Dienstag, Mai 29, 2007

Unglaubliche Bekanntschaften

Wer sich nicht vorstellen kann, was ich heute am Abend noch so vorhabe, den kann ich gut verstehen. Selten gibt es da ja etwas wirklich Neues zu berichten. Aber nicht so in diesem Moment, denn ich habe heute Abend seit langer Zeit mal wieder ein Date, mit einem Mann, den ich noch nicht in und auswendig kenne. (Und der kein Puschelschwänzchen unter seinem Überzieher versteckt) Wird auch schon Zeit für eine Abwechslung.

Der unglaubliche Mann, aus dem unglaublichen Zusammentreffen in der (unheimlichen) U-Bahn, existiert, wider allen wilden Theorien meiner Freundinnen, wirklich, und eben das wird er heute beweisen, indem er mich zum Essen ausführt. Wer mir jetzt immer noch nicht glaubt, hat die Wahl, entweder, getarnt mit Sherlock Holmes Kappe, hinter uns her zu schleichen und durch, mit Gucklöchern ausgestatteten, Zeitungen zu spionieren, oder lässt sich von mir Morgen den Aluschwan, mit Essenresten zeigen.

Holliday(s)





Wer sich nicht vorstellen kann, wie entspannt ich gerade in meinem Gärtchen sitze, der hat sicher nicht, so wie ich, die nächsten drei Wochen arbeitsfrei. Die Rosen ranken, die Blumen blühen, die Dahlien duften, und so weiter und so fort. Und was das aller schönste daran ist, steht auch schon fest. Drei Wochen lang keine kranken Leute, außer denen, die sich dieses Wochenende wahrscheinlich etwas Übelkeit antrinken werden. Und das sind ja schließlich meine Freunde, um die darf man sich auch im Urlaub ein bisschen professionell kümmern.


Es ist also alles vorbereitet, die Arbeit ruht, das Zelt steht bereit, ebenso wie Schlafsack, Isomatte und (bähh) Gummistiefeln und am Donnerstag gehts dann los ins lustige Camperleben. Fünf ereignisreiche Tage später erhole ich mich dann davon in Tunesien. Die Beine im Meer und den Blick in den Himmel werd ich dann den ganzen Stress vergessen, der mich hier in den letzten Tagen verfolgt hat und Mätzchen zeigen, wie man Sandburgen baut.


Ich freu mich schon auf euch Alle! Schönen Urlaubsanfang!

Montag, Mai 14, 2007

Muttertag

Wer sich nicht vorstellen kann, wielange die Menschenschlange beim örtlichen Blumenladen gestern war, der muss sich kurz die Dimensionen der chinesischen Mauer in den Sinn rufen. Bis vor die Tür, bis ums Eck, ja fast bis vor meine Haustüre, sind die lieben Kinderlein (verschieden Alters; also so zwischen 15 und 55) angestanden um ihrer Mutti einen Herzenswunsch zu erfüllen. Fast wäre ich der falschen Vermutung erlegen, die liebe, gute Stadtverwaltung, hätte, zu meiner persönlichen Erbauung, die Bushaltestelle direkt vor meine Füsse umgebaut.


Na, da waren ich und Peavy auf jeden Fall mehr als froh, dass unser Geschenk bereits sicher verpackt in dem Plastiksäckchen, in dem ich es auch erstanden hatte, an unserer Hand baumelte.

"Wir hätten vielleicht wenigstens ein Schleifchen drum binden sollen", habe ich mir erlaubt einzuwerfen, worauf Hr Pinokkeles nur angewidert grunzte: "Konsumorientiertes und medienverseuchtes Pack!" Brummend setzten wir unseren Weg fort und Mama Marlen war natürlich trotz der fehlenden Verpackung genauso erfreut über ihr Geschenk.

"Mein schönstes Geschenk, wär ein Enkerl", seufzte sie und schlug unschuldig die Augen auf. "Natürlich nur, damit DU glücklich bist!" Sprach's nahm mich in den Arm und bedankte sich für mein nettes Geschenk.


Übrigens habe ich herausgefunden, dass auch in Peavy ein richtig weicher Kern steckt. Ratet einmal, was ich zum Muttertag, von diesem verfressener Kerl, bekommen habe...


Dienstag, Mai 08, 2007

Raindrops keep falling...



Wer sich nicht (mehr) vorstellen kann, wie gut Gras nach einem Regensturz riecht, der sollte schleunigst mal wieder seine Gummistiefel anschnallen und losziehen. Wenn die langen Grashälme, die am Rand eines Feldes stehen, so tropfnass sind, dass sie sich der Erde zuneigen, wie höfliche Kammerdiener, die einen Bückling machen, wenn jemand vorbei kommt, dann ist es genau das richtige Wetter für einen Spaziergang. Man riecht auf einmal so viel, dass man sich fühlt wie Bambi, bei seinem ersten Ausflug aus die Lichtung. Blumen, Erde, Kräuter, Gräser...man kann die Schnecken zählen, die den Weg kreuzen. Die Blaumeisen und Spatzen und Amseln die ein lustiges Wanderlied singen. Und, und, und...


Vielleicht erinnert mich deswegen ein Regenspaziergang immer an meine Kindheit, weil es heute keinen einzigen Menschen mehr gibt, der freiwillig rausgeht, wenn es regnet. Bei uns gab's da kein Wenn und Aber. Regenmantel an, Gummistiefel aus dem Schrank, und los geht's. Seit wann ist es eigentlich so verpönt im Regen das Haus zu verlassen?

Seit ihr alle aus Zucker? Oder liegt es mehr daran, dass ihr euch generell nicht mehr gerne bewegt? Dafür stopft ihr aber alle Light-Produkte in euch hinein, weil ihr euch zu dick fühlt.


Kinder, Kinder, das kann doch nicht gesund sein! Also, nichts wie hin, ins Fachgeschäft, da gibts bestimmt eine trendy Outdoorjacke (weil Regenmantel hört sich uncool an) und dann traben wir los, zu einem extreme-walking!

Myfest 2007





Wer sich nicht vorstellen kann, wie man einen Holzkohlengrill, so richtig zum glühen bringt, der kann uns ruhig um Nachhilfe in diesem Themengebiet bitten. Wir...wir sind die YaYa-Schwestern des Grillens! Sandy, Angie und meine Wenigkeit haben es sich zur Aufgabe gemacht, auch diesen Mai wieder, für einen geschmackvollen Frühlingsbeginn zu sorgen und zwar in dem wir alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in geräucherter Form, auf den Tisch bringen.

Lustig war's, wie jedes Jahr. Und während ich die Erdäpfel in Alufolienkorsetts zwang, und Sandy die richtigen Fächeltechniken mit Angie durchbesprach, bastelte sich Hr. Pinokkeles winzige Tortilliaspießchen. Naja, jeder soll ja etwas davon haben.

Um 19:00 konnten wir es kaum glauben, aber tatsächlich, obwohl (oder gerade deshalb) wir nur drei schutzlose Frauen waren, hatten die Kohlen Feuer gefangen. Angie war zu einer Wedelmeisterin mutiert, die gar nicht aufhören konnte, Luft zu zu fächeln und so die ein oder andere Stichflamme hervorbrachte.


Also kurz gesagt: Das Bier war kalt, das Fleisch war braun (bis schwarz) und das Fest mehr als gelungen!!

Mittwoch, Mai 02, 2007

Der Zirkusdirektor im Prater

Wer sich nicht vorstellen kann, wie motiviert auch heuer wieder die meisten gutbürgerlichen Wienbewohner in den Prater gepilgert sind, der kann das bestimmt im Internet recherchieren. Ich hatte nämlich, ganz entgegen meiner sonstigen Angewohnheit, keine Zeit mich meinem Hobby, der Volkszählung, ausreichend zu widmen. Viel zu abgelenkt war ich, von den witzigen Leuten, die biertrinkenderweise in den feuchten Wiesen lümmelten, von dem ganzen Haufen Freunde, die mich, ebenfalls biertrinkenderweise, willkommen hießen und nicht zu letzt, von dem überaus witzigen Moderator des Nachwuchsbandwettbewerbs, der an diesem Abend bestimmt das meiste Bier getrunken hat.

Mit seiner männlichen Baritonstimme und dem kessen roten Westchen, das er sich um den dicken Wanst geschnallt hatte, kam er uns Allen ein wenig so vor, wie der legendäre Direktor des Zirkus Habakuk! Ein wahres Entertainertalent hat sich die SPÖ da auf ihre Rockbühne geholt. Wild fegte er über die Bretter die die Welt bedeuten, brummte in sein behaartes Mikrofon und war sich nicht zu Schade, jede noch so kleine Nachwuchsband mit den Worten:"Vielleicht sehen wir sie nächstes Jahr zurecht als Sieger auf dieser Bühne", zu begrüßen. Besonders beliebt machte er sich, als er ganz EU-Konform die slowakische Band zuerst auf Englisch ankündigte:"And now...from Slowakia!", um dann kurz für das proletarische Volk zu übersetzten:"Und jetzt...aus der Slowakei!"


Noch nie habe ich mich trotz, oder vielleicht gerade wegen, meiner mangelnden Fremdsprachenkenntnisse irgendwo soo wohl gefühlt, wie an diesem 1.Mai, inmitten all der anderen, treuen Arbeiter!


Alle Macht dem Volk!

Dienstag, Mai 01, 2007

Es grünt so grün

Wer sich nicht vorstellen kann, wie anstrengend meine lieben Eltern ab und an sein können, den lade ich ganz lieb zum sonntäglichen Kaffe und Kuchen Treff ein. Ich hab sie ja lieb, die zwei, nur noch lieber hab ich sie Einzeln und weit weit weg. Denn während die Eine beim dritten Kaffee am Esstisch sitzt und mich über mein Liebesleben ausquetscht, steht der Andere mit einer Zigarette im Garten und gräbt ein Loch in meine, frisch gesähte, Wiese.

Warum?

Das habe ich mich auch gefragt und natürlich auch ihn.
>Weil er die Erde zur Begradigung der Pergola benötigt und überhaupt auch, weil in meinem Gärtchen viel zu wenig blüht und da nächste Woche Feuerlilien hinein gesetzt werden. Auch das wird er höchstpersönlich übernehmen. Ist doch eh ganz logisch oder?<
Verwunderter Seitenblick in Richtung ahnungsloses Töchterchen. Flucht ins Wohnzimmer meinerseits folgt, wobei ich ganz vergaß, dass hier das Muttermonster die Oberhand ergriffen hat.
>Also ich versteh' gar nicht, warum du X keine Chance gibst. Du musst den Männern doch etwas Zeit lassen, der könnte ja noch interessant werden.<
Ja genau, weil wenn jemand auf den ersten Blick als totaler Loser erscheint, und auch noch eine Woche später, und auch noch die darauffolgende, dann hat das ja noch längst keine Aussagekraft. Ich mach mir gar nicht erst die Mühe es zu erklären und wechsle Richtung Garten, wo ich feststelle, dass der Vater gerade den ganzen angepflanzten Salat ausreißt und mich abmahnt, mehr auf das Unkraut auf zu passen, weil es sonst alles überwuchert.

Wo ich jetzt gerade bin, eh klar, ich hab mich im Klo verbarrikadiert!!