Montag, Juni 04, 2007

Von (der) Muse geküsst







Wer sich nicht vorstellen kann, wie verzweifelt ich gerade versuche, mich in den A**** zu beißen, der ist wohl noch nie fünf Tage außer Landes gefahren, nur um dann die angepeilte künstlerische Darstellung zu versaufen!!!




Also Muse verpasst, aber ansonsten irrsinnig gut umgesetzt. Das Festival 07 zeichnete sich besonders durch den ausgeprägten zusammenhalt der Gruppe aus, was sich in Form von ungehemmtem Flüssigkeits- und Geruchsaustausch wiederspiegelte. Man kann sich also ein Kleingrüppchen Menschen vorstellen, die gemütlich um einen Campingtisch sitzen (oder wahlweise Wiese/Decken/Gatsch) und abwechselnd Bier, Gin, Antidurchfallpulver und Antiblähungstropfen durch die Runde reichen. Fast wie in einer kleinen Familie.




Das Wetter hat ebenfalls gehalten, was es uns angekündigt hat. Wechselweise stechender Sonnenschein, der das Zeltlager in eine finnische Saunalandschaft verwandelt, oder Schnürlregen allá Salzburger Festpielwochen. Aber dank der schicken (pinken) Regenhäute sind wir nicht all zu nass geworden. Nur der Gin war etwas dünner dieser Tage.




Bleibt zu guter Letzt nur zu sagen, dass es wiedermal fünf ereignisreiche Tage waren, die uns noch etwas näher zusammenrücken ließen. Ich möcht mich ganz herzlich bei euch bedanken, es war eine tolle Zeit. Und wenn wir schon beim thematisieren sind...




Lieb haben wär ein Thema!!!!


Dienstag, Mai 29, 2007

Unglaubliche Bekanntschaften

Wer sich nicht vorstellen kann, was ich heute am Abend noch so vorhabe, den kann ich gut verstehen. Selten gibt es da ja etwas wirklich Neues zu berichten. Aber nicht so in diesem Moment, denn ich habe heute Abend seit langer Zeit mal wieder ein Date, mit einem Mann, den ich noch nicht in und auswendig kenne. (Und der kein Puschelschwänzchen unter seinem Überzieher versteckt) Wird auch schon Zeit für eine Abwechslung.

Der unglaubliche Mann, aus dem unglaublichen Zusammentreffen in der (unheimlichen) U-Bahn, existiert, wider allen wilden Theorien meiner Freundinnen, wirklich, und eben das wird er heute beweisen, indem er mich zum Essen ausführt. Wer mir jetzt immer noch nicht glaubt, hat die Wahl, entweder, getarnt mit Sherlock Holmes Kappe, hinter uns her zu schleichen und durch, mit Gucklöchern ausgestatteten, Zeitungen zu spionieren, oder lässt sich von mir Morgen den Aluschwan, mit Essenresten zeigen.

Holliday(s)





Wer sich nicht vorstellen kann, wie entspannt ich gerade in meinem Gärtchen sitze, der hat sicher nicht, so wie ich, die nächsten drei Wochen arbeitsfrei. Die Rosen ranken, die Blumen blühen, die Dahlien duften, und so weiter und so fort. Und was das aller schönste daran ist, steht auch schon fest. Drei Wochen lang keine kranken Leute, außer denen, die sich dieses Wochenende wahrscheinlich etwas Übelkeit antrinken werden. Und das sind ja schließlich meine Freunde, um die darf man sich auch im Urlaub ein bisschen professionell kümmern.


Es ist also alles vorbereitet, die Arbeit ruht, das Zelt steht bereit, ebenso wie Schlafsack, Isomatte und (bähh) Gummistiefeln und am Donnerstag gehts dann los ins lustige Camperleben. Fünf ereignisreiche Tage später erhole ich mich dann davon in Tunesien. Die Beine im Meer und den Blick in den Himmel werd ich dann den ganzen Stress vergessen, der mich hier in den letzten Tagen verfolgt hat und Mätzchen zeigen, wie man Sandburgen baut.


Ich freu mich schon auf euch Alle! Schönen Urlaubsanfang!

Montag, Mai 14, 2007

Muttertag

Wer sich nicht vorstellen kann, wielange die Menschenschlange beim örtlichen Blumenladen gestern war, der muss sich kurz die Dimensionen der chinesischen Mauer in den Sinn rufen. Bis vor die Tür, bis ums Eck, ja fast bis vor meine Haustüre, sind die lieben Kinderlein (verschieden Alters; also so zwischen 15 und 55) angestanden um ihrer Mutti einen Herzenswunsch zu erfüllen. Fast wäre ich der falschen Vermutung erlegen, die liebe, gute Stadtverwaltung, hätte, zu meiner persönlichen Erbauung, die Bushaltestelle direkt vor meine Füsse umgebaut.


Na, da waren ich und Peavy auf jeden Fall mehr als froh, dass unser Geschenk bereits sicher verpackt in dem Plastiksäckchen, in dem ich es auch erstanden hatte, an unserer Hand baumelte.

"Wir hätten vielleicht wenigstens ein Schleifchen drum binden sollen", habe ich mir erlaubt einzuwerfen, worauf Hr Pinokkeles nur angewidert grunzte: "Konsumorientiertes und medienverseuchtes Pack!" Brummend setzten wir unseren Weg fort und Mama Marlen war natürlich trotz der fehlenden Verpackung genauso erfreut über ihr Geschenk.

"Mein schönstes Geschenk, wär ein Enkerl", seufzte sie und schlug unschuldig die Augen auf. "Natürlich nur, damit DU glücklich bist!" Sprach's nahm mich in den Arm und bedankte sich für mein nettes Geschenk.


Übrigens habe ich herausgefunden, dass auch in Peavy ein richtig weicher Kern steckt. Ratet einmal, was ich zum Muttertag, von diesem verfressener Kerl, bekommen habe...


Dienstag, Mai 08, 2007

Raindrops keep falling...



Wer sich nicht (mehr) vorstellen kann, wie gut Gras nach einem Regensturz riecht, der sollte schleunigst mal wieder seine Gummistiefel anschnallen und losziehen. Wenn die langen Grashälme, die am Rand eines Feldes stehen, so tropfnass sind, dass sie sich der Erde zuneigen, wie höfliche Kammerdiener, die einen Bückling machen, wenn jemand vorbei kommt, dann ist es genau das richtige Wetter für einen Spaziergang. Man riecht auf einmal so viel, dass man sich fühlt wie Bambi, bei seinem ersten Ausflug aus die Lichtung. Blumen, Erde, Kräuter, Gräser...man kann die Schnecken zählen, die den Weg kreuzen. Die Blaumeisen und Spatzen und Amseln die ein lustiges Wanderlied singen. Und, und, und...


Vielleicht erinnert mich deswegen ein Regenspaziergang immer an meine Kindheit, weil es heute keinen einzigen Menschen mehr gibt, der freiwillig rausgeht, wenn es regnet. Bei uns gab's da kein Wenn und Aber. Regenmantel an, Gummistiefel aus dem Schrank, und los geht's. Seit wann ist es eigentlich so verpönt im Regen das Haus zu verlassen?

Seit ihr alle aus Zucker? Oder liegt es mehr daran, dass ihr euch generell nicht mehr gerne bewegt? Dafür stopft ihr aber alle Light-Produkte in euch hinein, weil ihr euch zu dick fühlt.


Kinder, Kinder, das kann doch nicht gesund sein! Also, nichts wie hin, ins Fachgeschäft, da gibts bestimmt eine trendy Outdoorjacke (weil Regenmantel hört sich uncool an) und dann traben wir los, zu einem extreme-walking!

Myfest 2007





Wer sich nicht vorstellen kann, wie man einen Holzkohlengrill, so richtig zum glühen bringt, der kann uns ruhig um Nachhilfe in diesem Themengebiet bitten. Wir...wir sind die YaYa-Schwestern des Grillens! Sandy, Angie und meine Wenigkeit haben es sich zur Aufgabe gemacht, auch diesen Mai wieder, für einen geschmackvollen Frühlingsbeginn zu sorgen und zwar in dem wir alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in geräucherter Form, auf den Tisch bringen.

Lustig war's, wie jedes Jahr. Und während ich die Erdäpfel in Alufolienkorsetts zwang, und Sandy die richtigen Fächeltechniken mit Angie durchbesprach, bastelte sich Hr. Pinokkeles winzige Tortilliaspießchen. Naja, jeder soll ja etwas davon haben.

Um 19:00 konnten wir es kaum glauben, aber tatsächlich, obwohl (oder gerade deshalb) wir nur drei schutzlose Frauen waren, hatten die Kohlen Feuer gefangen. Angie war zu einer Wedelmeisterin mutiert, die gar nicht aufhören konnte, Luft zu zu fächeln und so die ein oder andere Stichflamme hervorbrachte.


Also kurz gesagt: Das Bier war kalt, das Fleisch war braun (bis schwarz) und das Fest mehr als gelungen!!

Mittwoch, Mai 02, 2007

Der Zirkusdirektor im Prater

Wer sich nicht vorstellen kann, wie motiviert auch heuer wieder die meisten gutbürgerlichen Wienbewohner in den Prater gepilgert sind, der kann das bestimmt im Internet recherchieren. Ich hatte nämlich, ganz entgegen meiner sonstigen Angewohnheit, keine Zeit mich meinem Hobby, der Volkszählung, ausreichend zu widmen. Viel zu abgelenkt war ich, von den witzigen Leuten, die biertrinkenderweise in den feuchten Wiesen lümmelten, von dem ganzen Haufen Freunde, die mich, ebenfalls biertrinkenderweise, willkommen hießen und nicht zu letzt, von dem überaus witzigen Moderator des Nachwuchsbandwettbewerbs, der an diesem Abend bestimmt das meiste Bier getrunken hat.

Mit seiner männlichen Baritonstimme und dem kessen roten Westchen, das er sich um den dicken Wanst geschnallt hatte, kam er uns Allen ein wenig so vor, wie der legendäre Direktor des Zirkus Habakuk! Ein wahres Entertainertalent hat sich die SPÖ da auf ihre Rockbühne geholt. Wild fegte er über die Bretter die die Welt bedeuten, brummte in sein behaartes Mikrofon und war sich nicht zu Schade, jede noch so kleine Nachwuchsband mit den Worten:"Vielleicht sehen wir sie nächstes Jahr zurecht als Sieger auf dieser Bühne", zu begrüßen. Besonders beliebt machte er sich, als er ganz EU-Konform die slowakische Band zuerst auf Englisch ankündigte:"And now...from Slowakia!", um dann kurz für das proletarische Volk zu übersetzten:"Und jetzt...aus der Slowakei!"


Noch nie habe ich mich trotz, oder vielleicht gerade wegen, meiner mangelnden Fremdsprachenkenntnisse irgendwo soo wohl gefühlt, wie an diesem 1.Mai, inmitten all der anderen, treuen Arbeiter!


Alle Macht dem Volk!

Dienstag, Mai 01, 2007

Es grünt so grün

Wer sich nicht vorstellen kann, wie anstrengend meine lieben Eltern ab und an sein können, den lade ich ganz lieb zum sonntäglichen Kaffe und Kuchen Treff ein. Ich hab sie ja lieb, die zwei, nur noch lieber hab ich sie Einzeln und weit weit weg. Denn während die Eine beim dritten Kaffee am Esstisch sitzt und mich über mein Liebesleben ausquetscht, steht der Andere mit einer Zigarette im Garten und gräbt ein Loch in meine, frisch gesähte, Wiese.

Warum?

Das habe ich mich auch gefragt und natürlich auch ihn.
>Weil er die Erde zur Begradigung der Pergola benötigt und überhaupt auch, weil in meinem Gärtchen viel zu wenig blüht und da nächste Woche Feuerlilien hinein gesetzt werden. Auch das wird er höchstpersönlich übernehmen. Ist doch eh ganz logisch oder?<
Verwunderter Seitenblick in Richtung ahnungsloses Töchterchen. Flucht ins Wohnzimmer meinerseits folgt, wobei ich ganz vergaß, dass hier das Muttermonster die Oberhand ergriffen hat.
>Also ich versteh' gar nicht, warum du X keine Chance gibst. Du musst den Männern doch etwas Zeit lassen, der könnte ja noch interessant werden.<
Ja genau, weil wenn jemand auf den ersten Blick als totaler Loser erscheint, und auch noch eine Woche später, und auch noch die darauffolgende, dann hat das ja noch längst keine Aussagekraft. Ich mach mir gar nicht erst die Mühe es zu erklären und wechsle Richtung Garten, wo ich feststelle, dass der Vater gerade den ganzen angepflanzten Salat ausreißt und mich abmahnt, mehr auf das Unkraut auf zu passen, weil es sonst alles überwuchert.

Wo ich jetzt gerade bin, eh klar, ich hab mich im Klo verbarrikadiert!!

Freitag, April 20, 2007

Letztens beim Fortgehen

Wer sich nicht vorstellen kann, wie sehr ich im letzten Jahr gereift bin,dem präsentiere ich hier eine Zwischenbilanz. Lustige Leute feiern den lustigen Geburtstag von Fr.Mag.S., die inzwischen auch wieder ein Jahr mehr auf dem krummen, aber gut gepflegten Buckel hat, mit einem exzessiven Trink-In.

Noch vor 365 Tagen kamen wir uns vor wie Blinde unter Einäugigen, man erinnere sich an das Fiasko im U4. Sitzplätze wurden uns Angeboten, auch chemische Helferlein. Allerdings nicht Designerdrogen sondern Botox und andere Nervengifte. Statt Freundeskreis die Hardcorerapper und statt Hardrock Pop-Flop!

Nach nur einem Jahr Erholungspause(etwas mehr Regenerationszeit wäre angebracht gewesen), haben wir erneut einen Versuch gestartet und uns zum wöchentlichen Studententreff gewagt. Die Umstände waren günstig, wie gesagt war der Blutalkoholspiegel schon leicht erhöht, etwaige Vorurteile gemindert und dass Sichtfeld eingeschränkt und positiv getrübt. Doch so mancher Anblick ließ uns dennoch schon nach kurzer Zeit erzittern. Falls diese "Menschen", die dort ihr Unwesen trieben wirklich und rechtmäßig ordentliche Studenten gewesen sein sollten, dann kann ich nur zu folgendem Schluss kommen. Die WU macht neuerdings Exkursionen ins Nachtleben, um zu lernen, wie man harmlose Kleinverdiener wie uns mit Alkohol und schlechter Musik gefügig machen kann.

Ich und der Gesundheitsminister warnen...versuchen sie nicht öfter als einmal im Jahr ihr wirkliches Ich zu verhöhnen und sich einzureden sie sind nach wie vor 18 und Hipp-Teen.

P.S.: Lassen sie weiters ebenso die Finger von der BlueJean die sie damals trugen. Ihre Körperwahrnehmung könnte sich sonst radikal negativ verändern!!

Dienstag, April 17, 2007

Letztens im Kino

Wer sich nicht vorstellen kann, wie ein typischer Kinoabend bei mir und der berühmten Angie so aussieht, kann sich natürlich jederzeit gerne dazu gesellen. Er sei aber vorab gewarnt, es sind nicht immer die leichtesten Unternehmungen, welchen wir uns hier stellen. Abenteuer von Anfang bis Ende, und immer die Gefahr im Nacken...

Es beginnt schon alleine bei der Filmauswahl, da wir meistens Beide nicht wissen, was gerade läuft und die elektronische Anzeige in unserem Lieblingskino schon seit über sechs Monaten außer Betrieb ist. Also los vor zur Kasse und die nette Schalterbeamtin von Nebenan nerven.
"Was denken sie denn, jetzt mal so als Fachkraft, welcher Film ist besser? X oder Y?" Die blonde Kinofachkraftfrau versprüht gestresste Blicke und entscheidet sich schweren Herzens für einen der genannten Filme. Wenn die gute Angie dann auch noch zu erfahren verlangt ob der Film denn lustig sei, die Blondine dies zögernd verneint, wohl aus Angst, das Beratungsgespräch in die Länge zu ziehen, und Angie gerade ob dieser Antwort verzückt mit dem Kopf nickt, sehnt sich Blondie nach dem AMS zurück.

Die Auswahl des Kinosnacks ist das nächste Hindernis. Nachos oder Popcorn. Popcorn oder Nachos. Und wenn Nachos, dann mit einer oder zwei Soßen? Keine Angst, den Snackverkäuferfacharbeiter verwickeln wir nicht in bedrängende Verkaufgespräche, aber auch nur aus Angst, vor der Menschenmenge hinter uns mit Fackeln aus dem Kino gejagt oder anderweitig gelyncht zu werden.

Schließlich endet auch wieder Alles mit der Filmauswahl auf. Und wie schon gesagt, lustig sind sie meistens nicht. Eher bestürzend, verwirrend, grauslich im sozial-ethischen Sinne, etc...So verlassen wir den Kinosaal häufig als die letzten Beiden Personen, obwohl sich selten mehr als fünf Menschen mit uns in einem Saal befinden.

Wer jetzt immer noch Lust hat uns zu begleiten, scheut euch nicht euch zu melden, es wird bestimmt wieder für ALLE Beteiligten ein unvergesslicher Abend.

Dienstag, April 10, 2007

Körperkult(ur)



Wer sich nicht vorstellen kann, dass dies meiner eigenen, bescheidenen Siluette mehr als genau entspricht, der hat mich wirklich schon lange nicht mehr gesehen. Nach nunmehr einmonatigem, strengen Fitnessworkout, mit Kollegin Nici, haben Muskelgruppen von meinem Körper Besitz ergriffen, von denen ich noch nicht einmal geahnt hatte, dass ich sie beherberge. Doch nachdem ihr Dornröschenschlaf nun beendet wurde, schreiten sie raumfordernd voran. Dem Sommerurlaub in Brasilien steht also nichts mehr im Wege.
Natürlich stößt solch außergewöhnlich gutes Aussehen nicht nur auf Respekt und Bewunderung, nein, auch mit Neidern muss ich mich in letzter Zeit häufig herumschlagen. Doch auch Neid muss man sich erst verdienen! Aber wenn Hr. Pinokkeles missmutig in der Wohnung herum wandert, weil nun nicht mehr sein süßes Hinterteil im Mittelpunkt aller Interesse steht, kann dies schon etwas nerven. Als er dann auch noch angefangen hat, mir heimlich Butter in den Kaffee zu rühren, musste ich zu harten Maßnahmen greifen, und ihn bei den ATF einschreiben lassen. Um was es sich hierbei handelt.
ANONYME TORTILLIACHIPSFRESSER!!
Von nichts kommt eben nichts....

Freitag, April 06, 2007

Wenn der weiße Flieder wieder...

Wer sich nicht vorstellen kann, wie schön es in meinem Gärtchen derzeit ist, der kann mir nur Leid tun. Überall grünt und blüht es. Der Zierkirschenstrauch japanischer Abstammung, entfaltet ein schneegestöbergleiches Wirrwarr auf der zarten Frühlingswiese, wie es sonst nur in kitschigen Kristallkugeln vorkommt. Einfach nur herrlich.

Ein dreifaches Hoch auf den Frühling! Hip Hip Hurra!

Allerdings entsteht so eine Pracht aus Tulpen, Narzissen und Veilchen nicht über Nacht. Jemand hat sich da große Mühe gegeben, für alle die es nicht ahnen, dieser jemand ist, wer soll es auch sonst sein, ich, die ganzen, kleinen Zwiebeln in die Erde zu bringen. Und dafür war schon mal der ein oder andere Besuch beim Blumenmarkt nötig. Wer glaubt dort geht es zu, wie Sonntags in der Kirche, irrt gewaltig. Es gleicht eher Feiertags am Kirtag. Und zwar nicht Achterbahn oder Karussell, sondern der Monstrositätenshow im Gruselkabinett. Von der bärtigen Frau bis zum bauchfreien Burgenländer ist dort Alles vertreten! Sie rammen dich mit dem zweistöckigen Einkaufswaagen beiseite, als wären sie Jochen Rindts verloren geglaubten Söhne, nur um auch ja die besten Pelargonien zu ergattern. Sie pflücken heimlich die Erdbeeren von der Verkaufsware, denn das ist der Vorgeschmack auf die nachfolgende Leberkäs'semmel. Und zu guter Letzt mogeln sie sich an der Kasse auch noch vor. Zu Hobbiegärtnern fällt mir nur ein - Wehe wenn sie losgelassen.

Doch die neidischen Blicke der Passanten auf mein wohlgehegtes Gärtchen, sind mir die Strapazen mehr als wert.

Freitag, März 30, 2007

Das schwarze Loch Liebeskummer

Wer sich nicht vorstellen kann wie aufwendig die Pflege eines schwer depressiven Zwergkaninchens sich ab und an gestaltet, kann hier Orts gerne jederzeit Recherchen darüber einholen. So Zeitaufwendig sogar, dass man nicht einmal dazu kommt, es aufzuschreiben. Festzuhalten für die Nachwelt. To whom it may ... naja, ihr wisst ja was gemeint ist.

Er fraß keine einzige Karotte mehr, noch nicht mal Tortillia Chips. Trank kein Wasser und auch kein Bier. Selbst das Gras stapelt sich bis unters Dach, weil der potentielle Abnehmer den langen, lieben Tag nichts anderes tut, als stoisch aus dem Fenster zu glotzen und Libellen zu zählen. Versteht mich nicht falsch. Ich mag die fliegenden Kleindrachen sehr gerne, aber das muss dir mal einfallen.

Don't worry be happy, hab ich ihm ins Ohr gesäuselt. Auch andere Mütter haben Haustiere und natürlich den Klassiker, auch für dich gibt es eine Häsin die nur auf ihren Decker wartet. Oder auf einen Topf. Oder wie war das nochmal??

Bitte jetzt keine Massenmitleidmails, das schlimmste ist überstanden. Der Frühling steht ins Haus und auch wir Beide kommen jetzt aus unserem Loch gekrochen. Die Liebe ist eben nunmal ein seltsames Spiel!

Sonntag, Februar 11, 2007

Surprise, Surprise


Man glaubt es kaum, man kann es nicht fassen, man ist (über)bestürzt vor Freude. Und wenn es ihnen schon so geht, wie glauben Sie habe ich mich erst gefühlt? Nach mehrmonatiger Abwesenheit, einer überstürzten Flucht und nichts als einem Post-it als Abschied, wurde endlich eine Nachricht von Hr. Pinokkeles angespült. Was auf dem Schmierzettel stand?

Bin mit Punchal auf in die Heimat. Auf uns wartet ein besseres Leben. Wir lieben
uns und schicken Photos vom Nachwuchs. In ewig ein Mitbewohner(deines
Herzens),
Peavy!
Und nun endlich, nach langem Warten, Bangen und Hoffen die ersten bedeutsamen Zeilen meines geliebten Kaninchens, der sich aufmachte um die Welt zu erobern. Was da geschrieben stand?
Katzen sind scheiße! Bin
in einer Woche zu Hause, besorg' was zu kiffen! Bis bald,
P.

Legenden...

Es ist schwer vom Glück zu erzählen, wenn es für jemanden selbst schon mehrere Jahre zurück liegt, den wolkenlosen Himmel gesehen zu haben. Und noch schwerer, wenn man dann, nach eingehendem Nachdenken, feststellen muss, dass selbst dieser Himmel nur ein Schattenbild war.

Also haben wir Alle nur die Wahl zwischen diesen zwei Arten sich Selbst zu zerstören. Die Wahl zwischen zwei Arten zu lieben...

Du liebst einen (A)Mann, du liebst ihn bedienungslos, forderst NICHTS im Gegenzug dazu. Erhälts auch nur das was du forderst, im besten Fall. Du liebst ihn aufgrund seiner Wildheit und Entschlossenheit. Liebst ihn aufgrund dessen, was er ist. Ein unbezähmbares Tier, das, auch wenn es dir Zuneigung entgegen bringt, dir doch nie gehören wird. Immer wild sein wird. Du bleibst einsam und unverstanden!

Du entscheidest dich, wahrscheinlich wider besseren Gewissens, für einen (B)Mann, den du niemals respektieren wirst. Jemand der dich ungefragt, auf bloßen Händen in den Himmel tragen wird. Ein Himmel, der für dich immer nur unerträglich heiß und langweilig sein wird. Er wird dir jeden Wunsch von den Augen ablesen und dich doch niemals ganz ergründen können. Du bleibst einsam und unverstanden.

Oder C: Du bleibst einsam, aber wenigstens dir Selbst treu. Du wirst alleine sein, aber wenigstens verleugnest du dich nicht. Du wirst wahrscheinlich ebenfalls einsam und unverstanden sterben!

Doch wenn sich jemals wieder wolkenloser Himmel zeigen sollte, dann weißt du, die Sonne scheint nur für dich!

Best of presents...

Der eindeutige Vorteil daran ein Jahr älter zu werden, liegt in den vielen, vielen tollen Geschenken, die man danach sein Eigen nennen darf. Oder eigentlich auch davor, ist ja noch nicht ganz soweit! Da haben sich heuer einige Leute große Gedanken zu diesem Thema gemacht und einen Querschnitt durch all meine Freizeitbeschäftigungen gezogen...

Das erstePackerl, quadratisch, praktisch, gut, war aus Hartpapier und nennt sich weitläufig "Buch". Toll, hatte ich bisher noch nicht! (Etwas mit dem man mir immer eine Freude machen kann, obwohl es sich für entferntere Freunde, die nicht gerade in meinen Bücherregalen Staub wischen, zunehmend schwerer gestaltet, eines zu finden, welches ich noch nicht kenne)

Das zweite Geschenk, klein, glitzernd und mit vielen Glasperlen, nein kein Traumfänger, sondern eine einnehmende Halskette, die meinen Geschmack voll getroffen hat. Danke (Trommelwirbel, du wirst wieder namentlich erwähnt) Angie!

In der Reihe setzte sich das Auspacken fort, Ritsch Ratsch - Papier ab und erstaunte, freudige Ohh und Ahh Ausrufe! Doch dann ... und das stimmt mich bedenklich ... was denkt mein Freundeskreis nur über mich, wenn man mir an meinem Ehrentag folgendes überreicht:

(noch dazu mit den Worten: Ich weiß du brauchst das)


SCHNAPSGLÄSER!


Schande über mein Haupt!

Donnerstag, Februar 08, 2007

Altern in Würde

Erich Maria Remarque; deutscher Schriftsteller (1989 - 1970)


Vergessen können ist das Geheimnis ewiger Jugend. Wir werden alt durch Erinnerung.
So nehme ich denn Abschied, schweren Herzens, von meiner Jugend, und gehe mit meinem Säckchen Erinnerungen tapfer weiter. Es gibt wahrscheinlich auch schlimmeres, als 25 zu werden. Das werde ich dann nächstes Jahr um diese Zeit feststellen!!
Ist euch eigentlich dieser Oldie: "Ich zähle täglich meine Sorgen" bekannt? Kann man den wohl auch auf Falten umlegen? (Ich zähle täglich meine Falten, denn ich falt' mich sehr?)

Mittwoch, Februar 07, 2007

Ab in die Mitte V

Du durchwanderst ein Tor aus schwarzem Gestein und bewunderst noch die ursprüngliche Architektur. Da breitet er sich vor dir aus und nimmt dir fast dir Luft zum Atmen. Ein riesiger See aus glimmender Flüssigkeit, hier und da brodelnd und ein schmaler Grat der direkt in dessen Mitte zu führen scheint. Unbekümmert gehst du weiter und befindest dich bald auf dieser winzigen Plattform, mitten im Leben. Es erstaunt dich nicht wenig hier ein solches Objekt zu sehen. Eisen in den Stein gegossen. Unerschütterlich verwurzelt, den Jahren und Jahrzehnten trotzend die kantige Form entgegenreckend. Das letzte Mal, dass du solch ein Ding benutztest, liegt weit zurück. Es war in der Volksschule, eine Exkursion auf den Kahlenberg, wo man solche Ferngläser mit glitzernden Münzen füttern musste, um sich ihre Dienste zu sichern. Wer hätte es gedacht, sogar im spirituellen Brennpunkt herrscht Profitgier vor. Besorgt, denn all dein Kleingeklimper liegt mehrere Etagen höher, in der rückwärtigen Hosentasche deiner Jeans, nimmst du die Touristenattraktion näher unter die Lupe. Nein, sieh mal an, die Götter der Unterwelt erweisen sich gnädiger, als gedacht. Der erste Blick durch das magische Kaleidoskop ist kostenlos. Hoffentlich nicht umsonst. Jetzt musst du dich doch für einen Moment setzten.

Spekulierst, was wird dich wohl erwarten? Was ist der Sinn des Lebens, wen oder was wirst du am anderen Ende der Röhre sehen? Gott? Einen Auftrag? Deine Zukunft? Der Mut verlässt dich, obwohl die Neugierde nicht abnimmt. Allein, will man wirklich wissen, was im Leben auf einen zukommt. Möchte man das erfahren, was sonst keiner weiß? Sich heraus heben aus der breiten Masse? Um den Preis, dann noch einsamer zu stehen, als zu Beginn der Reise? Du überlegst!
Hinter dir nimmt die Geräuschkulisse zu und du wendest den Kopf. Überrascht, aber dann doch nicht wirklich, sie Alle hier vereint zu sehen. Das Brummen, das Johlen, das Fiepen. Senior, Teenager und Junior! Ein flottes Gespann. Sie wollen dir etwas sagen, rufen und raunen dir etwas hinter die Ohren. Nur zu, nur zu! Nun trau dich doch! Und obwohl du deine Brille abgelegt hast siehst du endlich klar. Siehst den winzigen Teil von dir, in ihnen. Die Zeit vergeht und wird nicht still stehen, auch nicht für dich. Also nutzt du sie und rappelst dich erneut auf.

Zwei Schritte vor dir die Antwort auf all deine Fragen. Und mit neuem Mut gehst du voran und wagst den Blick, gefasst alles zu sehen, was auch immer es sein mag. Genug Versteck gespielt, genug gesucht, du bist bereit zu finden. Und was erblicken deine wandermüden Augen nun endlich.

Niemand anderen als dich selbst, in winziger, spiegelverkehrter Pose. Da lacht der kleine Spiegel-Karl-Werner und hebt erfreut die Hand zum Gruß. Zwinkernd winkt er dir zu und formt den Mund zu Worten die du mehr fühlst, als hörst. Gut gemacht!

Ab in die Mitte IV

Und da denkst du, welch ein Glück, dass es endlich passiert. Da wird dir erst klar, wie lange du schon nach diesem Weg ausgeguckt hast, gesucht hast. Wohin gehen, wo einbiegen, links oder rechts, vor oder zurück? Nun hast du einiges an Strecke zurück gelegt und allmählich fast dein gesamtes Leben Revue passieren lassen. Auch wenn noch nicht viel davon vorbei ist, so war dir doch nie klar warum die Dinge so liegen, wie sie sich nun mal vor dir ausbreiten. Ähnlich einem irrwitzigem Mikadospiel, bei dem du immer wissen wolltest, wie du es schaffen könntest, an den bunten Zwanzigpunkte-Stock heran zu kommen, ohne die anderen zu bewegen, möchtest du nun endlich erfahren, warum diese verfluchten Stäbchen überhaupt so wirr in der Gegend herum faulenzen. Da hat sich plötzlich die Spalte aufgetan, vor deiner Nase, am Weg zur Bildungswerkstatt, so unvorhergesehen, wie Tulpen im Jänner. Der Klimawandel ist schuld. Schuld, dass alles sich gewandelt hat, dein ganzes Leben. So als ob Vollmond alleine für dich nicht gereicht hätte. Nein, du brauchtest einen Extraschubs in die richtige Richtung. Da hast du nun endlich eingesehen, dass es egal zu sein scheint, ob Menschen die dein Leben kreuzen nun Beate, Elisabeth oder L. Freudmann hießen. Weil am Ende da stets bloß nur ein Einziger bleibt. Karl-Werner! Karl-Werner in Shorts und T-Shirt, denn die Wärme steigert sich in brütende Hitze. Und die 501'er schmiegt sich elegant an eine Treppenstufe. Stonewashed, im wahrsten Sinne des Wortes. Only the Lonely pfeifst du vor dich hin, und wunderst dich selbst über deine Sorglosigkeit. Warum du jetzt gerade an Del Shannon denken musst, ist dir nicht ganz klar, aber wen kümmert es denn schon? Ist ja niemand in der Nähe, der dir deine Vorliebe für alte, englische Schlager vorwerfen könnte.

Immer tiefer tapst du, nur in Unterwäsche, und trotzdem wird die Hitze immer unerträglicher. Lässt dich an den heißen Sommer 2003 denken. Mann, war das ein Jahr, war das ein Sommer. Jeden Tag am Stausee, ständig unter der glühenden Sonne, wenn man die Augen geschlossen hielt, konnte man sich nach Griechenland träumen. Ans blaue Meer, an einen weißen Strand, Kieselsteinstrand versteht sich. Da war so ein Gefühl von Gelöstheit in der Luft und natürlich Julia. Julia die diese süßen Sommersprossen hatte. Julia die immer mit einem alten Strohhut im Schatten lag und die sommerbesprosste Nase tief in ein Buch steckte. Julia, die dich wirklich mochte. Was für ein Sommer! Eiskaltes Bier aus der Kühlbox und eine Partie Schwarzer Peter, wenn es zum Schwimmen zu heiß war. Julias Rücken mit Sonnenmilch eincremen und noch ein Bier…
Sie hat dich wirklich gemocht, aber mit dem Herbst zog dieses Gefühl weiter, wie die Schwalben. Richtung Süden, immer mit der Sonne mit. Und Karl-Werner war wieder Karl-Werner, nicht mehr und nicht weniger.

Gute Zeiten, Schlechte Zeiten, denkst du und bahnst dir weiter deinen Weg. Links, Links, Links herum. Only the Lonely! Die Brille ist inzwischen gänzlich unbrauchbar und wandert deswegen, schwups, gemeinsam mit dem Shirt über Bord. Darum siehst du nicht, hörst nur, wie ein Fiepen sich langsam den Weg bahnt. Daran hättest du denken können. Im Dreiergespann hat es schließlich noch gefehlt. Genau wie Kaspar, Melchior und Balthasar die größten Taten zusammen vollbrachten, genau wie die drei Musketiere stets zusammen hielten, vom Unterbewussten hin bis zum Über-Ich, es sind doch immer drei Geister die gerufen werden. Neugierig bist du nun schon etwas. Das Fiepen kommt näher, zögerlich doch stetig und robbt schließlich ganz langsam um die Kurve. Krabbelt im Strampelanzug dahin. Genauso unbekümmert wie du deinen Weg gehst. Zielstrebig! Fast da, denkst du. Es muss so sein und du fieberst dem Moment entgegen. Wie wird er wohl sein. Der Mittelpunkt der Erde, der Ursprung allen Lebens, des Rätsels Lösung?

Freitag, Februar 02, 2007

Ab in die Mitte III

Der Schmerz saß tief und rutschte in, dir bis dato noch unbekanntere Sphären, als aus Frl. Schmiedinger schließlich Fr. Schober wird. Da streifte sie das Flamencokleid ab, wie einen zu eng gewordenen Kokon, und schlüpfte in die neue Hülle. Eine dunkelgrüne Heurigenschürze, in welcher sie fortan aufgebackene Salzstangen mit Frühlingsaufstrich zu kredenzen dachte. Ihr Traum war erfüllt, der deine dahin, und in dieser traumlosen Periode deines noch jungen Daseins, sahst du Hoffnung auf Liebe schwinden.

Da auch jetzt die Frau deines Lebens noch fern, wenn auch hoffentlich schon in greifbarerer Nähe, ist, ziehst du weiter deine Kreise. Immer der Hitze nach, die dich an den Kachelofen deiner Großmutter erinnert. Es ist drückend und still und ein Gefühl, als wärst du der letzte Mensch auf der Welt. Alles steigert sich noch durch die Einsicht, wie verrückt dieses Unterfangen sich in zunehmender Art und Weise gestaltet. Verrückt bist du inzwischen längst. Nämlich noch weitere fünf Stock tiefer, wo das Magma bereits eine Spur schneller läuft als du selbst und lustige Schmatzgeräusche zurück lässt, wenn ein Tropfen den Weg in die Dunkelheit sucht. Da bricht ein Johlen die Lautlosigkeit und lässt dich aufhorchen. Die Stirn gerunzelt, die Hände an deinem flaumigen Kinnbart. Denkerpose! Doch jetzt nicht an den spärlichen Haarwuchs im Gesicht, der bei anderen Männern_Buben mit zwanzig ganz anders aussieht. Ein Johlen, das die Stufen hinab zu hüpfen scheint. Denkbar dass es den Anschluss an das Brummen verloren hat, doch das macht im sichtlich nicht zu schaffen. Völlig zufrieden hört es sich an, wie es so lauter und leiser werdend immer hörbarer wird. Sogar glücklich, etwas ausgelassen. Du bist gespannt es endlich zu sehen, mit eigenen Augen, gehst bereitwillig an den äußersten Rand der Treppe, um Zwischen_fälle zu vermeiden. Immerhin geht es tief hinab. Ein Sturz wäre tödlich. Und das noch im günstigsten Fall. Da hopst es auch schon beschwingt vorbei, tippt sich kurz mit Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand an den Kopf und rauscht vorüber. Ein Lächeln auf den Lippen ein Zucken im Mundwinkel. Diesmal hast du es genau bemerkt. Viel Spaß möchtest du rufen, willst aber nicht aufdringlich sein. Die Jeans standen ihm gut, dem Johlen, geben ihm einen jugendlichen Touch. Auch das schwarze T-Shirt. Alles in Allem ein recht angenehmer Eindruck. Schade, dass es so in Eile war. Nun Ja, wer bremst verliert, denkst du, und gibst selbst auch wieder mehr Gas. Zurück auf die Mittelspur und…nach links, klar, wohin auch sonst?

Wenn’s doch nur immer so einfach wäre fort zu kommen. Meist läuft es stockender, oder gar nicht, kriecht nur, und du stirbst tausend Langeweiletode, schon bevor der Weg überhaupt begonnen hat. Freilich, hier kommst du richtig in Fahrt, obwohl du ja doch nur bergab gehst, doch nur nach links und doch nur mit dir alleine. Aber das bist du gewohnt. Schließlich lief es auch mit der dritten Frau in deinem Leben nicht so optimal, wie du es dir erträumt hattest. Lisa hieß sie. Lisa, was für ein Name, selbst im Angesicht dieses Höllenfeuers jagen sich Schauder über deine Wirbelsäule. Spielen fangen und Räuber und Gendarm. L.I.S.A. Und sofort die zwei hübschen blauen Augen, die langen Haselnusshaare, die Goldfäden versteckten, und den kleinen Schmollmund, den zu küssen du nie gewagt hast. Brummen her, Johlen hin, wenn Lisa lacht, dann geht in dir die Sonne auf, denkst du. Warum nur hat sie das nie gemerkt? Zwei Reihen vor dir ist sie gesessen, volle vier Jahre lang, bis zur Matura. Sie hat sich nie umgedreht, sie hat dich nie nach einem Spitzer oder Radiergummi gefragt, sie hat dir nie eine Zigarette angeboten, am Pausenhof. Und obwohl du sie meistens nur von hinten gesehen hast, hast du ihr Gesicht auswendig aufzeichnen können. In schwarz-weiß, nicht nur einmal, dein ganzes Kinderzimmer war voll mit Lisaporträts. Immer wenn du Peter Cornelius hörst, musst du an sie denken. Und in jedem Kaffeehaus, in dem du in deinem bisherigen Studentenleben vorbei gekommen bist, und das waren doch mehrere, hältst du nach ihr Ausschau. Am Ende sitzt du doch alleine. Du bist es gewohnt.