine Massenmitleidmails, das schlimmste ist überstanden. Der Frühling steht ins Haus und auch wir Beide kommen jetzt aus unserem Loch gekrochen. Die Liebe ist eben nunmal ein seltsames Spiel!